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Amöneburger würdigen ihren Patron

Martinsmarkt Amöneburger würdigen ihren Patron

Traditionell einen Abend vor dem Martinstag wird in Amöneburg der Martinsmarkt gefeiert. Bei milden Temperaturen zogen große und kleine Besucher durch die Altstadt.

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Das Karussell auf dem Marktplatz war für die Kinder ein Anziehungspunkt, zumal es dank der Vereinsgemeinschaft kostenlos fuhr.

Quelle: Karin Waldhüter

Amöneburg. „Ein bisschen so wie Martin, so möcht ich einmal sein“, sang die Kinderchorgemeinschaft Amöneburg-Rüdigheim, unter der Leitung von Christine Ehrlich und Dr. Paul Lang, mit hellwachen Augen und schönen Kinderstimmen, die anrührten und zu Herzen gingen.

Mit einer Andacht und einer szenischen Darstellung aus dem Leben des heiligen St. Martin beginnt alljährlich der Martinsmarkt stimmungsvoll in der Stiftskirche. „St. Martin war ein Mensch, der mit Gott verbunden war und einen Blick für Menschen hatte, denen es schlecht ging“, beschreibt Pfarrer Marcus Vogler kindgerecht die Botschaft des heiligen St. Martin und die Kinderchorgemeinschaft erinnerte in Liedern und szenischen Darstellungen an das Leben und Wirken des Heiligen.

Nach der Andacht erwarteten schon die Blaskapelle der Kolpingfamilie Amöneburg und Hannah Biecker als verkleideter St. Martin hoch zu Ross die großen und kleinen Laternen- und Fackelträger, die sich gemeinsam mit den Erwachsenen in einem langen Zug durch die Altstadtgassen in Richtung Marktplatz in Bewegung setzten. Für die Sicherheit sorgte unterwegs die Freiwillige Feuerwehr Amöneburg, die ein besonderes
Auge auf die vielen Fackelträger hatte.

Glühwein und Bratwurstduft, Kinderpunsch Zuckerbrezeln und die blinkenden Lichter des Kinderkarussells erwarteten die Besucher derweil auf dem Marktplatz. Rund 280 süße Brezeln verteilten die Mitglieder von Magistrat und Ortsbeirat an die jungen Besucher. Gemeinsam mit der Stadt Amöneburg war in diesem Jahr erstmals die Vereinsgemeinschaft Mitveranstalter des traditionsreichen Martinsmarktes zu Ehren des Amöneburger Stadtpatrons.
Das Fest habe sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr zu einer Veranstaltung der Ortsvereine entwickelt, so dass es sehr vorausschauend gewesen sei, dass der Heimat- und Verkehrsverein die Veranstaltung abgegeben und damit auf breitere Schultern gelegt habe, erläuterte Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg in seiner Ansprache.

Lebendiges Sankt-Martins-Prinzip

Dem Heimat- und Verkehrsverein und seinem Vorsitzenden Günter Graff sprach er für die langjährige erfolgreiche Ausrichtung seinen Dank aus. St. Martin erinnere immer wieder aufs Neue daran, dass es auch Aufgabe einer Gesellschaft sei, an andere zu denken, an Menschen, denen es nicht so gut gehe. In diesen Zeiten sehe sich das Land mit besonderen Herausforderungen konfrontiert und viele Familien verließen ihre Heimat, um ein neues Zuhause in Deutschland und vielleicht auch in Amöneburg zu finden.

„Das Wort Flüchtlingskrise gefällt mir gar nicht, denn es beschreibt die Umstände unzutreffend“, so das Stadtoberhaupt. Vielleicht gebe es eine politische Flüchtlingskrise, die durch unsolidarisches Verhalten innerhalb der EU geprägt sei. „Unsere Bürgergesellschaft befindet sich aber nicht in einer Krise. Im Gegenteil, es ist wundervoll, an so vielen Stellen in unserer Gesellschaft zu erleben, wie gerade in dieser Zeit das Sankt-Martins-Prinzip anstatt des Sankt-Florians-Prinzips das Denken und Handeln von Menschen bestimmt“, so Richter Plettenberg.

„Es ist für uns wichtig, dass heute die Kinder im Mittelpunkt stehen“, erklärte der Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft Amöneburg Herbert Fischer. Auch er würdigte dabei das jahrzehntelange Engagement des Heimat- und Verschönerungsvereins und seinen Stellvertreter Felix Schmitz, der im Vorfeld alle wesentlichen organisatorischen Absprachen mit den Beteiligten getroffen hatte. Die Vereinsgemeinschaft hatte die Kosten für das Karussell übernommen, so dass jedes Kind ohne zu bezahlen fahren konnte. Auf dem Marktplatz spielte die Blaskapelle der Kolpingfamilie.

von Karin Waldhüter

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