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Altstädter halten ihrem Fest die Treue

Stadtallendorf Altstädter halten ihrem Fest die Treue

"Es ist angezapft" hieß es am Samstag gegen 15.30 Uhr zum 17. Mal in der Mittelstraße in Stadtallendorf. Es war der erste Fass-anstich für Bürgermeister Christian Somogyi, der damit das Altstadtfest eröffnete.

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Am Sonntagnachmittag verlegten viele das Kaffeetrinken in die Mittelstraße. Kleines Foto: Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi hatte das beliebte Fest am Samstag mit dem Fassanstich eröffnet.
Fotos: Schick/Rinde

Stadtallendorf. Ein wenig war dem 56-Jährigen der Respekt vor dem Bierfass anzumerken, schließlich war es das erste Mal, dass er im Amt des Bürgermeisters das traditionelle Fest eröffnete: „Ich hoffe, dass ich nicht allzu sehr nass werde“, sagte Somogyi vor etwa 200 Besuchern, die zum Start des Straßenfestes im Ortskern gekommen waren.

5000 Gäste sollten es dann am Abend werden, so zumindest war die Hoffnung des Vorsitzenden der Vereinigung von zehn Altstadtvereinen (VAV), Christoph Gohout. Die VAV ist für die Organisation des Festes verantwortlich, das seit 1982 in jedem zweiten Jahr stattfindet. „Damals war die Feier des 1200-jährigen Bestehens unseres Dorfes“, erklärte Gohout. Der 25-Jährige hob insbesondere das Engagement des Zweiten Vorsitzenden der VAV, Patrick Nasemann, hervor.

Die Bands „Eldorados“ und „Momberger“ sorgten mit ihren Auftritten am Abend für eine angenehme Atmosphäre und gute Stimmung bei den Besuchern. Das Altstadtfest, das traditionell auf das zweite August-Wochenende fällt, fand dann gestern gegen 17 Uhr seinen Abschluss. Zuvor veranstaltete die VAV, wie in jedem zweiten Jahr, den Frühschoppen ab 11.30 Uhr, das Mittagessen - diesmal mit Erbsensuppe - sowie den Ausklang bei Kaffee und Kuchen. Auch hierbei hatte die VAV an musikalische Begleitung gedacht, die „Stadtallendorfer Musikanten“ spielten bis zum feierlichen Ende.

„Schönstes Straßenfestin Allendorf“

„Ja, es ist wieder ein schönes Fest geworden, aber nicht nur für die Altstädter“, sagte Bernhard Kirchner gestern Nachmittag gegenüber der OP. Zwei Tische weiter fällt das Lob für die Veranstalter gleich noch deutlicher aus: „Das ist mit Sicherheit das schönste Straßenfest in ganz Allendorf“, war da aus berufenem Munde zu hören.

Eine besondere Würdigung richtete Christoph Gohout vor dem Fassanstich an die Helfer der VAV, die die zahlreichen Getränketheken unterhalten sollten. Die Einnahmen kämen dabei, unabhängig von der Größe des jeweiligen Vereins, jedem in gleichen Anteilen zugute. Außerdem galt seine Wertschätzung den Anwohnern, die erst durch eine gelungene Kooperation das Zustandekommen des Festes ermöglichen würden. „Die Vereine sind mit dem Fest sehr zufrieden“, zog Gohout gestern Nachmittag eine erste Festbilanz. Ob die angepeilte Marke von 5000 Besuchern tatsächlich geschafft wurde, ließ sich aber nicht sicher einschätzen. „Der Getränkelieferant musste jedenfalls noch am Abend Nachschub holen“, sagte Gohout.

Die Vereine nutzten die Gelegenheit, um auf eine aktuell brisante politische Debatte aufmerksam zu machen. Seit geraumer Zeit steht zur Diskussion, die Standorte der Grundschule I, die Bärenbach- und die Nordschule in Stadtallendorf, zusammenzulegen (die OP berichtete mehrfach).

Das Konzept dazu wurde von der Schulgemeinde, also Schulleitung, Lehrerschaft und Elternvertretern seinerzeit erarbeitet. Käme es so, wäre dies das Aus für die Nordschule. Mit der Kampagne „kurze Beine - kurze Wege“ warb der VAV auf dem Altstadtfest dafür, dass die Besucher sich auf einer Unterschriftenliste eintragen und somit eine mögliche Schließung der Schule verhindern. Auch Bürgermeister Somogyi hielt diese Maßnahme für durchaus sinnvoll: „Wenn man etwas verändert, dann nur mit dem Einverständnis der Eltern“, sagte er. Für Christoph Gohout ist klar, dass die Nordschule weiterhin Bestand haben muss, da „die Geburtenrate im Einzugsbereich der Nordschule sogar höher ist als die im Einzugsbereich der Bärenbachschule“. Eine Bilanz der Unterschriften­aktion folgt in den nächsten Tagen.

von Yanik Schick und Michael Rinde

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