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Amöneburg lässt Standorte für "Blitzer" prüfen

Parlament Amöneburg lässt Standorte für "Blitzer" prüfen

Die Stadt Amöneburg ist bisher blitzerfreie Zone - zumindest was festinstallierte Anlagen angeht. Die Straßenverkehrsbehörde, also der Bürgermeister, würde dies gern ändern.

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Stadtbrandinspektor Stefan Krähling (Mitte), Stadtverordnetenvorsteher Stefan Heck (rechts) und Michael Richter-Plettenberg (von links) überreichten die Anerkennungsprämien des Landes an Matthias Gockel und Ewald Kraus. Foto: Florian Lerchbacher

Amöneburg. „Die AWG findet das nicht gut“, kommentierte Vorsitzender Peter Greib eine Mitteilung des Bürgermeisters zum Thema „Blitzer“ und ergänzte: „Eigentlich wollte ich ,zum kotzen‘ sagen.“ Michael Richer-Plettenberg hatte die Stadtverordneten gerade darüber informiert, dass die Straßenverkehrsbehörde der Stadt verschiedene Standorte auserkoren und gemäß der Vorgaben eine Anfrage zur Stellungnahme an die Polizeiakademie Hessen gestellt hat.

Für die Stadtverordneten hatte sich das Thema mit dieser Mitteilung erledigt. Auf Nachfrage dieser Zeitung gab der Bürgermeister dann die möglichen Standorte preis: der Ortseingang Mardorf aus Roßdorf kommend, der Abzweig nach Erfurtshausen auf der Strecke Richtung Richtung Haarhausen, die Abfahrt Richtung Rüdigheim von der Umgehungsstraße Richtung Schweinsberg sowie die Ortsdurchfahrt von Roßdorf. Überall dort tendierten die Autofahrer dazu, zu schnell zu fahren, berichtete Richter-Plettenberg und ergänzte, das Gefahrenpotenzial sei dort entsprechend hoch. Eigentlich hätte er auch gerne die Ortseinfahrt Roßdorf von Schröck prüfen lassen. Da ein „Blitzer“ jedoch frühstens 100 Meter nach dem Ortsschild stehen dürfte, komme der Standort nicht in Frage, da er dort nicht zur Verkehrssicherung beitragen würde. Nun hofft der Bürgermeister, das Land überzeugen zu können, schon vor dem Ortsschild ein Tempo-50-Schild aufzustellen, um die Gefahr für die Roßdorfer so zu verringern.

- Ein zweites zentrales Thema der Sitzung war der Beitritt der Stadt zur Energiegenossenschaft Mardorf. Vier Anteile muss sie für insgesamt 24000 Euro kaufen, will sie die kommunalen Gebäude - also das Feuerwehrgerätehaus, den Kindergarten, die Notunterkunft im Dorfgraben sowie das Gemeenshaus - mit Nahwärme versorgen lassen. „Wir sollten ein Zeichen setzen, dass wir hier in den Gremien der Stadt von dem Projekt überzeugt sind und es als Chance sehen“, sagte er und betonte: „Wir sollten Flagge zeigen und nicht erst abwarten, ob es überhaupt zustande kommt.“

Hartmut Weber (AWG) pflichtete ihm bei: „Es tut mir in der Seele weh, wenn ich sehe, dass es vielleicht nicht klappt mit dem Nahwärmenetz.“

Die Stadtverordneten machten indes keine Gefangenen und gaben geschlossen die Zustimmung zum Beitritt und der Investition, die durch Minderausgaben bei zwei anderen Produkten des Haushalts gedeckt ist.

Stadt machte im Jahr 2010 weniger Minus als befürchtet

- Richter-Plettenberg teilte den Stadtverordneten mit, dass die Stadt nicht von einem Verkauf der E.on Mitte AG profitieren beziehungsweise Anteile kaufen könne: Dies sei nur noch Kommunen möglich, die einen Konzessionsvertrag mit E.on Mitte haben - von diesem hatte sich die Stadt aber nach langen Überlegungen getrennt (die OP berichtete ausführlich).

- Für die Freiflächengestaltung am Bürgerhaus Erfurtshausen ist gemäß Dorfentwicklungskonzept eine Erweiterung des Grundstücks notwendig. Aus diesem Grund kauft sie für 15000 Euro ein Grundstück, reißt das darauf stehende Haus ab und tauscht dieses Grundstück anschließend gegen ein anderes, um die Erweiterung zu ermöglichen. Dafür gibt es Fördermittel in Höhe von rund 4700 Euro. Die Stadtverordneten stimmten geschlossen für dieses Konzept, das schon länger in der Planung ist.

- Die Revision hat den Jahresabschluss 2010 geprüft. Die Stadt hat das Jahr mit einem Minus in Höhe von rund 320000 Euro abgeschlossen - und nicht, wie im Vorfeld des Jahres 2010 befürchtete, mit einem Defizit von rund 600000 Euro. Die Stadtverordneten beschlossen einstimmig, den Magistrat zu entlasten.

- Zu Beginn der Stadtverordnetenversammlung wurden den beiden Feuerwehrmännern Ewald Kraus und Matthias Gockel die Anerkennungsprämien des Landes Hessen überreicht - was eigentlich während des Stadtpokals hätte erfolgen sollen, aus verschiedenen Gründen aber nicht möglich war. Kraus ist seit 40 Jahren in der Feuerwehr, Gockel seit 30 Jahren.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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