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Andere Welt entpuppt sich als Albtraum

Musical "Coraline" Andere Welt entpuppt sich als Albtraum

Schwungvoll, skurril, spritzig und voller Ideen: Vor ausverkauftem Haus begeisterten die Schüler der Alfred-Wegener-Schule (AWS) am Freitagabend das Publikum mit dem Musical "Coraline".

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Hinter der geheimnisvollen Tür erwartet Coraline (vorne Sira-Marie Käpple) eine andere Welt, die von phantastischen Wesen bevölkert wird.Foto: Karin Waldhüter

Kirchhain. Lange Schlangen vor dem Eingang und alle Karten für die Premierenvorstellung bereits im Vorverkauf weg: Es hat sich herumgesprochen, dass die Musik-Theaterproduktionen an der Alfred-Wegener-Schule immer ganz besonders sind. Die zweieinhalbstündige Aufführung, angelehnt an die Fantasy-Horror-Novelle von Neil Gaiman, bot eine spannende Mischung aus Märchenelementen, Abenteuergeschichte und Gruselstück. Das 22-köpfige Ensemble des Musikleistungskurses 13 (The Groovy Bottom Blues Band) und 24 Schüler des Kurses Darstellendes Spiel 13, sowie eine für dieses Musical formierte sechsköpfige Tanz-Crew, hatten komponiert, Songs geschrieben, Szenen und Choreographien entwickelt, Texte entworfen und Ideen für ein Bühnenbild gesammelt.

Bereits vor einem Jahr hatten die Planungen zu dem Stück begonnen. Am Ende sprach das Ergebnis dieses Mammutprojekts für sich: Nicht enden wollender Applaus und restlos begeisterte Zuschauer feierten die Schüler minutenlang in der Aula. Das Leitungsteam mit Silke Trux (Darstellendes Spiel), Torsten Mihr, Anna Keßler (leiten gemeinsam den Musik-LK), Isabel Heßberger und Nicole Klambauer (Choreographie/Tanz), Steffen Wutzke und Benni Graf (Technik) erwies sich als Erfolgsgarant in Sachen Theater, Musik und Tanz. Dabei führten die Schüler das Publikum von einer brillanten Szene zur nächsten, initiierten dabei auf der Bühne zum Beispiel eine bunte Zirkuswelt, zeigten fetzige Tänze und stellten sich die Frage, ob wirklich immer alle Wünsche wahr werden müssen.

Lieder wie der hektische „Keine-Zeit-Song“, dem lauten und dissonanten „Böse-Mutter-Song“ oder der sehnsuchtsvolle „Ohne-Euch-Song“ entwickelten ihren ganz eigenen Charme. „Die Schüler sind über sich hinaus gewachsen. Es ist spürbar, dass sie gut aufeinander eingespielt sind“ erklärte Silke Trux in der Pause zufrieden. „Die Schüler haben viele Ideen und ihre Talente mitgebracht“, ergänzt Nicole Klambauer. Sie hatte gemeinsam mit Isabel Heßberger und sechs Schülerinnen der Mittelstufe die Choreographien entwickelt und eingeübt. Zum Stück: „Manche Türen sollten nie wieder geöffnet werden“, warnt Frau Noboton, überzeugend Paula Sophie Kurz als Großmutter, gleich zu Beginn. Seit „Coraline“, wunderbar dargestellt von Sira-Marie Käpple, mit ihren vielbeschäftigten Eltern (David Firsching und Laura Trier) in ein altertümliches Haus gezogen ist, fühlt sie sich allein. Während eines gestörten Nachtschlafes lockt sie das Karowesen (Eva Pikowski) durch eine geheimnisvolle Tür. Auf der anderen Seite erwarten sie überschwänglich die „anderen Eltern“ (Fabian Droß und die herrlich böse Alexa Gnauck), die sie liebevoll begrüßen. Es gibt eine tolle Zirkusvorstellung und leckeres Essen, doch die anderen Eltern tragen statt Augen Knöpfe im Gesicht. Und auch das vorwitzige Nachbarskind Whybie (erfrischend Julia Herz) ist in der anderen Welt ein stummes Wesen. Während Mr. Bobinski (Enes-Kaan Üngör) die Wesen für die andere Welt erschafft, erweist sich diese für Coraline als Albtraum. Eine schwarze Katze (Fatlume Avdija) begleitet Coraline auf ihrer Reise in die andere Welt. Mehr sei hier nicht verraten. Denn es gibt noch weitere Aufführungen.

Ästhetisch-surrealer Höhepunkte sind die Eingangs- und Schlussszenen, als im Schwarzlicht die Knopfaugen von unsichtbarer Hand angenäht werden. Ein besonderer Hingucker ist das auf zwei Ebenen ausgelegte Bühnenbild.

Erst am Nachmittag war der AWS von Staatssekretär Dr. Manuel Lösel in Frankfurt der Titel „Schule mit Schwerpunkt Musik“, verliehen worden. „Jetzt wissen sie, warum“, sagte Schulleiter Hartmut Bosse mit Blick auf die Darsteller. Weitere Vorstellungen folgen jeweils um 20 Uhr am Donnerstag, Freitag und Samstag in der Aula der AWS.

von Karin Waldhüter

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