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Amöneburger schlagen Weg Richtung Tankstelle ein

Stadtparlament Amöneburger schlagen Weg Richtung Tankstelle ein

Die erste Hürde hat die Marburger Firma „Knies & Lagotka“ auf dem Weg zum Bau einer Tankstelle am Fuß des Amöneburger Basaltkegels genommen - nur von der SPD kam ordentlich Gegenwind.

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Was für ein Zufall: Während die Amöneburger über den Bau einer Tankstelle diskutieren, gibt es bei den Schlossfestspielen „Die Drei von der Tankstelle“ zu sehen. Das Werbeplakat steht rechts der Kreisstraße, die Tankstelle soll links davon gebaut werden.

Quelle: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Nach ausführlichen Diskussionen in den Ausschüssen und im Amöneburger Ortsbeirat sowie einem schriftlichen Einwand aus dem Regierungspräsidium (die OP berichtete) meldeten sich während der Stadtverordnetenversammlung vornehmlich die Gegner der geplanten Tankstelle am Amöneburger Kreisel zu Wort. Wortführer war diesmal nicht Winfried Kaul (SPD), sondern Fraktionskollege und Namensvetter Winfried Nau. Er kritisierte insbesondere die Lage - und erinnerte an die Vorgeschichte: Die Stadt sei zweimal mit dem Versuch, in dem Gebiet eine Tankstelle zu errichten, vor Gericht gescheitert - und die Veränderungen im Vergleich zu den alten Plänen seien nur gering. Nau stört sich vor allem an dem Eingriff in die Natur und des Naturbildes, das zerstört werde.

Nau: Bedarf für Tankstelle nicht gegeben

Noch dazu sieht er den Bedarf für eine Tankstelle links der Kreisstraße, die den Berg hinaufführt, nicht gegeben: „Vor allem nicht, wenn der geplante Autohof zwischen Stadtallendorf und Neustadt fertig ist“, mahnte der Sozialdemokrat und fragte: „Wollen wir wirklich die letzte grüne Seite des Basaltkegels besiedeln?“

Nun, für die Stadtverordneten ist die Antwort klar - zumindest für die von CDU, FWG und Sefa Elmaci, der als einziges Mitglieder der SPD für die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans stimmte. Jan-Gernot Wichert riet Nau, sich einmal an den Kreisel zu stellen und den Blick hinauf Richtung Berg wandern zu lassen. Wer die Stadt sehe, werde von dem „kleinen Teil links der Straße“ abgelenkt - sprich: er glaubt nicht daran, dass eine Tankstelle dem Betrachter ins Auge stechen würde. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion widmete sich auch ganz kurz noch einmal dem Schreiben des Regierungspräsidiums. Er halte es für sinnlos, zum jetzigen Zeitpunkt - also weit vor Offenlegung der Pläne - die Einwände von Behörden zu analysieren. „Ob der Bau der Tankstelle gelingt, werden wir sehen. Wir werden das aber nie erfahren, wenn wir es erst gar nicht probieren.“

Daumen hoch für die Veränderungssperre

Ebenfalls nicht unumstritten war das Thema Marktplatz. Die Stadt will eine zwei Jahre geltende Veränderungssperre einführen, damit Bürger ausschließlich mit Genehmigung aus Geschäften Wohnräume machen dürfen (die OP berichtete). Hintergrund ist das Gastronomie-„Sterben“ am zentralen und vor allem idyllischen Platz mitten in der Kernstadt. „Der Marktplatz ist ein Standort, an dem wichtig ist, dass dort Leben herrscht“, betonte Kaul und freute sich, dass die Stadt sich verantwortlich fühle für die Marktplatz-Entwicklung. Es sei aber unumgänglich, die betroffenen Bürger - die im Fall der Fälle Pächter oder Betreiber für die Lokale finden müssten - in die Zukunftsplanungen einzubinden.

„Gut, dass wir uns um den Marktplatz sorgen“, kommentierte Karl Jennemann (FWG) und hob hervor, dass es in seiner Fraktion sehr unterschiedliche Ansichten gebe. Viele seiner Mitstreiter würden in der Veränderungssperre einen zu starken Eingriff in das Eigentumsrecht der Menschen sehen. Und so stimmten drei FWGler gegen den Zusatz zur Bauleitplanung, ein Mitglied enthielt sich. Insgesamt segneten die Stadtverordneten den Magistratsantrag jedoch mit großer Mehrheit ab.

von Florian Lerchbacher

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