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Am 5. Mai hat das Warten ein Ende

Postagentur Kirchhain Am 5. Mai hat das Warten ein Ende

Die seit Wochen geschlossene Postfiliale in Kirchhain bleibt in der drittgrößten Stadt des Landkreises ein Ärgernis. Der Stadtverordnete Professor Erhard Mörschel (CDU) setzte dies auf die politische Tagesordnung.

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Im Schaufenster der verwaisten Postfiliale in Kirchhain hängen Zettel, die auf die Neueröffnung hinweisen. Ab dem 5. Mai werden dort wider Kunden bedient. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. Mörschel sprach während der jüngsten Stadtverordnetenversammlung von einem Unding und hielt der Post AG „einen eklatanten Verstoß gegen die Universal-Dienstleistungsverordnung“ vor. Nach dieser Dienstleistungsverordnung ist die Deutsche Post verpflichtet, in Kommunen ab 4000 Einwohnern eine Filiale vorzuhalten.

Da dies für Kirchhain derzeit nicht der Fall ist, müssen die Kirchhainer für ihre Post-Angelegenheiten und Postbank-Geschäfte in die zehn Kilometer entfernte Post-Filiale nach Stadtallendorf. Diese ist aktuell für knapp 40000 Einwohner zuständig, so dass sich, wie Mörschel konstatierte, dort die ohnehin schon langen Warteschlangen verlängert haben.

Bürgermeister Jochen Kirchner wusste auf die Anfrage des Stadtverordneten wenig Neues zu berichten. Er habe seit der durch die Insolvenz des privaten Betreibers bedingten Schließung der Post-Filiale zweimal den zuständigen Regionalbeauftragten in Kassel angeschrieben und auf das Versorgungsgebot der Deutschen Post hingewiesen. Beide Briefe seien nicht beantwortet worden.

Der Bürgermeister übte indirekte Kritik an der Vertragsgestaltung der Deutschen Post gegenüber deren Vertragspartnern. „Auch in unserer Filiale gab es lange Warteschlangen. Ich frage mich, was das für Verträge sind, die dem Betreiber einer gut frequentierten Filiale am Marktplatz kein auskömmliches Einkommen bringen“, sagte Jochen Kirchner.

Wie lange der Zustand noch anhalte, könne er nicht sagen. Der Stadt liege eine Gewerbeanmeldung für die Post-Filiale vor. Aus dieser gehe allerdings nicht hervor, wann mit einer Eröffnung zu rechnen sei.

Licht ins Dunkel brachte dann gestern der Frankfurter Post-Pressesprecher Thomas Kutsch auf Anfrage der OP. „Die Tinte auf den mit heißer Nadel gestrickten Verträgen ist gerade getrocknet, wir wollten so schnell wie möglich in Kirchhain, Gladenbach und Biedenkopf wieder präsent sein“, sagte Thomas Kutsch dieser Zeitung. In der Regel dauere die Neuvergabe einer Filiale länger, erläuterte er.

Laut Kutsch bleibt der Status der Filiale, die ab dem 5. Mai für die Kunden wieder erreichbar ist, unverändert. Gleiches gilt für die Dienstleistungen und das Sortiment.

Lobende Worte fand Kutsch für den künftigen Inhaber der Kirchhainer Filiale Reinhard Heinzer. Dieser habe Erfahrungen als Partner der Post, betreibe bereits die Filialen in Gemünden/ Wohra und in Niederweimar. Außerdem bringe er das von der Post gewünschte zweite wirtschaftliche Standbein mit: Heinzer führt eine Schreinerei und ein Bestattungsinstitut.

von Matthias Mayer

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