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Am Sonntag ziehen 500 Flüchtlinge um

Stadtallendorf Am Sonntag ziehen 500 Flüchtlinge um

Der besonders milde ­Winter und hohes Engagement aller Beteiligten haben es möglich ­gemacht: Bewohner des Stadtallendorfer Zeltcamps können ihre Habseligkeiten zusammenpacken.

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Die Umbauarbeiten an den ersten Gebäuden, in die Flüchtlinge einziehen, sind inzwischen beendet worden.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Bis Montag, 21. Dezember, sollen hessenweit alle Flüchtlinge, die bisher in Zelten leben mussten, in winterfeste Quartiere umziehen oder inzwischen umgezogen sein. Dies hatte der Gießener Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich beim Richtfest für die Marburger Holzhäuser erklärt. Dieses Ziel wird auch in Stadtallendorf erreicht.

Wie die OP erfuhr, erfolgt heute die Übergabe der fertigen Unterkünfte vom hessischen Baumanagement (HBM, früher Staatsbauamt) an das Regierungspräsidium Gießen. Drei Unterkunfts- und ein Verwaltungsgebäude in einem Teil der Hessen-Kaserne sind saniert und hergerichtet worden - und das in weniger als acht Wochen (diese Zeitung berichtete). Der Umzug soll in der Zeit von Sonntag bis Montagmorgen passieren.

500 Menschen leben zurzeit in Zelten

Aktuell leben etwa 500 Menschen aus verschiedenen Nationen in den Zelten neben dem Bundeswehr-Hallenbad in der Artilleriestraße. Die Zahl schwankt teilweise ein wenig. „Die Räume sind toll geworden, das Land hat alles daran gesetzt, den Umzugstermin zu ermöglichen“, sagt Christian Betz. Er ist Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Marburg, dem Betreiber des Zeltcamps im Auftrag des Landes. Das Rote Kreuz bleibt der Betreiber der Einrichtung auch in der Hessen-Kaserne.

Im Januar werden weitere Gebäude übergeben, unter anderem ein früheres Hörsaalgebäude. Dort wurden früher die Soldaten der ZAW-Betreuungsstelle auf Zivilberufe vorbereitet. In nicht allzu ferner Zukunft sollen dort die sozialen Angebote für die in der Stadtallendorfer „Außenstelle der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung“ lebenden Menschen stattfinden können.

Essen wird weiterhin angeliefert

Dazu zählt auch eine Kinderbetreuung, die während der Zeltcamp-Zeit improvisiert in der Turnhalle neben dem Bundeswehr-Hallenbad stattfand. Vor allem auf dieses Gebäude freut sich das DRK als Betreiber besonders. „Wir werden dort viele weitere Möglichkeiten haben“, sagt Christian Betz. Die Mahlzeiten nehmen die Flüchtlinge im hergerichteten früheren Mannschafts-Speisesaal ein.

Das Essen wird weiterhin angeliefert, eine Küche hat sich dort in der Kürze der Zeit nicht aufstellen lassen. Vorerst ist die Kapazität des Saales auch auf 200 Menschen begrenzt, bis ­alle baurechtlichen Erfordernisse für eine höhere Personenzahl erfüllt sind.

Mit dem Umzug am Sonntag endet die Zeltcamp-Zeit. Wie das Regierungspräsidium zuletzt am Rande einer Informationsveranstaltung erklärt hatte, sollen die Zelte kurzfristig abgebaut werden. Sie gehen dann wieder in das Eigentum des Katastrophenschutzes über, ein großer Teil davon stammt aus dem Wetzlarer Zentrallager.

von Michael Rinde

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