Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Am liebsten hilft er "kleinen Leuten"

Heinrich Reinhardt Am liebsten hilft er "kleinen Leuten"

Heinrich Reinhardt hat immer still und mit vollem Einsatz seine Arbeit getan, sei es beruflich oder sei es in einem seiner vielen Ehrenämter. Immer noch ist er morgens um 7 Uhr im Unternehmen. Am 25. März feiert er 80. Geburtstag.

Voriger Artikel
Sahnesong bildet "Sahnehäubchen"
Nächster Artikel
Was lange währt, wird endlich gut

Heinrich Reinhardt steht vor seinem beruflichen Lebenswerk, seinem Unternehmen. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Er muss nicht lange über eine Antwort auf die Frage nach großen politischen Erfolgen nachdenken. Für den Wolferöder Heinrich Reinhardt war es bei der Gebietsreform seinerzeit entscheidend, dass sein Dorf Stadtallendorf zugeschlagen wurde und keiner anderen Stadt. Er war seinerzeit ehrenamtlicher erster Beigeordneter der Gemeinde Wolferode. „Heute zweifelt keiner mehr daran, dass das richtig war“, blickt er zurück.

Heinrich Reinhardt wird am 25. März 80 Jahre alt. Zunächst feiert der Unternehmer mit der Familie, an einem anderen Termin mit Freunden und Geschäftspartnern. Wer sich mit ihm unterhält, hat schnell das Gefühl, es mit einem ausgeglichenen und zufriedenen Menschen zu tun zu haben. „Ich kann ohne Probleme laufen, morgens aufstehen, Autofahren und denken. Dafür muss man doch einfach dankbar sein in dem Alter“, sagt Reinhardt.

Er hat viel erreicht in seinem Leben, mehr, als er als junger Mensch je erwartet habe, stellt er fest. Sein berufliches Lebenswerk ist sein Unternehmen „Farben Reinhardt“, das sein Sohn gemeinsam mit ihm fortführt. Aktuell arbeiten 120 Mitarbeiter für den Handwerksbetrieb.

Alle ehrenamtlichen Ämter aufzuzählen, die Heinrich Reinhardt innehatte, fällt sehr schwer. Er war allein 48 Jahre lang, mit einer kurzen, gesundheitsbedingten Pause, kommunalpolitisch engagiert, wurde beim Abschied Ehrenstadtrat. Hinzu kommen die Vereine: der Sportverein Wolferode, der Männergesangverein Wolferode, war 1952 Gründungsmitglied der Feuerwehr Wolferode und 1961 auch Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein seines Ortes. Über Jahrzehnte war er in den genannten Vereinen aktiv. Und er hat auch die Malerinnung Marburg nach außen repräsentiert - dort ist er seit 1999 Ehrenobermeister.

Heinrich Reinhardt stand nie in der vordersten Reihe. „Mir fehlte einfach die Zeit, weil ich doch mein Geschäft aufbauen und weiterentwickeln musste“, sagt er. Doch der Wolferöder hat auch im Hintergrund intensiv mitgestaltet und Pflöcke miteingerammt. Zuletzt war er kommunalpolitisch über mehr als ein Jahrzehnt hinweg Erster Stadtrat. Pflichterfüllung war ein Markenzeichen. „Ich habe dabei immer einen Ausgleich, einen Kompromiss zwischen verschiedenen Positionen zu finden versucht“, beschreibt er seine Haltung. Für seinen großen Einsatz erhielt er aus den Händen des damaligen Kanzleramtsministers Friedrich Bohl das Bundesverdienstkreuz. Und heute? Noch immer ist Reinhardt seinen Vereinen verbunden, wer Rat sucht, wird ihn bekommen, wer Hilfe benötigt ebenfalls. Helfen will er vor allem „kleinen Leuten“, sagt er von sich selbst - und denkt dabei zuerst an seine Lehrlinge. Er allein hat 150 ausgebildet. Doch was wäre Heinrich Reinhardt ohne seine große Familie? Er hat gemeinsam mit seiner Frau Christel 4 Kinder, 9 Enkel und 4 Urenkel. „Alle sind sie gut geraten“, freut er sich. Seine Familie strahle nach innen und außen, auch dafür empfindet der 80-Jährige viel Dankbarkeit. Noch immer sind mindestens zwei Abende in der Woche für ehrenamtliche Einsätze verplant, immer noch ist Reinhardt morgens um 7 Uhr im Büro, arbeitet dort mit. „Aber ich will versuchen, jetzt mal etwas später anzufangen“, sagt er. Dabei ist ihm anzumerken, dass ihm das nicht so leicht fallen wird. Denn für ihn ist es als Seniorchef eine Verpflichtung, morgens einer der ersten im Betrieb zu sein. Das Handwerk liegt ihm am Herzen. Er wünscht sich, dass noch mehr Handwerksbetriebe in Stadtallendorf Fuß fassen.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr