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Alter Betonring landet im Graben

Frühjahrsputzaktion Alter Betonring landet im Graben

Was die rund fleißigen Helfer bei der diesjährigen Frühjahrsputzaktion in der Natur zu Tag förderten, konnte mancher nur noch kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen.

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Helfer Udo Siegel blickte kopfschüttelnd in den Hänger, in dem sich schon nach kurzer Zeit ein
Betonring nebst Autoreifen fand. Fotos: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Wer am Samstag in der Kernstadt oder den Stadtteilen unterwegs war, dem dürften unterwegs die vielen fleißigen Helfer aufgefallen sein, die entlang der Straßen und an Waldrändern unermüdlich und ausgestattet mit orangefarbenen Müllsäcken und Greifzangen, die Natur von achtlos weggeworfenem Müll befreiten.

Zum fünften Mal hatten die Stadtwerke Stadtallendorf zu einer Abfallsammelaktion in der Natur und in Zusammenarbeit mit den Ortsbeiräten und Vereinen eingeladen. Und die Beteiligung war in diesem Jahr besonders groß, wie Armin Immel von den Stadtwerken berichtete. 360 Helfer aus 17 Vereinen, Gruppen und Verbänden, den städtischen Gremien, Schulkassen, Kindergärten und Einzelpersonen beteiligten sich in diesem Jahr von Schweinsberg bis Wolferode an der Aktion.

Ein Grund für die hohe Zahl ist die Beteiligung der Georg-Büchner-Schule und der Grundschule II mit einigen Klassen. Sie werden sich noch im Laufe dieser Woche engagieren. Dass sich so viele Menschen aktiv für ihre Gemeinde einsetzten, das schaffe auch eine Stärkung des Gemeinschaftsgefühls, unterstreicht Immel. Um Wolferodes Ortsvorsteher Armin Naumann versammelten sich am Samstagmorgen 15 Helfer auf dem Dorfplatz in Wolferode, um von dort aus die Straßen- und Waldränder rund um die Ortschaft abzugehen. Begleitet wurden sie dabei von einem Traktor und einem Kraftfahrzeug mit jeweils einem Anhänger.

Bürgermeister Christian Somogyi mischte sich in Wolferode unter die Helfer. „Viele Menschen werfen den Müll einfach achtlos aus dem Auto in die Natur. Jetzt müssen Ehrenamtliche die Natur wieder reinigen“, betonte er und verwies auf die gute Infrastruktur, die in Stadtallendorf für die Müllentsorgung eigentlich vorhanden ist. Wie zum Beispiel durch den Wertstoffhof.

Die jüngsten Helfer in Wolferode sind gerade einmal neun Jahre alt. Luca und Felix sind Freunde und deshalb sammeln sie auch gemeinsam den Müll ein. „Ich finde es doof, wenn Leute einfach ihren Müll irgendwohin werfen“, erklärt Felix. „Man verschmutzt doch seine eigene Umwelt“, sagt er. In Richtung Josbach ist Lothar Schauberer unterwegs. Auch er ist jedes Jahr mit dabei. Gefunden habe er schon alles, erzählt er. Altölflaschen, ausgelaufene Batterien und jede Menge Pfandflaschen, die immer für einen guten Zweck abgegeben werden,- und natürlich Pappbecher einer großen Fastfood-Kette, in denen noch der Strohhalm steckt. „Kaffee to go heißt bei denen aus dem Autofenster schmeißen“, sagt er kopfschüttelnd.

Faulheit und Bequemlichkeit sind für ihn die einzigen Erklärungen für das Handeln der Menschen. Jedes Jahr dabei sind auch Günther Mergel und Udo Siegel.

Tote Eule, ein Korb und viele Autoreifen

„Die zwei Stunden Zeit kann man sich nehmen“, erklären sie überzeugt. Mit Bedauern entdeckten die beiden Männer am Straßenrand auch eine tote Eule, die wohl dem Verkehr zum Opfer gefallen ist.

Auf dem großen Anhänger, der die Helfer begleitet, wird jetzt schon langsam der Platz knapp. Hier liegt inzwischen schon ein riesiger Betonring, ein Autoscheinwerfer, ein geflochtener Korb und mehrere Autoreifen. Zum Dank für ihren Einsatz erwartet die Helfer gegen Mittag ein Imbiss. Die Rechnung übernimmt die Stadtwerke. Im vergangenen Jahr holten die Helfer rund sechs Tonnen Müll aus der Natur. Besonders freut sich Armin Immel über die frühkindliche Erziehung in den Kindergärten, bei der die Kinder früh den sorgsamen und richtigen Umgang mit Müll erlernen. Auch in der Kindertagesstätte „Weißer Stein“ finde derzeit ein Umweltprojekt statt, berichtet Immel.

Dank Uwe Wiegand, dem Abfallbeauftragter der Stadt Stadtallendorf, hatte die nötige Logistik im Vorfeld mit der Verteilung der Säcke und Greifzangen gut geklappt. Im Wertstoffhof wurde der Müll schließlich gesammelt oder in Abstimmung mit Uwe Wiegand später abgeholt.

von Karin Waldhüter

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