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Amöneburgs Bürgerbus erntet neidische Blicke

Mobilität Amöneburgs Bürgerbus erntet neidische Blicke

Im Durchschnitt nutzen fünf Menschen den Amöneburger Bürgerbus. Das mag wenig klingen, sei aber für den Anfang ganz gut, befindet Fahrerin Elisabeth Grün und betont, dass die Bürger erst Vertrauen fassen müssten.

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Elisabeth Grün (von links), Peter Hörl, Michael Plettenberg, Burkhard Wachtel, der Seniorenbeauftragte der Stadt, und Hildegard Kräling präsentieren den neu gestalteten Bürgerbus.Foto: Lerchbacher

Amöneburg. Immer montags (nicht an Feiertagen) steuern ehrenamtliche Fahrer einen Bürgerbus von Amöneburg über Rüdigheim nach Schweinsberg, dann nach Erfurtshausen, Mardorf und Roßdorf, wieder raus aus dem Stadtgebiet nach Rauischholzhausen und Kirchhain, ehe es zurück in die Kernstadt geht. Mit drei Touren im Abstand von 75 Minuten ging es los - inzwischen hängen die Fahrer aber direkt an die dritte noch eine vierte Rundreise durch das Amöneburger Stadtgebiet an, bei denen aber die Zwischenstopps Rauischholzhausen und Kirchhain entfallen. „Im Fahrbetrieb hat sich ergeben, dass die dritte Runde nicht reicht, sondern die Bürger noch eine weitere Fahrt benötigen, damit auch ihr Rückweg gesichert ist“, berichtet Peter Hörl, einer von sieben Ehrenamtlern hinterm Steuer.

„Man könnte das natürlich noch weiterspinnen, dass auch die vierte Runde nicht reicht und eine fünfte her muss - aber so weit wollen wir noch nicht gehen“, kommentiert Bürgermeister Michael Plettenberg und ist sich mit Hildegard Kräling, der Vorsitzenden des Seniorenbeirates einig, dass die Anpassung noch nicht die letzte gewesen sei.

Willi Ried macht Bürgerbus seniorenfreundlicher

Besonders an den Arzt- beziehungsweise Apothekenstandorten in den Nachbargemeinden fielen immer wieder neidische Blicke auf den dank großer Schriftzüge auch als solchen erkenntlichen Amöneburger Bürgerbus, sagt Hörl und ergänzt: „Ein solches Projekt wünschen sich scheinbar viele Menschen.“

Dass noch nicht allzu viele Bürger das Angebot nutzen, ist für die Stadt keine Enttäuschung. Für den Anfang sei die Resonanz in Ordnung, sagt Plettenberg. Bisher seien es vornehmlich Seniorinnen, die mitfahren - und endlich eine Alternative zum Selberfahren gefunden hätten, erklärt Elisabeth Grün. Und Hörl ist sich sicher, dass mehr Menschen Bürgerbus fahren werden, wenn das Wetter besser wird. Die beiden Fahrer stellen zudem das Engagement ihres Mitstreiters Willi Ried heraus: Dieser habe dafür gesorgt, dass der Bürgerbus durch eine Trittstufe und einen Haltegriff seniorenfreundlicher werde.

Im April stehen weitere Gespräche an. Im Mai - nach Ablauf von sechs Monaten selbst initiierter Probezeit - will der Magistrat dann aller Voraussicht nach einen Antrag in der Stadtverordnetenversammlung auf Fortführung des Projektes einbringen.

Wahrscheinlich fährt der Bürgerbus dann auch die Mittagstische im Stadtgebiet an - das zumindest ist eine Idee der Fahrer, die selbige aber noch nicht ausgearbeitet haben. Und eins sei auf ihren Wunsch hin noch einmal betont: Das Mitfahren mit dem Amöneburger Bürgerbus ist kostenlos - gegen Spenden hat aber keiner von ihnen etwas einzuwenden.

Weitere Informationen beziehungsweise Kontakt zum Projekt: Burkhard Wachtel, E-Mail b.wachtel@amoeneburg.de, Telefon 06422/929518.

von Florian Lerchbacher

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