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Die Wesen des blauen Planeten

Schulmusical Die Wesen des blauen Planeten

Nächste Woche führen 105 Grundschüler das ­eigens für sie geschriebene Musical „Leandra und die Wesen des blauen ­Planeten“ auf.

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Bei der ersten Kostümprobe im Bürgerhaus neben der Turnhalle der St.-Martin-Schule, in der das Musical aufgeführt wird, bewunderten die Kinder, was sie tragen dürfen.

Quelle: Freya Altmüller

Mardorf. „Ich flieg‘ an einen anderen Ort, vielleicht ist es ja besser dort“, singen die beiden Paradiesvögel. Die Schülerinnen Celia und Talina tragen dreilagige bunte Tüllröcke und Federboas um den Hals und die Hüfte. Als Paradiesvögel beklagen sie den Zustand, in dem die Erde sich befindet. Sie wurden Zeuge, wie ein Containerschiff Müll ins Meer geschüttet und Öl verloren hat. Die Delfine konnten sich danach nicht mehr bewegen. Deshalb wollen sie sehen, ob es an anderen Orten auf der Erde besser aussieht.

Alle Grundschüler sind an der Aufführung beteiligt

Zum 20-jährigen Namensfest der St.-Martin-Schule und zum 20-jährigen Bestehen des Fördervereins erarbeiteten 105 Grundschüler ein eigens dafür geschriebenes Musical. Komponiert wurde es von dem Bassisten Werner Eismann, der in der Band „Softeis“ spielt, dem bekannten Jazzgitarristen Michael Sagmeister und Antonella D‘Orio. Die Sängerin führt auch Regie, gemeinsam mit der Künstlerin Inge Eismann-Nolte. Auch um Kostüme und Bühnenbild kümmerte sie sich, unter Mithilfe von Schülern der Kunst-AG.

Umweltschutz ist ein weltweites Problem, deshalb haben die Urheber in das Musical unterschiedlichste Musikstile einfließen lassen, aus Afrika, Brasilien und Asien. Die Arbeiten an dem Stück haben erst vor zwei Monaten begonnen, sagt die Sängerin, die auch selbst einen Auftritt als Fee Leandra haben wird. In der kommenden Woche stehe für die Schüler eine Projektwoche an, in der täglich geprobt wird. Sechs Solistinnen gibt es, dazu einen Chor in wechselnder Zusammensetzung. Denn auch kleinere Rollen, wie Arbeiter und „Geldwinker“, die mit Geldscheinen winken, besetzen die Kinder.

„Mein Konto wächst, ich werde reich“, freut sich der Manager in jeder Szene, wenn er Profit wittert. Zum Beispiel, weil er Pestizide versprüht oder Bäume fällt. „Ohje, ohje“, klagt dann der Chor. „Eine Stimme aus dem Off erklärt dann, was so passiert auf der Welt“, sagt D‘Orio. Aber sie verrät schon mal, dass das Musical ein gutes Ende nimmt, weil es Hoffnung gibt.

„Ihr zeigt euch mit Würde und Anmut“, sagt sie zu den Paradiesvögeln, die in Strumpfhosen über den Holzfußboden schweben. Die beiden Mädchen strecken ihre Arme weit aus, die in trichterförmigen Tüllärmeln gehüllt sind. „Ihr seid tolle Vögel“, sagt Mia, die am Rand sitzt. Sie ist eines der „Mädchen“, die es in doppelter Besetzung gibt. Die Neunjährige hat gemeinsam mit Felicia am Ende des Stücks ihren Auftritt. Beide müssen, jeweils an unterschiedlichen Tagen, ganz alleine auf der Bühne stehen.

Auch eine professionelle Lichtshow soll es geben

Als die Musik vom CD-Player einsetzt, läuft Mia in die Mitte der Spielfläche. „Was ist bloß passiert?“, singt die Schülerin und hebt dabei fragend die Arme. „Wir haben das Gefühl verloren.“ Dabei faltet sie ihre Hände über der Brust. Zu ihrem Auftritt hat sie zum Inhalt passende Bewegungen einstudiert. Auch der Text sitzt schon. „Macht und Gier hat auch uns betrogen“ – diese Zeilen spricht die Neunjährige.

„Wir haben ein Casting gemacht, bei dem die Kinder vorsingen mussten“, erklärt Regisseurin Eismann-Nolte. Dabei hätten sie und ihre Kollegin darauf geachtet, dass sich die Kinder gut bewegen können und auch den Mut zeigten, vor so vielen Menschen alleine zu singen. „Du bist hier zentral“, sagt D‘Orio zu Mia. „Deswegen stell‘ dich weiter nach vorne in die Mitte.“ Eismann-Nolte erklärt: „Du stehst später in einem Lichtkegel, deshalb darfst du dich nicht viel bewegen.“ Denn auch eine professionelle Lichtshow erwarte die Zuschauer.

Am Samstag, 11. November, um 14 Uhr und am Sonntag um 15 Uhr wird das Musical „Leandra und die Wesen des blauen Planeten – Gebt gut drauf Acht, was ihr da macht“ aufgeführt. In der Turnhalle der St.-Martin-Schule soll es für Kinder zum Preis von einem, für Erwachsene für vier Euro zu sehen sein. Karten gibt es in der Sparkasse Mardorf oder in der Grundschule unter Telefon: 0 64 29 / 4 43.

von Freya Altmüller

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