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Drei Kandidaten treten an

Bürgermeisterwahl Drei Kandidaten treten an

Entscheidung in Amöneburg: Die Bürger können am 19. März zwischen Michael Plettenberg, Stefan Backhaus und Rainer Wiegand wählen.

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Plettenberg will Stadt in Dorferneuerung hieven

Stefan Backhaus (von links) und Rainer Wiegand fordern am 19. März bei der Bürgermeisterwahl in Amöneburg Amtsinhaber Michael Plettenberg heraus.    Fotos: Archiv, privat

Quelle: Privat, Archiv

Amöneburg. Mit dem Ende der Bewerbungsfrist am heutigen Montag um 18 Uhr hat das Amöneburger Verwirrspiel um die Zahl der Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl ein Ende gefunden: Sollte der Wahlausschuss keine Beanstandungen haben, stellen sich am 19. März Amtsinhaber Michael Plettenberg, Neuling Stefan Backhaus und „Hessenhenker“ Rainer Wiegand zur Wahl. Der einst als Rathauschef nach kurzer Amtszeit geschasste Anders Arendt hat seine Unterlagen tatsächlich nicht abgegeben. Dies bestätigte Burkhard Wachtel wenige Minuten nach Ablauf der Abgabefrist. Kurz zuvor hatte der erfahrene Amöneburger Wahlleiter noch einen letzten Blick in den Briefkasten des Rathauses geworfen.

Plettenberg, Backhaus (beide parteilos) und Wiegang (Anarchistische Pogopartei) hatten ihre Unterlagen bereits vor Wochen eingereicht. Als Arendt von der Kandidatur des als „Hessenhenker“ im Internet bekannten Wiegand erfuhr, entschied er sich, nach seinem Wahldebakel 2011 nun doch noch einmal zu kandidieren. Seit vielen Jahren liefert sich der einstige Kurzzeit-Rathauschef schließlich auf verschiedenen virtuellen Plattformen verbale Schlammschlachten mit Wiegand – ein Zustand, der auch im Wahlkampf bevorzustehen drohte.

Fraktionen schicken keine Kandidaten ins Rennen

Anfang des neuen Jahres besann sich Arendt dann aber doch eines Besseren und zog seine angekündigte Kandidatur wieder zurück – angeblich, weil ein Friedensgespräch mit Wiegand (59) fruchtete. Noch dazu habe der Marburger Künstler ihm sein Werk „Kreuzigung“ des Grundgesetzes überreicht und dadurch endgültig überzeugt, nicht anzutreten. „Schweren Herzens habe ich die Kreuzigung dem Wahlkampffrieden geopfert“, berichtet Wiegand – wobei bei solchen Aussagen nie vergessen werden darf, dass er sich selber als Satiriker bezeichnet und Arendt gerne versucht, auf seinen Spuren zu wandeln.

Als beinahe schon gelungenen Versuch lässt sich in diesem Zusammenhang ein Seitenhieb auf Bürgermeister Plettenberg – den er einst als „Pleitenberg“ titulierte – bezeichnen: Er hätte auch ihn gerne beim „Friedensgespräch“ gesehen und ein Glas Wasser offeriert: Dazu sei es jedoch nicht gekommen – so habe er nicht zeigen können, dass er ihm das Wasser reichen kann.

Für Plettenberg (50) steht im März die dritte Wahl an. Dem Erfolg im Jahr 2005 in einer Stichwahl ließ er 2011 einen erdrutschartigen Sieg über Herausforderer Jan-Gernot Wichert (CDU) folgen. Härtester Konkurrent dürfte diesmal Stefan Backhaus sein: Der 53 Jahre alte Kriminalpolizist hat zwar keine Erfahrungen mit Wahlen, macht sich aber derzeit mit sportgeprägten Vorstellungsrunden und -aktionen einen Namen in der Stadt.
Die drei Fraktionen – CDU, FWG und SPD – haben darauf verzichtet, einen eigenen Kandidaten zu nominieren.

von Florian Lerchbacher

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