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Altes Neujahrslied junger Burschen bleibt lebendig

Neujahrsblasen Altes Neujahrslied junger Burschen bleibt lebendig

Seit wie vielen Jahren die Musiker des Musikvereins Erfurtshausen bereits am Neujahrstag in ihrem Ort zum Blasinstrument greifen, weiß keiner genau. Es dürften mehr als zwei Jahrzehnte sein.

Erfurtshausen. Nieselregen und niedrige Temperaturen scheinen in den vergangenen Jahren zu einer festen Gewohnheit am Neujahrstag in Erfurtshausen zu werden. Das störte aber gestern keinen der bis zu 25 Musiker und ihrer zahlreichen Zuhörer nachhaltig. Mit Polkas, einem Kaffee und dem ein oder anderen Schnäpschen fingen die Erfurtshäuser 2013 beim Neujahrsblasen gemeinsam gut an.

Allein an der Einmündung zur Rosenstraße hatten sich gestern etwa 30 Erfurtshäuser versammelt. „Die meisten laufen mit uns von Station zu Station“, erläutert Werner Linne, Vorsitzender des Musikvereins Erfurtshausen in einer kurzen Pause. Als nach dem vermeintlich letzten Stück an der Station Rosenstraße ein „Zugabe“-Ruf ertönte, hieß es aus den Reihen der Musiker prompt „einfach Mitkommen“ als Antwort. Ein Lied spielten die Mitglieder des Musikvereins an jeder ihrer Stationen auf dem Weg zum Bürgerhaus: „Guten Morgen in diesem Haus“. Dieses Lied sangen junge Burschen, wenn sie in vergangenen Jahrzehnten in der Neujahrsnacht durch den Ort liefen und an jede Tür klopften, um Neujahrsgrüße zu überbringen. Die Anregung, das Lied wieder aufleben zu lassen, kam vom pensionierten Pfarrer Wilhelm Gerlach, der in Erfurtshausen lebt. Viele ältere Bewohner sangen den Text, wenn die Musiker aufspielten. „Die Noten dazu haben wir uns selbst geschrieben“, sagte Linne.

Und so bleibt in Erfurtshausen auch dieser Brauch lebendig. Woher die Tradition des nächtlichen Singens stammt, weiß auch Wilhelm Gerlach nicht genau. Vermutlich hätten westfälische Burschen diesen Brauch vor Jahrzehnten mitgebracht in den Ort, mutmaßt Gerlach. Den Abschluss des Neujahrsblasens bildete gestern, auch wie in jedem Jahr, ein gemeinsames Kaffeetrinken im Bürgerhaus als letzter Station.

von Michael Rinde

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