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Eine Frage zum Geld

Bürgermeisterwahl Eine Frage zum Geld

Nachdem sich die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl bereits zum Reizthema Windkraft ­geäußert haben, geht
es diesmal um das liebe Geld – ein Reizthema der Vergangenheit.

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Wie kommt Geld in die Rathauskasse? Mit dieser Frage haben sich die Kandidaten auseinandergesetzt. Fotos: Lerchbacher (1), privat (3)

Quelle: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Es ist eigentlich schon Tradition, dass die Stadtverordneten während der Haushaltsberatungen miteinander, aber auch mit dem Bürgermeister ringen. Und zwar nach allen Regeln der Kunst. Es ist noch nicht lange her, dass das Finanzwerk Spitz auf Knopf gerechnet war und die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses Posten für Posten überprüften und selbst nach kleinsten Einsparmöglichkeiten suchten. „Hauptsache ausgeglichen“ lautete für mehrere Jahre das Motto.

Doch sukzessive verbesserte sich die finanzielle Situation der Stadt, die inzwischen so weit ist, dass die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses dieses Mal sogar bereit waren, mehr Geld rauszuhauen, als der amtierende Bürgermeister Michael Plettenberg geplant hatte (die OP berichtete ausführlich).

Eine Forderung hallt aber noch immer durch das Ohmtal und auf den Berg hinauf: die „Verstetigung der Einnahmen“. Will heißen: Die Stadtverordneten wollen sehen, dass dauerhaft Geld in die Kassen gespült wird – und nicht nur zeitweise, wie es durch die Erddeponie der Fall ist, die bald keine Kapazitäten mehr haben dürfte.

Aus diesem Grund hat diese Zeitung Amtsinhaber Michael Plettenberg (parteilos) sowie die Herausforderer Stefan Backhaus (parteilos) und Rainer Wiegand (APPD) folgende Frage beantworten lassen: „Was haben Sie für Ansätze, um die Einnahmen der Stadt zu verbessern?“ Die Kandidaten hatten maximal 1 200 Zeichen zur Verfügung, um die Frage zu beantworten – natürlich kommen die Finanzen auch während des OP-Wahlforums am Donnerstag, 9. März (19 Uhr) in der Mehrzweckhalle Roßdorf zur Sprache.

Michael Plettenberg

Wir haben trotz niedriger Steuerhebesätze einen Haushalt mit gutem Überschuss. Dies ist  ständiger Ausgabenkritik und moderaten Personalkosten zu verdanken. Ich bin immer bemüht, Aufgaben effizienter zu erledigen und verfolge konsequent Projekte der interkommunalen Zusammenarbeit und Verwaltungsmodernisierung.
Ich achte besonders auf die langfristige Entwicklung der Einkommensteueranteile. 2016 hatten wir wieder Bevölkerungszuwachs, d.h. strukturpolitische Maßnahmen fruchten. Dadurch verbessern sich auch die Zahlungen aus dem Kommunalen Finanzausgleich. Perspektivisch sollten die Steuerhebesätze optimiert werden, um Strafzahlungen bei der Kreisumlage zu vermeiden.
Die Gewerbesteuer entwickelt sich gut; hier trägt das Gewerbegebiet mit etwa 25 neuen Arbeitsplätzen Früchte.
Der Steinbruch spült uns aktuell zusätzliches Geld in die Kasse, das wir ohne die vorzeitige Übernahme nicht erwirtschaftet hätten.
Meine Aufgabe ist es, weitere Potenziale für Mehreinnahmen aufzuspüren und gute Vorschläge zu machen. Die Politik hat z.B. 2017 noch über eine Naturschutzmaßnahme zu entscheiden, die fachlich sinnvoll ist und die uns den Grundstückswert einbringt, ohne dass wir das Grundstück verkaufen.

Stefan Backhaus

Vorab sei gesagt, dass ich kein Mensch bin, der alles auf eine Karte setzen würde oder mit „dem großen Wurf“ argumentiert. Bei solchen Themen wäre mir eine Bestandsaufnahme zu Beginn wichtig. Dann gilt es, bei zukünftigen Projekten behutsam und überlegt vorzugehen. Die Natur und die einzigartige Landschaft spielen uns in die Karten.
Nutzen wir diese Geschenke und planen in den nächsten Jahren kleine aber feine Projekte mit dem Ziel, ein Naherholungsgebiet zu erschaffen, was in Hessen einzigartig sein könnte. Naherholung und in die Natur integrierte Freizeitangebote mit dem Ziel des „sanften Tourismus“ sind der Schlüssel zum Erfolg. Ich denke da im gleichen Atemzug an die Belebung des Marktplatzes. In beiden Fällen muss die Stadt signalisieren, dass sie Existenzgründern oder Gewerbetreibenden die Hand reicht.
Einen weiteren Ansatz sehe ich in der schrittweisen Gewerbeansiedlung des Gewerbegebietes in Roßdorf. Kleinere bis mittlere Unternehmen müssen überregional, unter Inanspruchnahme der hierfür erforderlichen Werbemöglichkeiten, auf die vorhandene Infrastruktur aufmerksam gemacht werden. Ich sehe großes Potenzial in der Unterstützung und Förderung von Unternehmensneugründungen.

Rainer Wiegand

Mit der illegalen Spielbank verdient sich Amöneburg so dumm und dusslig, dass Schäuble extra eine Dummen-Steuer erfinden wird. Mein Erdwärmekraftwerk „Vulkanwerke Amöneburg“ liefert an die Amöneburger Bürger kostenlos, aber der Rest des Landkreises muss dafür bluten, bis der Arzt kommt (Marktwirtschaft).
Dass mit all diesem vielen Geld die Kindergartenbeiträge und die Anliegerbeiträge rückerstattet werden können, ist nur mein bescheidener Dank an meine Wähler. Vielleicht kann man damit auch noch den Wald aufkaufen, um ihn als Naturschutzgebiet statt als Infraschall-Menschenversuchsgebiet zu betreiben. Wenn die Windrad-Armee besiegt und die Tankstelle verhindert ist, gibt es genug Raum für Seilbahn und Windmühlenpark.
Über die Tickets der Seilbahn wird diese nicht nur refinanziert, sondern wirft auch noch Gewinn ab. Die Windmühlen nach historischem Vorbild dienen Lehrzwecken und werden Amöneburgs Autonomie steigern.
Zu guter Letzt werde ich die Vulkangeister beschwören, finanziellen Schaden von Amöneburg abzuwehren.
Denn ich bin hier nicht der Spaßkandidat! Ich sage wie immer nur, wie‘s ist.

von Florian Lerchbacher

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