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Alte Kellerei wechselt den Besitzer

Stadtallendorf Alte Kellerei wechselt den Besitzer

Für 4.700 Euro hat die alte Mainzer Kellerei im alten Dorf jetzt doch noch den Eigentümer gewechselt. Wer das Haus vom Land gekauft hat, bleibt aber noch geheim.

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Die frühere Mainzer Kellerei in der Altstadt ist verkauft.

Quelle: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Jahrelang sah es um die Zukunft der alten Mainzer Kellerei düster aus. Das alte Herrschaftshaus stand leer, Interessenten für einen Kauf gab es nicht. Das Landesamt für Denkmalpflege übernahm es, das alte Gemäuer zu sichern. Vor wenigen Tagen dann die Überraschung: Das Land Hessen hat einen Käufer gefunden, wenn auch über den Umweg einer Versteigerung in Berlin.

Ein Berliner Auktionshaus brachte das Gebäude im Auftrag des Hessischen Immobilienmanagements, einer Gesellschaft des Landes, an den Mann oder die Frau. Wer der Käufer ist, darüber schweigen alle bisher Beteiligten, das Land wie auch das Auktionshaus. Nur den Verkaufspreis wollte Christiane Bockler-Wentlandt, Sprecher von Hessen Immobilien, am Montag verraten. Er lag bei 4 700 Euro. Dass sich das Land beim Verkauf von Immobilien eines Auktionshauses bediene, sei nichts Ungewöhnliches. „Gerade bei Immobilien, für die es keine oder nur sehr wenige Nachfragen gibt, greifen wir auf Auktionshäuser zurück“, sagt Bockler-Wentlandt.

Dass der Verkaufspreis so niedrig ausgefallen ist, überrascht Kenner des historischen Gebäudes kaum. Besteht doch innen wie außen einiger Sanierungsbedarf. Einen Betrag von rund 1,5 Millionen Euro, der in Stadtallendorf immer wieder genannt wird, hält Dr. Bernhard Buchstab vom Marburger Landesamt für Denkmalpflege für deutlich zu hoch gegriffen. Für ihn war die Mitteilung, dass das Gebäude verkauft ist, „unbedingt eine gute Nachricht“. Für ihn ist die alte Mainzer Kellerei mit Sicherheit eines der historisch wertvollsten Gebäude im östlichen Teil des Landkreises Marburg-Biedenkopf.

Im Jahr 2006 hatte das Landesamt darum auch in die Erhaltung der Kellerei investiert und unter anderem den Wasserabfluss neu geregelt und den Keller trockengelegt. Bis heute ist die Konstruktion des Hauses aus Sicht der Denkmalpflege in einem guten Zustand. „Das Beispiel der Kellerei zeigt, dass es sich lohnen kann, auch ein leer stehendes Gebäude zu erhalten“, freut sich Buchstab. Vor einem Jahr hatte das Haus im alten Dorf zuletzt von sich reden gemacht.

Seinerzeit hatte das Finanzministerium das Haus der Stadt Stadtallendorf für einen symbolischen Betrag zum Kauf angeboten. Magistrat und Parlament hatten jedoch angesichts der Folgekosten dankend abgelehnt. Bezirkskonservator Buchstab hält nach wie vor eine gemischte Nutzung des Hauses, also sowohl für gewerbliche als auch private Zwecke, für denkbar und möglich. Ein Knackpunkt für einen Verkauf der Kellerei war in der Vergangenheit auch stets der fehlende Garten. Er fehlte bei den vor Jahrhunderten entstandenen Herrschaftsgebäuden in aller Regel.

Buchstab will jetzt abwarten, was für Vorstellungen der neue Eigentümer für die weitere Nutzung des Hauses hat. Einen Abriss schließt er aus. Die Räume im Inneren sind von der Aufteilung her noch so, wie sie vor mehr als 300 Jahren angelegt wurde. „Je enger sich jemand an der bisherigen Aufteilung orientiert, desto geringer dürften die Sanierungskosten ausfallen“, denkt Buchstab. Seine Behörde werde dem neuen Eigentümer mit Rat und Tat zur Seite stehen.

von Michael Rinde

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