Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Sind wir alle käuflich?

Preisgekrönte Theater-AG Sind wir alle käuflich?

Die Theater-AG der Oberstufe der Stiftsschule St. Johann in Amöneburg führte in der Aula das Stück „Mensch.Macht.Moral“ auf.

Voriger Artikel
Nabu und Peta sollen draußen bleiben
Nächster Artikel
Berger feiern Kirmes in neuem Gewand

Die Bürger von Güllen hören sich gespannt das unmoralische ­Angebot von Claire Zachanassian an, die von Sara Steinfelser, ­Johanna Welk und Charlotte Wichert gespielt wurde. Derweil spürt Alfred Ill, der von Alejandro Willems-Lizano gespielt wird, dass sein Rückhalt schwindet.

Quelle: Stefanie Wellner

Amöneburg. Dabei handelt es sich um eine postdramatische Adaption des Dramas „Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt, die die Schüler selbst erarbeitet haben.

Die Handlung des Stücks spielt in der Kleinstadt Güllen, die ihre Blütezeit längst hinter sich hat. Die Milliardärin Claire Zachanassian kehrt in ihre einstige Heimatstadt zurück, um Rache an ihrem ehemaligen Geliebten Alfred Ill zu nehmen

Schwerpunkt waren chorische Szenen

Sie will sich Gerechtigkeit erkaufen und verspricht der Stadt und ihren Bewohnern eine Milliarde, wenn jemand Alfred Ill tötet. Anfangs ist Alfred Ill davon überzeugt, dass seine Mitbürger hinter ihm stehen. Mit der Zeit ändert sich allerdings die Stimmung in der Gemeinschaft. Seine Mitmenschen fangen an, Alfreds früheres Verhalten zu verurteilen.

In ihrer Adaption setzen die Schüler der Theater-AG einen Schwerpunkt auf chorische Szenen, in denen alle Schauspieler abwechselnd Thesen, Meinungen und Zitate als Gruppe wiedergeben. Im Zentrum der inhaltlichen Schwerpunktsetzung steht das Thema „Macht und Moral“. Die Schüler wollen ihre Zuschauer anregen, beispielsweise über folgende Fragen nachzudenken: Was kostet ein Menschenleben? Wie käuflich sind wir selbst? Wie viel Macht hat der einzelne in der Gesellschaft? Wie gehen wir miteinander um? Insbesondere die mangelhafte beziehungsweise fehlende Kommunikation der handelnden Figuren und der Gruppen­zwang werden thematisiert.

Die Chemie im Ensemble stimmt

Wie Schulleiter Hans-Georg Lang mitteilte, hat die Amöneburger Theater-AG im Juni mit ihrer Interpretation des Dürrenmatt-Stückes an den Hessischen Schultheatertagen in Schlitz teilgenommen (die OP be­richtete). Dies mit Erfolg. Die Schüler bekamen für ihre Inszenierung Lob von der Jury und 1500 Euro Preisgeld. Der Schulleiter überreichte den jungen Schauspielern eine Urkunde für ihre Leistung und würdigte ­zudem die Arbeit der Kursleiter Petra Städer und Stefan Völker.

Wie Stefan Völker ­berichtete, arbeitete die Theatergruppe ein gutes halbes Jahr an der Inszenierung. Die Chemie innerhalb des Ensembles habe gestimmt. Das sei eine Grundvoraussetzung für den Erfolg gewesen. „Die Truppe muss zusammen­passen. Das hat sie. Umso trauriger ist, dass wir zwei Mit­glieder, die Abitur gemacht ­haben, ­leider verabschieden müssen“, sagte Stefan Völker. Seine Hoffnung: Die Vorstellung möge weitere Schüler ani­mieren, in die Theater-AG einzu­treten und darin mitzu­arbeiten.

von Stefanie Wellner

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr