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An Vollsperrung führt kein Weg vorbei

Mehrmonatige Baustelle an Kirchhains Stadteingang Süd An Vollsperrung führt kein Weg vorbei

Kirchhain bekommt in diesem und im kommenden Jahr einen einladenden Stadteingang Süd. Das Bauprojekt Kreisverkehr-Amöneburger-Tor-Untergasse wird seit Jahren herbei gesehnt, birgt aber auch Probleme.

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Die Straßenecke gegenüber der Gänseburg wird durch eine Grünanlage aufgewertet. Die Straßenplaner schlagen für diesen Bereich zudem eine Sitzgruppe vor.

Kirchhain. Das wurde am Dienstagabend während einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse Wirtschaft und Verkehr sowie Bau und Planung im Bürgerhaus deutlich. Die Probleme sind:

n Die Anlieger in der Untergasse und im innerörtlichen Teil der Straße Am Amöneburger Tor müssen 50 Prozent der Baukosten tragen. n Die von Kirchhains Bauamtsleiter Volker Dornseif auf acht Monate veranschlagten Bauarbeiten müssen unter Vollsperrung erfolgen. Eine halbseitige Sperrung ist nicht möglich, da die dazu erforderliche Straßenbreite von 8,46 Meter mit 6 Meter beziehungsweise 5,50 Meter deutlich unterschritten wird. n Eine vollständige Abriegelung der Stadt aus Richtung Süden über einen so langen Zeitraum befördert aus Sicht von Hannelore Wachtel die Verödung der Innenstadt. Die Vorsitzende des Verkehrsvereins sprach vor dem Ausschüssen für den Einzelhandel. Die Innenstadt habe durch den Bau der Herkules-Markts bereits 30 Prozent Publikumsfrequenz verloren. Einzelhändler, deren Betriebe auf der Kippe stünden, würden eine mehrmonatige Sperrung nicht überleben, prophezeite sie. n Die Zeit drängt, denn um Fördergelder für das größte Kirchhainer Investitionsprojekt des Jahres zu bekommen, muss die Förderung bis zum 15. März beantragt sein. Die Planung Ein Vertreter des Ingenieurbüros Gringel stellte die aktuelle Planung vor. Vom Lego-Kreisel bis zum Ortsschild wird die Straße Am Amöneburger Tor und der parallel verlaufende Radweg grundhaft erneuert. Das bedeutet: Alle Schichten inklusive Frostschutz werden entfernt und erneuert. Ab dem Ortsschild haben die Planer den gemeinsamen Auftrag der Anwohner und der Stadt umzusetzen, den Verkehrfluss durch Einbauten gleichzeitig zu bremsen und flüssig zu halten und die Fahrbahn so zu dimensionieren, dass Begegnungen zwischen Bus und Lkw möglich sind. Die ersten Einbauten sollen gleich hinter dem Ortsschild erfolgen. Die Planer schlagen vier Varianten vor: n Variante 1: Eine Verkehrsinsel in der Straßenmitte , die laut Planer die Pkw-Fahrer kaum bremsen wird. n Variante 2: Eine Verkehrsinsel mit dahinter folgender Fußgänger-Insel als Querungshilfe für Fußgänger. n Variante 3: Eine Verkehrsinsel mit Richtung Stadt einseitiger Verschwenkung nach rechts. Nachteil: Der Verkehr stadtauswärts wird durch diesen Einbau nicht beeinträchtigt. n Variante 4: Einbau eines überfahrbaren Minikreisels mit einem Durchmesser von 20 Metern. Ein Ring aus sechs Zentimeter hohen Bordsteinen soll Pkw-Fahrer am Überfahren des Kreisels hindern. Die Planer halten den Minikreisel für die beste Lösung, auch wenn an dieser Stelle nur die Zufahrt zu einem Parkplatz und einem Getränkemarkt abzweigt. Die farbliche Gestaltung der Fahrbahn in Einmündungsbereiche von Nebenstraßen und weitere Querungshilfen sollen bis zum Ausbauende am Alten Amtsgericht den Verkehr zügeln. Für die Sicherheit der Fußgänger wird der südliche Gehweg der Untergasse auf 1,50 Meter Breite ausgebaut. In der Engstelle der Untergasse ist das auf der Nordseite nicht möglich. Hier wird es den Bürgersteig-Ausbau erst ab der Einmündung Weinberg geben. Streitpunkt Minikreisel Die durch mehrere Grünflächen aufgewertete Gestaltung der Straße stieß bei den unter Vorsitz von Professor Erhard Mörschel (CDU) und Karl-Heinz Geil (SPD) tagenden Ausschussmitgliedern bei den Mitgliedern auf Zustimmung. Kritik gab es jedoch insbesondere aus Reihen der SPD an dem Minikreisel. Klaus Weber bezeichnete diesen als die schlechteste der vier Varianten, weil der Kreisverkehr für Autofahrer nicht erkennbar sei. Besser wäre ein durch Bepflanzung oder ein Kunstwerk von weitem sichtbarer Fahrbahnteiler. Barbara Hesse verwies auf die Kostenfrage: „Wenn Kreisel günstig wären, hätten wir in Kirchhain mehr davon.“ Hans-Heinrich Thielemann bezeichnete die kleinen Kreisel als gefährlich. Er sei im Kreisel am Steinweg schon dreimal überholt werden. Und Karl-Heinz Geil sah keinen Grund für ein solch aufwändiges Bauwerk. „Kreisel sind erforderlich, wenn gleichberechtigte Straßen aufeinandertreffen oder wenn es sich um eine verkehrswichtige Kreuzung handelt. Beides ist nicht der Fall.Reiner Nau (Bündnis 90/ Die Grünen) warb dafür, die Diskussion um den Minikreisel emotionslos zu führen. Wichtig sei, dass für die Fußgänger genügend Querungshilfen gebaut würden. Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) stellte klar, dass die Geschwindgkeitsreduzierung auf den genannten Straßen nur durch Einbauten möglich seien. Die Stadt habe nicht die Befugnis, Tempo-30-Schilder an der Ortsdurchfahrt aufzustellen. Angelika Aschenbrenner (FDP) und Olaf Hausmann (SPD) richteten den Fokus auf die Kostenfrage. Die Verwaltung konnte die Mehrkosten für einen Minikreisel gegenüber einem Fahrbahnteiler nicht exakt beziffern. Sie werde die Zahlen bei der Sitzung des Bauausschusses am 31. März vorlegen, kündigte Volker Dornseif an. Noch keine Abstimmung Auf Vorschlag von Angelika Aschenbrenner beauftragten die Ausschüsse den Magistrat dazu, den Förderantrag zunächst für die teuerste Variante fristgerecht zu stellen, um dann gegebenenfalls den Betrag zu reduzieren. Eine förmliche Abstimmung gab es nicht. Diese stehe nicht auf der Tagesordnung. Zudem hätten die Fraktionen noch Beratungsbedarf, erklärte dazu der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Pöppler. Zwei Bauphasen? Wie lässt sich der Schaden für den Kirchhainer Einzelhandel möglichst gering halten? Dazu gab es zwei Vorschläge, die beide in die gleiche Richtung zielten. Bürgermeister Jochen Kirchner schlug vor, währen der dreimonatigen Umbauarbeiten am Lego-Kreisel durch Hessen-Mobil ab den Sommerferien auch in der Untergasse zu beginnen und die Bauarbeiten synchron mit Hessen Mobil einzustellen. Damit wäre Kirchhain in den umsatzstärksten Monaten ab Oktober wieder aus Richtung Süden erreichbar. Der zweite Bauabschnitt sollte ab dem Sommerferien 2015 beginnen. Reiner Nau verfolgte die gleiche Idee, schlug aber vor, sich zunächst vom Lego-Kreis Richtung Stadt vorzuarbeiten.Was wird mit den Landwirten während der Ernte? Diese Sorge trieb Peter Emmerich (CDU) und den Ersten Stadtrat Dietmar Menz ( CDU) um. Die Hallen von Raiffeisen und der Firma Roth müssen erreichbar sei. Während der Bauphase dürften landwirtschaftliche Fahrzeuge die Schnellstraße benutzen, habe Hessen Mobil signalisiert, erklärte Dornseif.

von Matthias Mayer

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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