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Alternativ-Pläne bringen wohl kaum Ersparnis

Bahnhofsprojekt Alternativ-Pläne bringen wohl kaum Ersparnis

Im Dezember wird das Kirchhainer Stadtparlament seine Entscheidung darüber fällen, ob es das Projekt barrierefreier Bahnhofsumbau weiterführen will. Zu Beginn dieser Woche gab es wieder Gespräche mit der Bahn.

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Zu welchem Preis bekommt die Stadt Kirchhain einen barrierefreien Bahnhof? Diese Frage war ­Thema weiterer Gespräche mit der Bahn. Archivfoto: Michael Rinde

Quelle: Rinde

Kirchhain. Vertreter von Bahn AG, des Kirchhainer Magistrats und die Fraktionsvorsitzenden haben am Montagnachmittag erneut wegen der Planungen für den barrierefreien Umbau des Kirchhainer Bahnhofs zusammengesessen. Das erläuterte Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) auf Anfrage der OP. Hauptpunkt waren abermals die Baukosten. Wie diese Zeitung mehrfach berichtete soll der Eigenanteil der Stadt Kirchhain für den Umbau zwischen 2,4 und 2,5 Millionen Euro liegen.

Am Montag ging es um Einsparmöglichkeiten. Auf Wunsch der Stadt hatten sich die Planungsbüros noch einmal mit Alternativen beschäftigt, etwa mit der Möglichkeit, den zentralen Bahnsteig über Steg und Aufzug anzubinden statt die Bahnhofsunterführung im Empfangsgebäude umzugestalten. „Es hat sich gezeigt, dass die beiden im Raum stehenden Alternativmöglichkeiten wohl nur unwesentlich günstiger wären als die bisherige Planung“, sagte Hausmann. Das war zumindest ein Ergebnis der Zusammenkunft.

Das gesamte Vorhaben ist mit 7,6 Millionen Euro kalkuliert. Erklärtes Ziel aller Beteiligten war bisher, gegen Ende 2019 mit dem Umbau zu beginnen. Die Stadt Kirchhain müsste ihren Eigenanteil nach den bisherigen Planungen verteilt auf zwei Haushaltsjahre aufbringen. Zumindest bei diesem Punkt gibt es aber offenbar Bewegung bei der Bahn, wie sich schon im September andeutete.

Kein „Ausspielen“,keine „Scharmützel“

„Möglicherweise ist es denkbar, unseren Eigenanteil über mehrere Etappen, beispielsweise über vier Jahre, zu strecken“, sagt Hausmann.

Das hätte den Vorteil, dass die Stadt sich nicht nur auf ein einziges Projekt konzentrieren müsste und andere, ebenfalls als dringlich angesehene Vorteile auf unbestimmte Zeit hinausschieben müsste. Wobei zu den künftigen Investitionen der Stadt Kirchhain Pflichtaufgaben gehören, etwa der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses im größten Stadtteil Großseelheim oder die unbestritten nötige Sanierung am Freibad.

Gespräch mit der Kommunalaufsicht

Was Hausmann nicht will: „Es dürfen in Kirchhain keine Projekte gegeneinander ausgespielt werden“. Nach wie vor sei es sein Ziel, beim barrierefreiem Bahnhofsumbau eine breite Mehrheit im Stadtparlament zu bekommen. „Deshalb darf es keine Scharmützel geben“, so Hausmanns Credo. Vor allen weiteren Entscheidungen will Kirchhains Kämmerer in jedem Falle auch mit der Kommunalaufsicht sprechen, um zu klären, welche Finanzierungswege sie mittragen könnte.

Im Dezember wird es sich nun zeigen wie es tatsächlich weitergeht. Dann muss eine Entscheidung darüber fallen, ob die Stadt Kirchhain das Projekt fortführt oder die erste von zwei möglichen Ausstiegsmöglichkeiten nutzt.

Sollte das Stadtparlament an dieser Stelle mehrheitlich den Ausstieg aus dem Vorhaben wählen, so dürfte es auf ganz lange Sicht wohl keine weitere Chance in Sachen barrierefreier Bahnhofsumbau mehr geben. Wenn sich die Stadtverordneten dafür entscheiden weiterzuplanen, so kostet das die Stadt definitiv weitere rund 200000 Euro Planungskosten. Es gibt auch etwas Zeitdruck: „Wir werden jetzt entscheiden müssen, wenn das geplante Baufenster 2019 eingehalten werden soll“, sagt Hausmann.

von Michael Rinde

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