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Stadtverordnete stimmen Anbauplänen zu

Anbau Stadtverordnete stimmen Anbauplänen zu

Die Stadtverordneten entsprachen beim Thema "Feuerwehrgerätehaus Roßdorf" dem Wunsch der Einsatzkräfte, endlich voranzukommen und segneten Mehrkosten in Höhe von 50000 Euro ab.

Die Kosten für den Rückbau des Backhauses stehen noch nicht fest.

Quelle: Florian Lerchbacher

Roßdorf. Einfach haben es sich Amöneburgs Stadtverordnete bei ihrer Entscheidung zum Feuerwehrhaus Roßdorf nicht gemacht. Sie hatten in Ausschüssen hin- und herdiskutiert, einen Neubau ins Spiel gebracht, über die Zusammenlegung von Wehren nachgedacht und sogar eine interkommunale Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ebsdorfergrund in Erwägung gezogen. Letztendlich stimmten sie einer Magistratsvorlage und mithin Mehrkosten in Höhe von 50000 Euro, die für den Anbau fällig werden, aber zu.

„Wir hatten durch die gestiegenen Kosten Zwischenvorbehalte“, kommentierte CDU-Chef Jan-Gernot Wichert während der Stadtverordnetenversammlung und betonte, seiner Fraktion sei vorgeworfen worden, sie wolle das Projekt hinauszögern. Das sei aber niemals das Ziel gewesen, stellte er heraus: „Unsere Nachfragen waren berechtigt. Man muss auch anders- und weiterdenken – das schließt auch der Blick auf den Bedarfs- und Entwicklungsplan der Feuerwehren nicht aus.“

Er kritisierte einen Antrag vorgelegt bekommen, aber zunächst nie eine Zeichnung oder Projektpläne gesehen zu haben – entsprechend sei eine Zustimmung aus dem Stegreif nicht in Frage gekommen. Auch jetzt habe er noch gemischte Gefühle: „Es sind noch nicht alle Kosten kalkuliert, zum Beispiel für den Rückbau des Backhauses. Und auch für die Pfahlgründung liegt uns nur eine Schätzung vor. Zudem löst ein Anbau das Problem der Parkplatzsituation nicht“, erklärte Wichert und fügte hinzu: „Andererseits gibt es den Wunsch der Feuerwehr, endlich voranzukommen – und es besteht Handlungsbedarf.“

Mehrheit der CDU enthält sich, um Zeichen zu setzen

Um auszudrücken, dass seine Fraktion nicht mit den zur Verfügung gestellten Informationen zufrieden ist, werde sie sich bei der Abstimmung mehrheitlich enthalten, kündigte er an – was sich dann auch bewahrheitete. Nur Marko Nau, der sich in der Feuerwehr Roßdorf engagiert, scherte aus und stimmte für den Anbau. Insgesamt ­waren zehn Stadtverordnete für den Anbau, zwei dagegen, acht enthielten sich.

Bürgermeister Michael Plettenberg kommentierte Wicherts Kritik mit dem Hinweis, er habe im April im Bauausschuss mehrmals gefragt, welche Informationen die Stadtverordneten brauchten, aber keine Antwort erhalten. Entsprechend habe die Stadtverwaltung auf Eigeninitiative Unterlagen zusammengestellt und noch dazu den Wehrführerausschuss kontaktiert und Informationen dazu eingeholt, was ein Neubau kosten würde. Insofern sieht er die Kritik an der Informationspolitik als nicht gerechtfertigt an.

Der Aus- und Anbau kostete laut ursprünglicher Planung 190000 Euro, 76000 Euro davon trägt das Land. Die Stadt rechnet aber mit Mehrkosten von 50000 Euro, die für zehn Pfähle fällig werden. Diese werden in der ­Erde versenkt, da es am Feuerwehrhaus erst in 17 Metern Tiefe stabilen Baugrund gibt. Noch nicht enthalten in den Kosten ist der Rückbau des Backhauses.

Daumen hoch für Mardorfer Senioren-Projekt

- Einstimmig votierten die Stadtverordneten für einen Investitionskostenzuschuss in Höhe von rund 48000 Euro für die Sanierung der Kläranlage Roßdorf/Rauischholzhausen. Da der Verband, dem die Stadt Amöneburg und die Gemeinde Ebsdorfergrund angehören, für das rund 360000 teure Projekt keinen Kredit aufnehmen will, steuern die Stadt rund 48000 Euro und die Gemeinde rund 41000 Euro zur Sanierung bei.

- Ebenfalls einstimmig fiel die Abstimmung für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan und einen „Durchführungsvertrag“ für die Umsetzung des Projektes „Leben und Altwerden an der Falkenstraße“ (in Mardorf) aus. Dort sollen nicht nur eine Senioren- und Tagespflegeeinrichtung, sondern auch eine Reihe altersgerechter Doppelhäuser sowie zehn Einfamilienhäuser entstehen. Rainer Schick kritisierte beim Punkt „Satzung (...) über die Nah-/Fernwärmeversorgung“ für das Baugebiet einen Anschlusszwang ans Mardorfer Nahwärmenetz, den er aus dem Antrag herausgelesen hatte. Bürgermeister Michael Plettenberg betonte, dass es keinen Zwang gebe und auch Ausnahmen möglich seien.

von Florian Lerchbacher

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