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Alternative ist doch keine Alternative

Breitband Alternative ist doch keine Alternative

Hieß es während einer ersten Infoversammlung noch, Mengsberg bekomme keinen Internetanschluss über Glasfaserkabel, so klingt dies in einem Aushang der Breitband GmbH nun anders.

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Glasfaser oder nicht? Diese Frage beschäftigt derzeit die Mengsberger.Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Mengsberg. „Wir sind sehr zuversichtlich, Ihnen dort eine Lösung vorstellen zu können, wie Mengsberg über Glasfaser mit Bandbreiten im VDSL-Bereich versorgt wird“, heißt es in einem am Wochenende veröffentlichten Aushang der Breitband GmbH, mit dem sie für den 26. März, 19.30 Uhr, ins Gasthaus Ochs zu einer extra einberufenen Infoveranstaltung einlädt.

„Das klingt doch schon mal super“, kommentiert Ortsvorsteher Karlheinz Kurz, der noch vor einer Woche mit Entsetzen auf die während einer ersten Infoveranstaltung vermittelte Nachricht reagiert hatte, dass Mengsberg nicht Teil des landkreisweiten Glasfaserkabelnetzes werden sollte. Auf Anfrage dieser Zeitung hatte Klaus Bernhardt, der Geschäftsführer der Breitband GmbH, erklärt, auch er sei von der Neuigkeit überrascht gewesen und habe im Vorfeld nichts davon gewusst.

Aufmotzen alter Leitungen ist keine Alternative

Nun scheint die Breitband GmbH sich dafür einzusetzen, dass Mengsberg doch über Glasfaser schnell ins Internet kommt. „Ziel war und ist es, dass in Mengsberg ebenfalls 25 bis 50 MBit/s Bandbreite für schnelles Internet und damit eine Gleichstellung zu den anderen Orts- und Stadtteilen erreicht wird. Dies ist nach jetzigem Kenntnisstand nur mit einem Glasfaseranschluss zu erreichen“, antwortet Landkreis-Sprecher Dr. Markus Morr auf eine OP-Anfrage zu dem neuen Aushang der Breitband GmbH.

Eine angedachte Alternativlösung – ein Aufmotzen bisheriger Leitungen – hat sich als ungeeignet erwiesen: „Alleine mit der Vectoring-Technik, also ohne Glasfaser, sind für Mengsberg keine Bandbreiten von 25 bis 50 MBit/s erreichbar“, sagt er und ergänzt: „Das liegt an der zu großen Entfernung der Strecke vom Glasfaseranschluss in Momberg bis nach Mengsberg, die derzeit noch aus Kupferkabel besteht.“ Von einem „Sinneswandel“ will Morr daher nichts hören: Von Anfang an sei es das Anliegen von Landkreis und Breitband GmbH gewesen, „dass Mengsberg – genauso wie auch die anderen Orte – einen Zugang zum schnellen Internet über Glasfaser erhält!“

Rege Beteiligung bei Unterschriftenaktion

Weitere Informationen gibt er indes nicht: „Derzeit befindet sich die Breitband GmbH in Verhandlungen mit der Telekom, um einen Glasfaseranschluss für Mengsberg sicherzustellen. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren inhaltlichen Aussagen machen können, um die Verhandlungen und eine konstruktive Lösung mit der Telekom nicht zu gefährden.“

Die Stadt Neustadt hört diese Entwicklungen gerne. „Ich habe natürlich die Erwartung, dass Mengsberg mit dem Modernsten, was technisch möglich ist, ausgestattet wird. Wir wollen den technischen Fortschritt schließlich zum Bürger bringen“, sagt Bürgermeister Thomas Groll. Entsprechend erwarte er, dass der Anschluss über Glasfaser kommt.

Karlheinz Kurz verweist noch einmal auf Synergieeffekte, die sein Stellvertreter Björn Wolfig auch schon ins Gespräch gebracht hatte: Wenn die Mengsberger ihr geplantes Nahwärmenetz bauten, könnten sie auch Leerrohre verlegen. „Über Glasfaser könnte Mengsberg dann auch mit Kabelfernsehen versorgt werden – dann würden wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, so Kurz.

Die Unterschriftenaktion für den Glasfaseranschluss jedenfalls setzen die Mengsberger fort. Listen liegen in Bäckerei und Lebensmittelgeschäft aus. Die Beteiligung der Bürger sei groß, sagt Kurz und betont, die Geschäftsleute würden seit Beginn der Aktion einen großen Kundenzuwachs verzeichnen.

von Florian Lerchbacher

Kommentar des Autors: Worten müssen auch Taten folgen

Eine Alternative ist wohl vom Tisch und eine Versorgung Mengsbergs über Glasfaser steht wieder im Vordergrund. Die Breitband GmbH will die Planungen korrigieren und verhandelt mit der Telekom. Das klingt doch schon besser. Es wäre aber auch albern, von einem „flächendeckenden Projekt“ zu sprechen, wenn ein komplettes Dorf von der Ausstattung mit schnellem Internet ausgeklammert würde.

Nun müssen den Worten aber auch Taten folgen. Mit Absichtserklärungen allein ist niemandem geholfen - vor allem nicht den Mengsbergern

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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