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Alte Steine kehren als Mauer zurück

Bauprojekt Alte Steine kehren als Mauer zurück

Noch fehlt die Zustimmung der Unteren Denkmalschützbehörde für die Gestaltung eines neuen Parkplatzes am Friedhof. Ortsvorsteher und Bürgermeister gefällt der Plan einer Architektin schon einmal.

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Die Grüngestaltung wollen Ortsvorsteher Karl Stehl und die Stadt Neustadt noch einmal verändern lassen. Ansonsten soll der neue Parkplatz wie abgebildet aussehen – allerdings fehlt bei der grauen Garage am oberen Parkplatz-Ende das Tor.Grafik: privat

Quelle: Besitzer

Speckswinkel. Im vergangenen Jahr stand in der Straße „Zum Krückeberg“ noch ein unbewohntes, marodes Haus. Die Stadt kaufte das Anwesen, riss das Gebäude ab und beschloss in Abstimmung mit dem Ortsbeirat, dort einen Friedhofsparkplatz anzulegen.

Mittlerweile liegen die Planungen der aus Speckswinkel stammenden und in Mainz tätigen Architektin Petra Geißel-Born vor. „Diese wurden mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt, da der Bereich des Friedhofsparkplatzes innerhalb der geschützten historischen Gesamtanlage Speckswinkels liegt“, erklärt Bürgermeister Thomas Groll. Noch fehlt allerdings die Genehmigung.

Geplant ist, die Parkfläche mit dem für den Ort typischen Basalt-Pflaster zu gestalten. Die Markierung der Stellflächen ist mit farbig abgestimmtem Pflaster vorgesehen. Als Einfassung in Form einer kleinen Mauer sollen die Sandsteine dienen, die vom Abriss des alten Gebäudes übrig sind. Anders als auf dem Entwurf sollen die sieben Parkplätze eingegrünt werden - und auch die Hainbuchenhecke gehört bereits der Vergangenheit an: „Wir wollen lieber lebendiges Grün“, betont Ortsvorsteher Karl Stehl und ergänzt: „Wir wollen an dieser Stelle auch noch Sitzgelegenheiten schaffen.“ Sieben Stellplätze sind vorgesehen, acht wären möglich gewesen: „Wir wollten allerdings lieber einen vernünftigen Gehweg haben - daher haben wir auf einen Parkplatz verzichtet“, erklärt er.

Die Stadt hat für die Umsetzung des Projektes 12000 Euro an Haushaltsmitteln vorgesehen. Der Heimat- und Verschönerungsverein steuert 3000 Euro bei, je 500 Euro tragen der Arbeitskreis Heimatkalender, die Jagdgenossenschaft Speckswinkel und ein privater Spender. Zudem haben einige Freiwillige, „Stehls Truppe“, wir Groll einwirft, Eigenleistung zugesagt: „So können wir eine Menge Geld sparen. Schon beim Abriss des Hauses engagierten sich Speckswinkler: Die Landwirte fuhren den Schutt ab“, ergänzt Stehl, den der Bürgermeister als „Triebfeder des Vorhabens“ bezeichnet: „Das Projekt verfolgt er hartnäckig. Es liegt ihm am Herzen wie Speckswinkel-Mitte.“

Ortsmitte bleibt Sorgenkind

Für den Ortskern könnte das Parkplatz-Projekt als Musterbeispiel dienen, sagt Groll: Ihm wäre es lieber, marode und leerstehende Gebäude in der Ortsmitte abzureißen: „Wenn uns nicht der große Wurf gelingt mit Abriss und sofortigem Neubau, dann sollten wir zumindest die alten Häuser entfernen, die entstehenden Freiflächen ordentlich gestalten und sehen, wie wir sie vermarkten.“ Stehl bezeichnet sie derweil nicht nur als Schandfleck sondern auch als Gefahr: „Ich sorge mich um die Kinder, denn sie sehen nicht direkt, wie marode die Gebäude sind und können die Gefahr daher nicht einschätzen, die von ihnen ausgeht.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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