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Alte Unterkünfte sind fast saniert

Flüchtlinge Alte Unterkünfte sind fast saniert

Am Mittwochabend informieren Vertreter des Landes über den Umbau der Hessen-Kaserne. Viele dürften vor allem gespannt darauf sein, welcher offizielle Fußweg für die Flüchtlinge eingerichtet wird. In Stadtallendorf gibt es Fortschritte beim Umbau von Teilen der Hessen-Kaserne zur Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge.

Am 18. Dezember wollen die Baubehörden die Unterkünfte übergeben, damit die in Zelten lebenden Flüchtlinge umziehen können.

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An diesem Unterkunftsgebäude, in das die Flüchtlinge voraussichtlich ab 18. Dezember ziehen, ist ein zweites Treppenhaus angebaut worden. Foto: Michael Rinde

Quelle: Rinde

Stadtallendorf. Auf die Frage, die Ende November so viel Emotionen aufwarf, gab es gestern noch keine Antwort. Woher führt die Fußweg-Verbindung aus der künftigen „Außenstelle der Erstaufnahme-Einrichtung Stadtallendorf“, so die offizielle Bezeichnung. Nach einer Besprechung mit allen beteiligten Behörden am 27. November ist klar, dass neben der bisher geplanten Route über einen Waldweg bis zum Schmiedeweg auch andere Optionen auf dem Tisch liegen. So besteht die Überlegung, die Flüchtlinge durch die Kaserne, hin zum früheren Mobilmachungs-Stützpunkt und dann über die Scharnhorststraße zu führen. Die Bundeswehr hatte im Vorfeld klargemacht, dass für sie eine Wegeführung über die Artillerie- und die General-Nehring-Straße nicht in Frage kommen wird. Sie will „geordnete Verhältnisse“ zwischen zivilem und militärischem Betrieb, auch aus Gründen der Verkehrssicherheit. Eine Bürgerinitiative wendet sich gegen die bisherigen Planungen, den Schmiedeweg durch die Rohrborn-Siedlung als Haupt-Fußgängerweg zu nutzen (die OP berichtete). Gestern liefen nach Recherchen dieser Zeitung noch Abstimmungsgespräche zwischen den verschiedenen beteiligten Institutionen, wie etwa Landes- und Bundesbehörden. Bürgermeister Christian Somogyi erwartet, dass heute Abend bei der nunmehr dritten Informationsveranstaltung eine endgültige Lösung präsentiert wird. Klar ist aber auch, dass es sich nicht verhindern lassen wird, dass die Menschen, die in den Unterkünften leben werden, auch eigene Wege suchen dürften, sicherlich auch über die Artilleriestraße oder durch den Forst zum Schmiedeweg - je nachdem, wie die Lösung nun ausfallen wird.

In der Hessen-Kaserne selbst ist inzwischen viel geschehen, wie bei einem Ortstermin mit Vertretern von Magistrat und Verwaltung am Montagabend deutlich wurde.

Kanalsanierung in ganz kurzer Zeit

Noch nicht einmal sechs Wochen sind vergangen, seit die ersten Bauunternehmen begonnen haben. Unternehmen wie auch das Hessische Baumanagement als vom Land beauftragte Baubehörde haben in dieser Zeit augenscheinlich viel geschafft: Fünf Gebäude werden so hergerichtet, dass sie im ersten Bauabschnitt sämtliche Bewohner des Zeltcamps am Bundeswehr-Hallenbad aufnehmen können. Drei Gebäude sind als Unterkünfte vorgesehen, eines für die Verwaltung und ein weiteres für die soziale Betreuung der Menschen, etwa für einen kleinen Kindergarten. Im ersten Bauabschnitt in der Hessen-Kaserne entsteht Platz für rund 700 Flüchtlinge. Im nächsten Jahr werden weitere Gebäude saniert. Dann soll in dem Teil, den die Bundeswehr dem Land übergeben hat, Platz für bis zu 1200 Menschen entstehen.

Die Tatsache, dass die alten Unterkünfte lange leerstanden und an geltende Bauvorschriften angepasst werden müssen bedeutete eine enorme Herausforderung. Alle Gebäude brauchten einen zweiten Fluchtweg, sprich Außentreppenhäuser. Die Elektroanlage muss überall erneuert werden, dort lagen meist nur zweiadrige Kabel. Alle früheren Duschen und Toiletten in den Unterkünften sind nicht mehr benutzbar zu machen in der Kürze der Zeit, um nur einige Beispiele zu nennen.

Großes Lob für die beteiligten Firmen

Täglich liefert ein Unternehmen derzeit Sanitär-, Dusch- und Waschmaschinen-Container an. Damit diese angeschlossen werden können, verlegte das Baumanagement neue Wasserleitungen. Noch viel aufwendiger war allerdings die Sanierung eines großen Kanals in der Kaserne. Das gelang dank des Inliner-Verfahrens, bei dem ein maßgefertigter Kunststoffschlauch durch das defekte Rohr geführt wurde. Viel Arbeit bereitet derzeit noch die Elektroinstallation in den Gebäuden. In den Unterkünften wurden neue Aufputzleitungen nötig. „Die Firmen haben Hand in Hand gearbeitet und sich sehr engagiert“, lobt Karl-Wilhelm Schütz vom Baumanagement gegenüber der OP. Bei den Sanierungsarbeiten kamen fast ausschließlich Unternehmen aus der Stadt und der Region zum Zuge. Sie arbeiten teilweise bis in die Abendstunden, um den Termin einhalten zu können.

n Die Informationsveranstaltung beginnt heute um 19 Uhr in der Stadthalle. Ein Vertreter des Regierungspräsidiums und des Baumanagements werden auf dem Podium sitzen.

von Michael Rinde

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