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Angebot wächst, doch Lücken bleiben

Schnelles Internet Angebot wächst, doch Lücken bleiben

Vodafone und jetzt auch die Telekom bieten die Breitband-Technologie LTE in Stadtallendorf an. Doch in Stadtallendorf bleibt die Versorgung mit schnellen Internetverbindungen problematisch.

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Trotz LTE: Glasfaser bleibt Zukunftstechnologie.

Quelle: Julian Stratenschulte, dpa

Stadtallendorf. „LTE ist in Stadtallendorf verfügbar“, teilte die Telekom kürzlich mit. Wie sich bei einer Nachfrage beim Unternehmen herausstellte, gilt das aber nicht für das gesamte Stadtgebiet (siehe Grafik). Daher verweist das Unternehmen auf die Verfügbarkeitsprüfung im Internet. Wann wirklich alle Stadtteile komplett versorgt sein werden, vermag Telekom-Sprecher Gregor McKinney noch nicht abzuschätzen. „Wir werden das Angebot weiter ausbauen“, sagte er lediglich zu.

Nach einer Einschätzung der Stadtallendorfer Stadtverwaltung bleiben vor allem die Stadtteile Wolferode und Hatzbach, was schnelle Internet-Verbindungen angeht, auch weiterhin problematisch. Als vergleichsweise gut gilt das Angebot in der Kernstadt, wobei es auch in einzelnen Randgebieten „weiße Flecken“ gibt. Der Stadtverwaltung liegen keine straßengenauen Auswertungen der Anbieter vor.

Große Hoffnungen setzt die Stadt in die kreisweiten Breitband-Pläne des Kreises. Mit 106000 Euro hat Stadtallendorf die höchste Eigenkapital-Einlage von allen Städten und Gemeinden erbracht. Das Ziel der Breitband GmbH ist eine kreisweit einheitlich hohe Internet-Versorgung. Doch wie die OP mehrfach berichtete, gab es Verzögerungen auf dem Weg dorthin.

Glasfaser bleibt die Zukunftstechnologie

Ist das LTE-Angebot eine ernsthafte Konkurrenz für die Breitband-Pläne des Kreises? Landrat Robert Fischbach hat zwar registriert, dass die Aktivitäten der bekannten großen Anbieter schneller Internet-Verbindungen wie Telekom, Vodafone oder Unitymedia seit Bekanntwerden der Breitband-Pläne des Kreises gestiegen sind. Er hält die eigenen Kabelpläne, die Breitband GmbH will auf Glasfaser-Technik setzen, aber für die Zukunftstechnologie. „LTE ist sicherlich für Handynutzer, die mobil ins Netz wollen, eine Lösung. Von daher wird es beides, Glasfasertechnik und LTE per Funk nebeneinander geben“, sagt Fischbach.

Bis zur Sommerpause rechnet Fischbach, was die Breitband GmbH angeht, mit Entscheidungen darüber, mit welchem Partner das Unternehmen den Netzausbau im Kreis angehen will. Gänzlich offen ist jedoch, wann Stadtallendorf in den Genuss des Netzausbaues kommen wird.

Dazu will Fischbach derzeit keine Prognosen abgeben. „Ich rechne immer noch damit, dass wir in den nächsten drei Jahren das Kreisgebiet flächendeckend versorgen werden“, sagt der Landrat.

LTE ideal für Nutzer ohne eine Alternative

Auch für den Gebrauch daheim lässt sich LTE mit Zusatzgeräten nutzen. Für wen lohnt sich die Funktechnologie LTE? Die OP stellte diese Frage an die Verbraucherzentrale. „Ideal ist LTE für denjenigen, der keine andere Möglichkeit hat, an eine schnelle Internetverbindung zu kommen“, sagt Barbara Steinhövel. Sie ist Referentin für das Gebiet Telekommunikation bei der Verbraucherzentrale in Rheinland-Pfalz. Sie weist auf ein generelles Problem bei LTE hin: Je mehr Nutzer in einer Funkzelle von LTE vertreten sind, desto weniger Leistung steht dem einzelnen Internetkunden zur Verfügung.

Außerdem gilt LTE noch als vergleichsweise teures Angebot. So verlangen Anbieter wie Telekom und Vodafone für entsprechende Pakete, bei denen Netzverbindungen von 16 Mbit pro Sekunde angeboten werden, rund 34 Euro. „Mbit“ gibt dabei die Übertragungsgeschwindigkeit von Daten, die Datenübertragungsrate, an.

Wer es ganz schnell braucht, also 100 Mbit pro Sekunde, muss nach Angaben der Verbraucherzentrale etwa 10 Euro mehr monatlich zahlen. „Es gibt allerdings eine klare Tendenz zu Preissenkungen“, sagt Barbara Steinhövel. Sie weißt auch auf das Manko hin, dass LTE-Anbieter die monatlichen Datenmengen bei dieser ja eigentlich für den Mobilfunk gedachten Technik begrenzen. Ab einer bestimmten Datenmenge wird gedrosselt.

Expertin favorisiert Glasfasertechnik

Steinhövel hält bei Internet-Verbindungen für daheim oder für Unternehmen nach wie vor das Glasfaserkabel für die Zukunftstechnologie. Doch sie weiß auch um die hohen Kosten, die für Unternehmen mit dem Ausbau der Glasfasernetze verbunden sind. Laut Telekom-Sprecher McKinney machen die Erdarbeiten mit rund 70 Prozent den höchsten Kostenanteil pro verlegtem Meter Glasfaserkabel aus. Nicht umsonst rechnet die Breitband GmbH des Kreises auch mit Investitionen von rund 45 Millionen Euro. Doch Landrat Fischbach ist auch klar: „Der Markt, auf dem wir uns bewegen werden, wird umkämpft sein. Wir werden bei den Kunden im Kreis für unser Angebot auch werben müssen.“

von Michael Rinde

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