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Alte Sagen fesseln Wanderer

Hatzbachtal-Wanderung Alte Sagen fesseln Wanderer

Das Wetter spielte am Himmelfahrtstag zwar nicht mit. Aber 624 Wanderer machten sich trotz des Dauerregens auf die „Sagenhafte Hatzbachtalwanderung“.

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Quer durch Wiesentälern gelangten die Wanderer an den idyllisch gelegenen Erxbach. Kleines Bild: Ein Teil der Strecke führte auch an den „Tugenden“ im Ort vorbei. Fotos: Karin Waldhüter

Hatzbach. Wer sich am Donnerstagmorgen, nach einem ersten Blick in den regenverhangenen Himmel, doch dafür entschieden hatte, Regenschirm und Regenjacke einzupacken und eine der 5, 11 und 20 km langen Strecken der „Sagenhaften Hatzbachtalwanderung“ in Angriff zu nehmen, der wurde dafür unterwegs reichlich belohnt. Zwischen idyllisch gelegenen Orten erlebten die Wanderer herrliche Natur und dazu sieben Schauplätze uralter, schaurig schöner Hatzbacher Sagen, die auf Hinweistafeln entlang des Weges die Wanderer begleiteten.

Wie zum Beispiel die Sage vom Hund mit den Telleraugen am Roten Bach, die Sage vom Jungfernborn, die Sage vom Juden Pinhas oder die Sage vom Riesen am Eichwald. Zum 31. Mal richteten die Wanderfreunde Hatzbachtal die traditionelle Hatzbachtalwanderung aus und beteiligten sich damit auch an einer Aktion des Bundesamtes für Naturschutz unter dem Motto „Gemeinsam wandern - Vielfalt der Natur erleben“.

Mit Bussen waren Wanderer aus Hamme/Belgien, Flacht bei Limburg und Amöneburg angereist. Dazu belegten Fahrzeuge aus Friedberg, Gießen, dem Havelland, Erfurt oder dem Lahn-Dill-Kreis die Parkplätze rund um das Bürgerhaus. Und trotz des beständig fallenden Regens zeigten sich die Wanderer zufrieden: „Ein Wanderer kennt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Wir sind 80 Kilometer gefahren, um hier den Verein zu unterstützen“, berichtet Werner Luley, Vorsitzender der Berg-und Wanderfreunde Lindenstruth.

„Ich finde es sehr interessant, Orte und die Geschichte Hatzbachs mit in die Wanderung einzubinden“, findet Willi Michel aus Burgholz. Nach der Wanderung erwartete die Teilnehmer ein reichhaltiges Kuchenbuffet mit über 30 selbst gebackenen Torten und frischer Bratwurst vom Grill. Schriftführer Eike Erdel und Kassiererin Monika Kirchner hatten ein 24-seitiges Büchlein erstellt, das erstmals alle Sagen, die in oder um Hatzbach spielen, bündelt. „Das Interesse an den Sagen ist groß“, berichtet Horst Erdel, der seit 32 Jahren die Geschicke des 130 Mitglieder zählenden Vereins lenkt.

Das Heft „Die uralten Sagen von Hatzbach“ mit einer Auflage von 200 Stück, konnte von den Wanderern im Bürgerhaus käuflich erworben werden. Günter Schmidt aus Hatzbach hatte gleich mehrere Büchlein erstanden. „Die gehen nach New Orleans“, berichtet er.

Kinder und Jugendliche konnten sich an einem Quiz zu den Hatzbacher Sagen beteiligen und erhielten dafür ein bebildertes Sagenbüchlein geschenkt. Aufgrund des Dauerregens in den vergangenen Tagen mussten sich die Organisatoren in diesem Jahr wetterbedingten Schwierigkeiten, wie hoch stehendes Wasser an Teich und auf Wegen, stellen. „Die Vorbereitungen waren teils abenteuerlich“, berichtet Erdel. Bis zum Einbruch der Nacht hatten Eike Erdel und Frank Drescher am Vortag die Wege vom hohen Gras befreit und mit der Motorsense bearbeitet.

„Legt man das schlechte Wetter zu Grunde, so war die Veranstaltung aus unserer Sicht dennoch ein großer Erfolg“, resümiert Horst Erdel. Ab 11 Uhr seien alle Plätze im Bürgerhaus besetzt gewesen und die letzten Besucher hätten gegen 20 Uhr die Veranstaltung verlassen. „Bei den örtlichen Vereinen und Gruppen hatten wir einen deutlichen wetterbedingten Rückgang an Wanderern zu verzeichnen“, so Erdel.

Bedingt durch einen Kooperationsvertrag zwischen dem Deutschen Volkssportverband (DVV) und der Europäischen Volkssportgemeinschaft (EVG) wurde erstmals ein Wertungsstempel beider Verbände vergeben.

Ehrung: Walter Motz, Vorsitzende des Landesverbandes Hessen des Deutschen Volkssportabzeichens, ehrte Erika und Otto Kukowski für 30 Jahre ehrenamtliche Arbeit im Wanderverein. Monika Kirchner erhielt die Goldene Ehrennadel für 15 Jahre ehrenamtliche Arbeit als Kassiererin.

Vereinsehrungen:

Folgende Vereine wurden ausgezeichnet: Deutscher Volkssportverband/Internationaler Volkssportverband: Wanderfreunde Neustadt (47 Teilnehmer), ‘t Hoeksklen Hamme-Belgien (42 Teilnehmer), Die Tramps Flacht (38 Teilnehmer), Amöneburg (30 Teilnehmer) Europäische Volkssportvereinigung: Wanderfreunde Gießen und Lindenstruth (jeweils 21 Teilnehmer). Ortsvereine: Hatzbacher Vereinsgemeinschaft (54 Teilnehmer), Wanderverein Niederklein (18 Teilnehmer), Alte Herren Erksdorf (17 Teilnehmer).

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