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Mit Dürrenmatt-Adaption nach Schlitz

Eigenproduktion überzeugt Jury Mit Dürrenmatt-Adaption nach Schlitz

Eine aufregende Zeit liegt hinter den Stiftsschülern der Theater-AG der Oberstufe. Gleich die erste Bewerbung für das Hessische Schultheatertreffen, das mit einem Preisgeld von 1500 Euro verbunden ist, hat geklappt.

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Dieses Ensemble der Theater-AG vertritt die Amöneburger Stiftsschule auf Landesebene beim Schultheatertreffen in Schlitz, das morgen endet. Foto: Karin Waldhüter

Amöneburg. „An eine Teilnahme beim Hessischen Schultheatertreffen war am Anfang nicht zu denken“, beschreibt Stefan Völker, der gemeinsam mit Petra Städer die Theater-AG seit vielen Jahren leitet, den überraschenden Erfolg. Groß war die Freude, als der Sieg feststand: Die Theater-AG der Oberstufe hat es geschafft und darf beim Schultheatertreffen in Schlitz, das bis zum 27. Juni stattfindet, auf der Bühne stehen.

Damit verbunden sind ein Preisgeld von 1500 Euro und die Teilnahme an einem Workshop. Darüber hinaus wird die Gruppe sicherlich auch durch den regen Austausch mit anderen Gruppen viele Eindrücke mit nach Amöneburg nehmen können. „Es ist eine bombastische Sache, dass wir das als Gruppe geschafft haben. Und es ist eine schöne Bestätigung und Krönung unserer jahrelangen Arbeit“, freut sich Völker.

Beworben hatte sich die Theater-AG mit einer Videosequenz und einer Beschreibung des Stücks „Mensch. Macht. Moral“ nach Friedrich Dürrenmatts „Besuch der alten Dame“. Das Stück ist eine postdramatische Adaption des Dramas mit chorischen Elementen; das heißt: gemeinsam von allen Schülern gleichzeitig gesprochene Texte und die Figurensplittung der „alten Dame“, die von drei Darstellern verkörpert wird, bilden den Schwerpunkt in der Umsetzung.

Eigene Ideen eingebracht

Das Stück will Fragen aufwerfen und mit den Fragestellungen „Sind wir alle käuflich?“ und „Wie viel Macht hat der Einzelne in der Gesellschaft?“ zum Nachdenken anregen.

Im April hatte sich Jurorin Irmingard Emanuel in Amöneburg das Stück angeschaut. Auf die Entscheidung der Kommission musste die Gruppe dann noch eine Woche warten. In ihrer Bewertung lobt die Jurorin: „Sind wir alle käuflich??? Die chorischen Tableaus der Gruppe legen es (fast) nahe…eine rhythmisierte, bildreiche Umsetzung der ‚Alten Dame‘ aus Amöneburg.“ Damit ist die Stiftsschule eine der Schulen, die sich unter 27 Bewerbern durchsetzte. „Eigentlich sind wir davon ausgegangen, dass wir nicht genommen werden. Deshalb sind wir freudig überrascht“, unterstreicht Petra Städer. Auch die Schüler freuen sich über ihre tolle Leistung und bereiten sich beim Besuch dieser Zeitung gerade auf ihren Auftritt in Schlitz vor. „Wir sind froh, dass wir das Stück jetzt fertig haben und die letzten Proben gut geklappt haben“, berichten Elisabeth Kreyling und Marie Groß.

An der Umsetzung des Stücks hatten die Schüler mitgearbeitet, eigene Ideen eingebracht und neue entwickelt. Lange hatte die Gruppe an der Schlussszene gearbeitet und sie schließlich noch komplett verändert.

Das Preisgeld ist zweckgebunden und für die Ausstattung der Theaterarbeit an der Stiftsschule gedacht. Das Stück „Mensch. Macht. Moral“ wird in Amöneburg am 16. und 17. August ab 19.30 Uhr in der Aula der Stiftsschule gezeigt.

von Karin Waldhüter

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