Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Amphibientunnel für den Kammmolch

Geschützte Arten vermehren sich im Emsdorfer FFH-Gebiet Amphibientunnel für den Kammmolch

Beim Thema FFH-Gebiet denkt man in Kirchhain an das direkt vor der Stadt liegende Schutzgebiet Wohra-Aue. Meike Bonsa rückte in einem Sachstandsbericht das weniger bekannte FFH-Gebiet Kuhteiche in den Fokus.

Voriger Artikel
Amöneburger Stadtgebiet bleibt frei von Blitzersäulen
Nächster Artikel
Behinderte finden Hilfe an einem Ort

Das FFH-Gebiet Kuhteiche liegt südwestlich von Emsdorf oberhalb der Kreisstraße 14. Zwei Amphibien-Tunnel unter der neuen Straße sollen die Kammmolche, Laubfrösche und andere
Froscharten auf Wanderschaft vor dem Auto-Tod schützen (kleines Foto). Fotos: Matthias Mayer

Emsdorf. Die Entdeckung einer kleinen Kammmolch-Population an den südwestlich von Emsdorf gelegenen Kuhteichen gab den Anstoß für die Umwandlung der ehemaligen Fischteiche in ein 18 Hektar großes FFH-Schutzgebiet. Wie Meike Bonsa vor dem Ausschuss für Umwelt und Soziales berichtete, hat sich die Population dieser durch die Autobahn 49 über die Grenzen Deutschlands berühmt gewordenen Molchart unter den Schutzbedingungen des FFH-Gebiets erheblich verbessert. Die Zählungen hätten einen Anstieg von unter 50 auf mehr als 1000 Kammmolche ergeben, sagte die Technikerin, die im Stadtbauamt für Grünflächen, Spielplätze und Gewässer zuständig ist. Zudem habe sich auch die Laubfrosch-Population erfreulich entwickelt. Der Kammmolch finde nicht nur in und an den Teichen Lebensraum, sondern auch im benachbarten und zum Schutzgebiet gehörenden Hainsimsen-Buchenwald, der mit seinem Totholz Rückzugsräume böte. Kammmolch und Laubfrosch sind in dem Schutzgebiet natürlich nicht allein. Mehr als 1000 Erdkröten und Teichmolche, mehr als 2000 Bergmolche, etwa 500 Teichfrösche und 23 Libellenarten wurden dort nachgewiesen. Selbst ein dunkler blauschwarzer Wiesenkopf-Ameisenbläuling wurde dort einmal gesichtet - jener Geselle, der bei der A-49-Trassenplanung bei Homberg/Ohm eine tragende Rolle spielte. Dieser kleine Falter ist ein Spezialist, lebt ausschließlich von den Blüten des Wiesenknopfs, der auch wiederum ein Spezialist ist und ausschließlich auf nährstoffarmen und wechselfeuchten Wiesen gedeiht. Zum Schutze der Natur musste an den Kuhteichen Natur weichen, wie Meike Bonsa berichtete. Weil sie die Teiche zu sehr beschatteten, seien einige Nadelbäume gefällt worden. Und weil sie sich so aggressiv verbreitete, rückte Hessen-Forst einer außereuropäischen Knöterich-Art bis an die Wurzeln zu Leibe und setzte dafür sogar Teichfolie ein, so Meike Bonsa. Auch Kunstbauten aus Stahl und Beton sichern das Leben der Amphibien. Unter der neue Kreisstraße 14 entstanden zwei Amphibientunnel.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr