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Amanaburger lassen sich über das Ohr hauen

Theater Amanaburger lassen sich über das Ohr hauen

Wahrlich ein Probenmarathon ging der Aufführung des "Medicus vom Orient" voraus. Doch die intensive Vorbereitung der Theater AG der Jahrgangsstufen 8 und 9 der Stiftsschule hat sich gelohnt.

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Die orientalischen Tänzerinnen entführten das Publikum mit ihrem Auftritt in eine andere Welt.Privatfoto

Amöneburg. Lange anhaltenden Applaus ernteten die Schauspieler aus den Jahrgangsstufen 8 und 9 für ihren Auftritt. Unter Leitung von Stefan Völker und Barbara Ballmeier hatten sie das Stück „Medicus vom Orient“ einstudiert, das sie flüssig, überzeugend und witzig präsentierten. Ohne zusätzliche technische Unterstützung entführten die Schauspieler die Zuschauer in eine längst vergangene Welt, als die Menschen an die magischen Kräfte des Wunderdoktors glaubten und bereitwillig für seine Dienste zahlten. Der Scharlatan versprach die Befreiung von schmerzenden Hühneraugen, Furunkeln am Allerwertesten oder der Schrumpfung einer langen Nase - und stieß selbst bei einer Fürstin auf Gehör.

Zunächst ließen orientalisch gekleidete Tänzerinnen die Zuschauer in eine andere Welt reisen, um sie anschließend wieder in scheinbar heimische Gefilde nach „Amanaburg“ zurückkehren zu lassen. Dorthin hatte es nämlich den Medicus (Lea Albrecht) mit seinem Gefolge, Josephine (Johanna Peter im 1. Akt, Lorena Schraub im 2. Akt) und Leopold (Christian Starker), verschlagen. Sie wollten dort für kurze Zeit verweilen, um den armen Amana-burgern das letzte Silberstück für die medizinischen Dienste des Medicus aus dem Geldbeutel zu ziehen.

Scharfrichter sträubt sich

Um die skeptischen Amana-burger, die zunächst die Hinrichtung des Wunderheilers forderten, zu überzeugen, schlüpfte Leopold in unterschiedliche Rollen - als Kriegsversehrter dem ein Arm fehlte, oder als Hexe mit Buckel und langer Nase - um sich unter dem großen Zaubertuch des Medicus von diesem heilen zu lassen.

Nach jeder dieser Wunderheilungen verlor das Zaubertuch für eine gewisse Zeit an Kraft, und es blieb für die Heilung der Bürger immer nur die Wahl zwischen Amputation, zum Beispiel des Allerwertesten, oder einer sehr teuren Salbe oder Pille. Schnell füllte sich die Kasse des Betrügers, der dann auch rasch das Weite suchen wollte. Doch der Fürst (Paul Schunk) befahl ihm zu bleiben, damit er die Fürstin (Charlotte-Leonie Wichert) von einer überlangen Nase befreit.

Dann tauchte jedoch ein Gesandter des Königs auf, der die Amanaburger vor dem betrügerischen Medicus warnte. Schnell wurde der Scharfrichter (Ida Schmidt) angewiesen, die Hinrichtung vorzubereiten. Dieser weigerte sich jedoch, den Auftrag auszuführen, da ihm eine Pille des Medicus‘ tatsächlich zu neuer Manneskraft verholfen hatte.

Für die Rettung des Medicus sorgte dann aber sein getreuer Leopold, der untergetaucht war, einer Verhaftung entging und als weiterer Gesandter des Königs auftauchte, der angeblich mit der Überstellung des Medicus an den Königsthron zur dortigen Hinrichtung beauftragt war. Der Medicus und Josephine waren gerettet, und die Zuschauer hatten einen vergnüglichen und kurzweiligen Theaterabend in der Aula der Stiftsschule St. Johann verbracht.

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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