Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Alte Teerschicht verteuert Sanierung

Rüstungsaltlast Alte Teerschicht verteuert Sanierung

Ab dem Frühjahr geht es auf der Baustelle am Rande des Finkenweges um die Landschaftspflege. Bei der nächsten Sanierung im Wasag-Gebiet steht dann eine andere frühere Produktionsstätte im Fokus.

Voriger Artikel
Beim Solisten springt der Funke über
Nächster Artikel
Klares Votum für das Neubaugebiet

Das Bild entstand während des Abrisses der alten Produktionsgebäude der Füllstelle im ­vergangenen Sommer. Unten sind Betonreste auf dem Gelände zu sehen.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Anlieger werden in wenigen Wochen nichts mehr von der Altlastensanierung in ihrer Nachbarschaft merken. Der zuletzt im September von Verantwortlichen des Landesbetriebs Bauen in Hessen (LBIH) genannte Termin „Frühjahr 2017“ wird eingehalten. Baudirektor Volker Gebhardt vom Landesbetrieb rechnet mit einem Sanierungsende im April oder Mai, wobei sich daran dann Wiederaufforstung und Landschaftspflege anschließen werden.

Im Augenblick ruht der Baustellenbetrieb allerdings, eine kurze Winterpause, wie Gebhardt erläutert. Mitte Januar, so der Plan, sollen die Arbeiten fortgesetzt werden. „Das wird aber auch von der Witterung entscheidend abhängen“, betont Gebhardt. In einem der letzten Arbeitsschritte geht es darum, Schutt und Boden, der abgedeckt auf dem Gelände lagert, abzutransportieren. Betonteile wurden ohnehin nicht vor Ort zerkleinert.

Eine Million zusätzlich

Zum Schutz der Nerven der Anlieger hatte LBIH auf den Einsatz der großen „Brecher“ verzichtet. Zuletzt waren die Bodenplatten der früheren Produktionsstätte des Rüstungswerkes Wasag (Werk Herrenwald) zunächst herausgeholt worden. Dabei hatte sich herausgestellt, dass sich in den Betonplatten Teerschichten mit umweltgefährlichen polyaromatischen Kohlenwasserstoffen, sogenannten Paks, befinden (die OP berichtete). Diese Paks müssen besonders entsorgt werden.

Und das verteuert das Gesamtprojekt „Füllstelle I“ in der Summe ganz erheblich. Rund eine Million Euro, so Gebhardt gegenüber der OP, wird das den Bund als Auftraggeber zusätzlich kosten. Damit könnte am Ende eine Summe von knapp fünf Millionen Euro stehen, zuletzt waren die Kosten für die Füllstelle-I-Sanierung mit 3,9 Millionen Euro angegeben worden. Der von der Bundeswehr genutzte Teil der Wasag wird in den nächsten zehn Jahren vom Bund für rund 50 Millionen Euro von Rüstungsaltlasten befreit.

Fortsetzung im Jahr 2019

Inzwischen ist klar, dass zunächst die Füllstelle II nicht weit von der jetzigen Baustelle entfernt, angepackt wird. Diese ehemalige Produktionsstätte liegt an der geplanten Trasse der Autobahn 49. Der Zeitplan sieht 2019 für die Arbeiten vor.

„Außerdem wollen wir zur Vorbereitung der Sanierung die betreffenden Teile des Standortübungsplatzes noch einmal genau auf Munitionsreste, also Kampfmittel, untersuchen lassen“, ergänzt Gebhardt. Das ist Voraussetzung für die spätere Sanierung. Zwar wurde der Übungsplatz bereits mehrfach auf Munition aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht. „Doch es gibt inzwischen noch einmal sehr verbesserte Erkundungsmethoden“, erklärt Gebhardt.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr