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Am 3. Advent läuten wieder die Glocken

St. Michael Am 3. Advent läuten wieder die Glocken

Regelmäßig verstummen in der Karwoche die Glocken in den Türmen der katholischen Kirchen für drei Tage. In St. Michael auf der Allendorfer Höhe schwiegen die Glocken dagegen mehr als drei Jahre.

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Von Oliver Linnhoff angehängt macht sich die kleine Marienglocke auf die Reise zu ihrem angestammten Platz, den sie wenig später (kleines Foto) fast schon erreicht hat. Fotos: Alfons Wieber.

Stadtallendorf. Die Statik des 52 Jahre alten Glockenturms ließ kein Glockengeläut mehr zu. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr hatte ein großer Kran die drei 1850, 1250 und 750 Kilo schweren Glocken vorübergehend aus dem Turm gehievt, um Platz für die Sanierung des Turms zu schaffen. Gestern wurde das Geläut aus dem Kircheninnenraum wieder auf seinen angestammten Platz gebrachr. Ein 56 Meter hoher Kran war notwendig, um die Glocken und den Glockenstuhl über den 33 Meter hohen Kirchturm auf die Einbauplattform an der Rückseite des Turms zu heben.

Zunächst hob Kranführer Walter Steuernagel die eisernen Glockenklöppel, dann die massiven Eichenbalken des neuen Glockenstuhls hoch. Der Architekt hatte sich bei dem neuen Glockenstuhl für die Holzlösung anstelle der vorher eingebauten Stahlträger entschieden, weil das Holz die durch das Läuten entstehenden Schwingungen besser abfedert und nicht in dem Maße wie Stahl auf die tragenden Außenwände überträgt.

Sanierung kostete625000 Euro

Am frühen Nachmittag war es dann endlich so weit. Unter den Augen von Pfarrer Diethelm Vogel und Pfarrkurator Werner Krupa schwebte als erste die 1850 Kilo schwere Bonifatiusglocke, danach die kleine Marienglocke und zum Schluss die mittelgroße Michaelsglocke am Stahlseil des Krans über den Turm und dann wieder hinab zur Einbauplattform. Dort warteten bereits die Mitarbeiter einer Fachfirma, um die Glocken mit einem Gabelhubwagen ins Turminnere zu verschieben. Der Einbau aller Teile und der Glocken soll in den nächsten 14 Tagen abgeschlossen sein. Bereits in der kommenden Woche wird das Gerüst abgebaut werden.

Erstmalig wird das Geläut allerdings wieder zum 15. Dezember, dem 3. Adventsonntag, erklingen und die Gläubigen zu einem feierlichen Festgottesdienst rufen. An diesem wird neben dem Hausherrn, Pfarrer Diethelm Vogel und Pfarrer Jerome Chinganthara aus Indien, der für ein Jahr in den drei Stadtallendorfer Kirchengemeinden unterstützend tätig sein wird, auch der ehemalige Fuldaer Generalvikar Alois Lang teilnehmen. Lang war vor 52 Jahren als Kaplan in Stadtallendorf einer der Mitzelebranten bei der Glockenweihe gewesen. Anschließend wird sich ein Empfang im Gemeinschaftsraum der Seniorenwohnanlage „Am Michaelsgarten“ anschließen.

Kosten wird die Gesamtsanierung etwa 625.000 Euro. Damit wird der Kostenvoranschlag um rund 10 Prozent überschritten. „Es war eine stärkere Betonüberdeckung notwendig. Das konnte man aber erst nach Beginn der Sanierung feststellen“, stellte Pfarrkurator Werner Krupa fest.

Insgesamt wurde die Turmwand nach innen um rund acht Zentimeter, nach außen mit etwa elf Zentimeter Armierung und Spritzbeton verstärkt. Etwas mehr als zwei Drittel der Baukosten trägt das Bistum Fulda, den Rest muss die Kirchengemeinde St. Michael selbst aufbringen.

von Alfons Wieber

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