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Amöneburg klinkt sich komplett aus

Autofreier Sonntag Amöneburg klinkt sich komplett aus

Aus Sicht von Amöneburgs Bürgermeister und Magistrat fehlt dem seit 2004 existierenden autofreien Sonntag die Dynamik. Außerdem wird das Ereignis der Stadt zu teuer. Aber auch ohne Amöneburg soll es weitergehen.

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Den autofreien Sonntag am Fuße Amöneburgs wird es nicht geben. Archivfoto

Amöneburg. Droht nach dem Aus von „Lahntal total“ nun auch das Ende des autofreien Sonntags, den die Gemeinden Ebsdorfergrund und Fronhausen und die Stadt Amöneburg bisher gemeinsam ausrichteten? Die Stadt Amöneburg zieht sich aus dem Gemeinschaftsprojekt definitiv zurück. Doch Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz (SPD) signalisierte gestern gegenüber der OP gleich: „Den autofreien Sonntag wird es definitv weiter geben und wenn ihn Ebsdorfergrund alleine stemmen müsste.“

Amöneburgs Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg führte gestern eine ganze Reihe von Gründen an, die zu der Entscheidung geführt hätten. Demnach haben die Überlegungen, sich aus dem interkommunalen Projekt zurückzuziehen, bereits im vergangenen Herbst begonnen. Richter-Plettenberg beklagt stetig sinkende Teilnehmerzahlen im Amöneburger Abschnitt. Ohnehin sei die Stadt in der Vergangenheit immer mehr zu einem Anhängsel geworden. Die Streckenführung über den „Laushöbl“ hin zur Brücker Mühle sei ohnehin nie optimal gewesen. Außerdem hätten sich immer mehr Vereine vom autofreien Sonntag zurückgezogen. Als ein Beispiel nennt das Stadtoberhaupt die Erfurtshäuser Vereinsgemeinschaft.

Richter-Plettenberg hat vor der Entscheidung die Ortsvorsteher von Roßdorf und Amöneburg sowie den Betreiber der Brücker Mühle nach ihrer Einschätzung gefragt. „Es gab bei keinem Bedenken gegen eine Absage“, betont Richter-Plettenberg. Auch der Magistrat stünde einvernehmlich hinter dem Ausstieg.

Rund 5000 Euro hat der autofreie Sonntag die Stadt Amöneburg im vergangenen Jahr gekostet. Geld kostete vor allem die überregionale Beschilderung, die vom Land nicht mehr bezuschusst wird. Aber auch der Einsatz eines Privatunternehmens bei der Verkehrslenkung hat die Stadt finanziell wohl belastet.

Zudem beklagt Richter-Plettenberg, dass in der Abstimmung mit den Gemeinden Ebsdorfergrund und Fronhausen die Dynamik in den vergangenen Jahren zurückgegangen sei. „Man muss auch mal was lassen können“, kommentiert der Amöneburger Rathauschef.

Von fehlender Dynamik will sein Amtskollege aus dem Ebsdorfergrund hingegen nichts hören. „Bei uns ist nach wie vor viel Dynamik vorhanden“, betont er auf Anfrage der OP. Schulz ist bereits auf der Suche nach neuen Partnern. Erste Gespräche mit den Gemeinden Lohra und Weimar habe es schon gegeben, der Ausgang sei abzuwarten. Die Amöneburger Absage und deren Begründung wolllte Schulz gestern auch auf Nachfrage nicht kommentieren.

Mit etwa 10000 Euro pro Veranstaltung trägt die Gemeinde Ebsdorfergrund die finanzielle Hauptlast des autofreien Sonntags. Im vergangenen Jahr beteiltigen sich bei gutem Wetter rund 35000 Teilnehmer daran. „Unsere Vereine verdienen ein Vielfaches von dem, was wir als Gemeinde ausgeben“, sagt Schulz zur finanziellen Seite. Und wird gleich darauf deutlich, was die Wertigkeit der Großveranstaltung aus seiner Sicht angeht: „Gäbe es den autofreien Sonntag nicht, müsste ich ihn morgen erfinden.“ Vom erkrankten Fronhäuser Bürgermeister Reinhold Weber war gestern keine Stellungnahme zu erhalten. Amöneburg hat eine Rückkehr in eine veränderte Veranstaltung in einigen Jahren übrigens nicht gänzlich ausgeschlossen. Die zehnte Auflage des autofreien Sonntags ist am 21. September geplant.

von Michael Rinde

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