Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Wohnhaus im Mühlengrund brennt komplett aus

Großeinsatz der Feuerwehr Wohnhaus im Mühlengrund brennt komplett aus

Am Freitag kam es in den frühen Morgenstunden zu einem der größten Feuerwehreinsätze der vergangenen Jahre im Amöneburger Stadtgebiet: „Über dem Mühlengrund“ stand ein Haus in Flammen.

Voriger Artikel
Wohnhaus brennt vollständig aus
Nächster Artikel
Der Auftakt soll heiß werden

70 Feuerwehrleute bekämpften den Brand „Über dem Mühlengrund“.Fotos: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Erfurtshausen. Rund 70 Einsatzkräfte bekämpften am Ortsrand von Erfurthausen ein heftiges Feuer. Die Kameraden aus dem Amöneburger Stadtgebiet bekamen dabei sogar Unterstützung von Brandschützern aus Kirchhain, Schweinsberg und Homberg. Nach Absprache mit Stadtbrandinspektor Stefan Krähling übernahm Kreisbrandinspektor Lars Schäfer die Einsatzleitung. „Die Zusammenarbeit funktionierte hervorragend - auch über die Kreisgrenze hinweg“, betonte er nach dem stundenlangen Einsatz, der sich aufgrund der Nachlösch- und Aufräumarbeiten für die Feuerwehren Rüdigheim, Erfurtshausen und Roßdorf bis in den Nachmittag hinzog.

Morgens um 5 Uhr hatte sich ein Gast des Hauses auf die Terrasse gesetzt, weil er nicht schlafen konnte - was ausnahmsweise ein Segen war, denn dabei entdeckte er das Feuer. Alle vier Personen, die sich im Gebäude befanden, konnten sich in Sicherheit bringen. Einer erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung und wurde vor Ort von einem Notarzt behandelt.

Herausragende Zusammenarbeit

Das Haus indes war nicht mehr zu retten: Als wenige Minuten nach der Alarmierung die ersten Einsatzkräfte eintrafen, brannte es bereits lichterloh. „Das Haus stand komplett in Vollbrand, der Dachstuhl war schon durchgebrannt“, berichtete Kreisbrandmeister Stephan Schienbein. Entsprechend galt es für die Feuerwehrleute, zunächst von außerhalb des Gebäudes zu agieren. Nach fast zweieinhalb Stunden konnten sie das Haus letztendlich auch betreten und das Feuer von innen bekämpfen, erklärt Schäfer und betont, dass die Wehren aufgrund der Ausmaße des Feuers insgesamt anderthalb Kilometer an Schläuchen verlegen mussten. So konnten sie auf die Wasservorräte vor Ort, eine Fernleitung und die Reserven der beiden Löschfahrzeuge mit Tanks zurückgreifen. „Bei einem Feuer dieser Größe hat man eigentlich nie genügend Wasser. Die Bekämpfung funktioniert nur mit zusätzlichen Tanklöschfahrzeugen - gut, dass Homberg ein neues in Dienst gestellt hat“, ergänzt Krähling und lobt ebenfalls die herausragende Zusammenarbeit.

Wermutstropfen für die Einsatzkräfte: Ein Feuerwehrmann hat sich das Knie verdreht. „Aber das ist harmlos“, betont Krähling. Für den Hauseigentümer sieht die Lage indes ganz anders aus: Am Gebäude seien Risse aufgetreten, berichtet Schäfer: „Wir haben daher die Bauaufsicht informiert. Nun muss ein Statiker kommen und schauen, ob nur der Putz beschädigt wurde oder die Statik des Hauses betroffen ist. Bis dahin ist das Gebäude gesperrt“, ergänzt er und wirft ein: „Ich befürchte aber, dass es sich ohnehin um einen Totalverlust handelt. Die Amöneburger Feuerwehren waren richtig schnell vor Ort und die Löscharbeiten liefen gut - aber es war nichts mehr zu retten. Keine Chance. Innen ist alles ausgebrannt. Ich befürchte, dass es sich auch ohne statische Probleme um einen Totalschaden handelt.“

Nachbarschaft beweist ihre Solidarität

Die Brandursache ist noch unbekannt. Es hätten sich keine Hinweise auf Brandstiftung ergeben, sagt Polizeisprecher Martin Ahlich. Was Grund für das Feuer war, könne erst nächste Woche ermittelt werden. Am Freitag hätten die Experten von der Kriminalpolizei das Haus noch nicht betreten können. Nun sei geplant, bis zur kommenden Woche auf den Gutachter der Versicherung zu warten und dann die Untersuchungen gemeinsam vorzunehmen.

Der nunmehr obdachlose Hauseigentümer kommt wohl bei Nachbarn unter, wie Amöneburgs Bürgermeister Michael Plettenberg auf Nachfrage berichtet. Die Stadt hatte die Erstmeldung dieser Zeitung auf ihrer Facebookseite aufgegriffen und dabei den hervorragenden Zusammenhalt der Nachbarschaft „Über dem Mühlengrund“ herausgestellt - der vor einigen Jahren sogar schon Thema in einer überregionalen Zeitung gewesen war. Schon während der Katastrophe an sich hatte sich die Hilfsbereitschaft gezeigt: Mit Gartenschläuchen ausgerüstete Nachbarn boten ihre Unterstützung an, zudem kümmerten sich die Anwohner um die Versorgung der Geschädigten und der Einsatzkräfte.

von Florian Lerchbacher

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr