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Am Dienstag geht es um Sachverhalte

Kieswerk Niederwald Am Dienstag geht es um Sachverhalte

Der Dienstag ist ein wichtiger Tag: Für die Niederwälder Bürger und für das in Niederwald angesiedelte Kieswerk Herrmann.

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Stehen zum Jahresende im Kieswerk Herrmann alle Räder still? Die derzeit genutzte Auskiesungsfläche reicht nur noch für dieses Jahr. Um die Genehmigung einer neuen Fläche geht es am Dienstag bei einer Info-Veranstaltung in Niederwald. Foto: Matthias Mayer

Niederwald. Der Ortsbeirat lädt um 18.30 Uhr zu einem Bürger-Informationsabend in das Dorfgemeinschaftshaus ein. Thema ist der Kiesabbau in Niederwald. Und dies ist ein äußerst schwieriges Thema, wie diese Zeitung mehrfach berichtete.

Die Ausgangslage: Das Kieswerk Herrmann möchte im Ohmrückhaltebecken eine neue Auskiesungsfläche erschließen, und dies in einem großen Umfang. Die Rede ist von 50 Hektar. Dieses Vorhaben hat die Unterstützung des Ortsbeirats. Die Stadt Kirchhain sieht nach Rücksprache mit der bergrechtlichen Aufsichtsbehörde derzeit keine Chance für die Genehmigung einer Auskiesung im Rückhaltebecken. Der Grund: Die Auskiesung auf der Wasserseite des Dammes befördert die Gefahr eines hydraulischen Grundbruchs, wie das Aufbrechen des Bodens durch starke Grundwasserströmung genannt wird. Diese wiederum gefährdet die Standsicherheit des Dammes.

Für realistisch hält die Stadt die Alternativlösung: Eine Erweiterung des jetzigen Kiesabbaugebiets um 14,1 Hektar - in Richtung Norden und in Richtung Niederwald. Der dort unter landwirtschaftlichen Flächen lagernde Kies könnte für fünf bis sechs Jahre reichen. Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner hatte vor Jahresfrist geäußert, dass dieser neue See später als Badesee genutzt werden und damit als Ersatz für das Freibad dienen könne, falls sich dieses eines Tages von der Stadt nicht länger halten lasse.

86,5 Prozent der Bürger gegen neuen Baggersee

In zwei von vielen Niederwäldern besuchten Sitzungen hatte der Ortsbeirat das Thema mit den Bürgern diskutiert und schließlich Anfang des Jahres unter großem Zeitdruck ein wahlartiges Bürgervotum organisiert. Dabei votierten 86,5 Prozent der Teilnehmer gegen einen neuen Baggersee vor ihrer Haustür, 6,9 Prozent dafür. Der Ortsbeirat hatte das Votum angesetzt, um von den Bürgern ein Verhandlungsmandat für einen nicht öffentlichen Anhörungstermin am 14. Januar zu bekommen.

Bürgermeister Jochen Kirchner wird am Dienstag nicht nach Niederwald kommen. Er begründete das gegenüber der OP damit, dass keine neuen Anträge des Kieswerkbetreibers vorlägen und mit dem Vorgehen des Ortsbeirats, erst die Bürger zu befragen, um sie dann zu informieren.

„Schade, dass er nicht kommt. Schließlich ist er als Bürgermeister Beteiligter des Verfahren“, kommentierte Ortsvorsteher Hennig Welt gegenüber der OP das Fernbleiben Kirchners. An dem Abend werde es, so der Ortsvorsteher, zwei informative Kurz-Vorträge zur Sache des Kieswerksbetreibers und des Bauernverbandes geben. Anschließend stünden Fachleute von den Aufsichts- und Genehmigungsbehörden bei RP und Landkreis sowie Kommunalpolitiker für Fragen der Bürger bereit. „Ich wünsche mir, dass viele Niederwälder kommen, und dass sie dem RP ein klares Meinungsbild des Dorfs vermitteln“, sagte Welk.

von Matthias Mayer

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