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Bürgerverein muss auf Heimat verzichten

Umbau Bürgerverein muss auf Heimat verzichten

Das war‘s mit dem Mittagstisch im Schwesternhaus - aber nur vorerst: Der Bürgerverein und die Bürgerhilfe müssen während der Renovierung des Gebäudes ausweichen.

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Begeisterung hält sich in Grenzen

Mitglieder des Bürgerverein-Vorstandes räumten am Wochenende das Schwesternhaus aus.

Quelle: Michael Hoffsteter

Mardorf. Bürgervereine brauchen ein Gebäude als Heimat, mit dem sich die Menschen identifizieren können und in dem sie sich wohlfühlen. Das war ein zentrales Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie. Der Mardorfer Bürgerverein hat eine solche Heimat: Das ehemalige Schwesternhaus liegt zentral und war schon früher ein Ort, an dem die Menschen Hilfe bekamen. Es war vor sieben Jahren also die perfekte Entscheidung, das soziale Projekt in dem herrlichen Haus anzusiedeln.

Doch nun müssen Bürgerverein und Bürgerhilfe eine Zeit lang auf ihr Kleinod verzichten, denn die Kirchengemeinde Mardorf investiert 950000 Euro in die Modernisierung ­beziehungsweise den Ausbau des Gebäudes. Unter anderem richtet sie im ersten Stock vier Wohnungen für Senioren ein, widmet sich der energetischen Sanierung, erneuert Toilettenanlagen und vieles mehr (die Oberhessische Presse berichtete ausführlich). Der Bürgerverein steuert 60000 Euro bei und bekommt im Gegenzug 25 Jahre lang Mietfreiheit zugesichert.

Moot: "Alles muss raus im Schwesternhaus!"

Aber jetzt heißt es erst mal ausweichen, da der Umbau im August startet. Entsprechend treffen sich morgen Vorstandsmitglieder und bereiten einen Flohmarkt vor. Das Motto lautet „Alles muss raus im Schwesternhaus!“ Schließlich wird durch den Umbau ein Teil des Inventars nicht mehr benötigt, wie Vorsitzender Burkhard Wachtel berichtet. Entsprechend lädt er für Montag, Dienstag und Mittwoch (jeweils 16 bis 20 Uhr) alle Menschen ein, die Interesse an Geschirr oder sonstigen Einrichtungsgegenständen haben. „Das Inventar geben wir kostenlos ab. Für höherwertiges Inventar steht das Spendenschwein gerne zur Verfügung“, sagt Wachtel und hofft auf zahlreiche Besucher.

Mit Verein und Bürgerhilfe ziehen natürlich auch die unterschiedlichen Angebote um. Der Mittagstisch fällt in den kommenden zwei Wochen aus. Am 1. August geht‘s weiter: Von da an werden die Gäste im Bürgerhaus zu Tisch gebeten. Das Büro der Bürgerhilfe ist dann im Gemeenshaus (im Vorbereitungsraum des Backhauses) zu finden. Wachtel hofft, dass die Menschen die Angebote weiter annehmen und stellt heraus: „Wir versuchen unseren Service und unsere Angebote trotz des Umzuges und den neuen Räumlichkeiten in gewohnter Weise anzubieten. Sollte uns dies nicht immer gelingen oder nur mit Einschränkungen, bitten wir schon im Vorfeld um Verständnis.“

Die Kirchengemeinde rechnet mit 12 bis 15 Monaten Bauzeit. Danach steht für Bürgerverein und -hilfe die Rückkehr in die runderneuerte Heimat an - die dann auch ans Nahwärmenetz angeschlossen sein soll.

von Florian Lerchbacher

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