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Investor nimmt sich der Sorgenkinder an

OP begleitet die Kandidaten im Wahlkampf Investor nimmt sich der Sorgenkinder an

Die Vermarktung des Gewerbegebietes Roßdorf ist Chefsache – und am Leben im Mardorfer Schwesternhaus hat er auch maßgeblichen Anteil. Entsprechend stolz nahm Michael Plettenberg die OP mit an diese beiden Orte.

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Mit der Amöneburg im Rücken erklären Michael (Mitte) und Uwe Jericho (links) Bürgermeister Michael Plettenberg, was sie mit dem Rohbau im Hintergrund vorhaben.

Quelle: Florian Lerchbacher

Roßdorf. Gleich zwei gute Nachrichten hielten Michael Jericho, Geschäftsführer der „S+J Immohandel GmbH“, und sein Onkel und Partner Uwe Jericho für Bürgermeister Michael Plettenberg (parteilos) parat: Zum einen nehmen sie sich mit ihrem Unternehmen des seit einiger Zeit im Roßdorfer Gewerbegebiet unfertig stehenden Rohbaus an – zum anderen wird sich Michael Jericho als Privatperson ein weiteres Sorgenkind des Amöneburger Stadtteils sanieren: die ehemalige Gaststätte „Zum weißen Rößl“.

Investition von 800.000 Euro

„Das ist ein Schandfleck, der endlich beseitigt wird“, freut sich Plettenberg über die 800.000-Euro-Investition des Roßdorfers, der viele Jahre lang schräg gegenüber des Gebäudes gewohnt hatte. „Das Haus hat eine gute Substanz. Es gibt also eine gute Basis“, erläutert der 49-Jährige, der mit einer Kernsanierung plant. Entstehen sollen zehn Wohneinheiten, die zwischen 50 und 90 Quadratmeter groß sind. Zudem wird es im Keller Lagerflächen geben – und die Kyffhäuser Kameradschaft, die dort eine Art Vereinsheim eingerichtet hat, dürfe natürlich auch dort bleiben, verspricht Jericho. „In Roßdorf gibt es einen großen Bedarf an Wohnungen dieser Größe. Das ist also eine Investition, die im Interesse aller Bürger ist“, lobt der Bürgermeister und stellt heraus, warum er den Roßdorfer als Station für seine Wahlkampftour ausgewählt hatte: „Ich wollte Menschen zeigen, die etwas machen und so die Gemeinde voranbringen.“

Und die Gemeinde wiederum will Jericho beziehungsweise sein Unternehmen unterstützen: Die „Immohandel GmbH“ expandiert im Gewerbegebiet, lässt ein Fliesenlager bauen und hat auch das Gelände gekauft, auf dem der Gebäuderohbau seit einigen Monaten auf Fortsetzung der Arbeiten wartet. Daraus möchte Jericho ein Dienstleistungszentrum mit dem malerischen Namen „Bergblick“ schaffen, in dem auf rund 1 000 Quadratmetern Gewerbefläche fünf Firmen Unterschlupf finden sollen. Noch sei die Größe zwischen 100 und 500 Quadratmetern pro Einheit frei wählbar, und zudem könnten sich Interessenten aussuchen, ob sie die Räumlichkeiten pachten oder kaufen wollen, betont der Investor. Die Stadt Amöneburg, die bei der Vermarktung des Gewerbegebietes mit der Hessischen Landesgesellschaft kooperiert, will Jericho bei der Vermarktung des Dienstleistungszentrum helfend zur Seite stehen: „Zusätzliche Arbeitsplätze vor Ort sind super und wirken sich positiv auf die Gewerbesteuer aus“, erläutert Plettenberg das Vorgehen und freut sich, dass Räume für kleine bis mittelgroße Unternehmen geschaffen werden sollen.

Bislang rund 25 Arbeitsplätze geschaffen

Da die Vermarktung des Gewerbegebietes Roßdorfs Chefsache sei, wie der Bürgermeister hervorhebt, schreibt er sich ­entsprechend auf die Fahnen, dass sich bisher vier Unternehmen dort angesiedelt haben und rund 25 Arbeitsplätze geschaffen wurden. Das sei für eine Stadt wie Amöneburg, in der es rund 400 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gebe, eine ordentliche Anzahl: „Die Entwicklung ist gut. Das Gewerbegebiet ist ein Pflänzchen, das langsam aber stetig wächst.“

Richtig gut gewachsen ist derweil auch das Engagement im Schwesternhaus in Mardorf, das Plettenberg als zweite Station ansteuert – nachdem er höchstpersönlich Wanderkarten am Parkplatz Gollgarten ausgelegt hat, weil er „da eh täglich“ vorbeikomme und gerne wisse, wie gut der Wanderweg frequentiert werde. Mittagstisch, Bürgerverein, Bürgerhilfe und so weiter – letztendlich auch ein Verdienst Plettenbergs, der sich nach dem Weggang der Schwestern stark engagierte und verschiedene Menschen und Institutionen zusammenbrachte und mit dazu beitrug, dass Leben in das Haus zurückkehrte. Als Bürgermeister sei es herrlich zu sehen, wie sich das ehrenamtliche Engagement entwickele, betonte er gegenüber den Senioren – um sich dann den Sorgen einer Frau anzunehmen, die nach einer Mitfahrgelegenheit zum Mittagstisch suchte: eine von vielen Kleinigkeiten, die Plettenberg quasi nebenher erledigt.

von Florian Lerchbacher

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