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Amöneburger appellieren an Vernunft der Nachbarn

Aldi-Zwist Amöneburger appellieren an Vernunft der Nachbarn

In die juristischen Belange wollen sich Amöneburgs Stadtverordnete beim Streit um den Aldi-Markt nicht einmischen - aber sie fürchten um die guten nachbarlichen Beziehungen zur Stadt Homberg.

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Stadtverordnetenvorsteher Dr. Stefan Heck (von links), Winfried Kaul (SPD), Peter Greib (AWG), Jan-Gernot Wichert (CDU), Rudi Rhiel (FWG) und Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg hoffen, über die menschliche Ebene dem juristischen Streit entgegenwirken zu können.Foto: Lerchbacher

Mardorf. Über einen Monat dauert der Streit der Städte Amöneburg und Homberg über den Ausbau des Aldi-Marktes Mardorf bereits an - nun hoffen Amöneburgs Stadtverordnete, mit einem „Appell an die Vernunft“ zur Beilegung beizutragen. „Wenn die Streitigkeiten weiterverfolgt werden, könnte das gute Miteinander der beiden Städte ernsthaften Schaden nehmen“, betonte CDU-Vorsitzender Jan-Gernot Wichert, der die Resolution gemeinsam mit seinen Amtskollegen von SPD, FWG und AWG unterzeichnete.

„Wir wollen als ehrenamtliche Politiker natürlich immer das Beste für unsere Stadt herausholen - aber auch die guten nachbarschaftlichen Beziehungen liegen uns sehr am Herzen“, ergänzte Winfried Kaul (SPD) und lobte Wichert und den Magistrat, dass sie im Appell die inhaltliche Seite hervorheben - und nicht die juristische.

Mardorfer fürchten um ihre Nahversorgung

Die Stadtverordneten bitten die Stadt Homberg, den Widerspruch gegen die Baugenehmigung zur Erweiterung des Aldi-­Marktes in Mardorf zurückzunehmen. „Schließlich ist zu fragen, was Ziel der juristischen Auseinandersetzung sein soll: Die Rückkehr von Aldi nach Homberg? Die Verhinderung der Erweiterung des Aldi-Marktes in Mardorf?“, fragen sie in ihrem Schreiben.

Für Hombergs Bürgermeister Bela Dören geht es ums Prinzip, wie er vor etwas über einem Monat gegenüber dieser Zeitung erklärte - eine Vergrößerung über die üblichen 800 Quadratmeter sei nicht zulässig. Seine Verhandlungen mit Aldi waren gescheitert, woraufhin sich der Discounter aus der Stadt zurückzog. Hätte der Konzern dort neu bauen dürfen, wäre der Markt in Mardorf geschlossen worden.

Dass die Amöneburger nun an die Vernunft appellieren, resultiert aus ihrer Einschätzung der Einkaufslage: Für Homberg seien die Folgen der Aldi-Schließung relativ gering, da die Stadt über eine „breitgefächerte und umfangreiche Nahversorgung“ mit Supermärkten und einem Discounter verfüge. Wäre der Markt in Mardorf geschlossen, hätte Amöneburg keinen Discounter mehr - und der Stadtteil keine „ortsnahe Versorgung“. „Die Auswirkungen für die Bürger wären weitaus gravierender gewesen“, betonen die Stadtverordneten.

Der juristische Weg würde jedenfalls die „gutnachbarschaftlichen Beziehungen“ empfindlich stören und dafür sorgen, dass die Motivation zur Zusammenarbeit sinke, sagen sie. Aus diesem Grund bitten sie die Fraktionen und den Magistrat der Stadt Homberg, den „Weg der Vernunft zu beschreiten und in gedeihlicher Zusammenarbeit die Fragen der Gegenwart und der Zukunft zu diskutieren und zu lösen und nicht Juristen über das Mit- oder Gegeneinander der Menschen“ in den beiden Städten entscheiden zu lassen.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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