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Alte Dorfnamen leben weiter

Speckswinkel Alte Dorfnamen leben weiter

An 50 Häusern in Speckswinkel hängen wieder Schilder mit den alten Dorfnamen. In einigen historischen Häusern wohnen dabei längst andere Besitzer.

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Guido Greiner steht unter dem Schild mit dem Dorfnamen „Schustersch“, das an seinem Haus hängt. Foto: Michael Rinde

Speckswinkel. Guido Greiner, seine Frau Yvonn und ihre beiden Kinder leben seit 2003 in ihrem Haus in Speckswinkel. Die Familie ist zugezogen, er stammt aus Schweinsberg, sie aus Bottenhorn. Die Familie liebt das Leben auf dem Dorf und identifiziert sich beinahe von Anfang an mit Speckswinkel. Darum gab es bei Guido Greiner und seiner Frau auch keine größere Diskussion, als der Ortsbeirat mit einer Bitte an sie herantrat. Sie wurden gefragt, ob sie ein Schild mit dem historischen Dorfnamen der früheren Eigentümer an ihrer Hauswand anbringen. Deshalb hängt an einer Hausseite nun seit einigen Wochen das Schild „Schustersch“.

Das Haus hat die Familie einst von Konrad Jakob gekauft, einem Speckswinkler Original, wie Guido Greiner sagt. „Seine Witwe hat sich sehr gefreut, als sie hörte, dass der alte Dorfnamen weiterleben wird“, sagt Guido Greiner. So weit bekannt, reicht der Name „Schustersch“ bis zum Urgroßvater von Konrad Jakob zurück.

Guido Greiners eigene Familie hatte in Schweinsberg nie einen solchen Dorfnamen. Für die Familie Greiner ist das Dorfleben sehr attraktiv. Beide werben beim Besuch der OP intensiv dafür - auch für den Bezug historischer Häuser.

Das Haus der Greiners wurde im Jahr 1934 gebaut, wie auch auf einer Inschrift an einer Hausseite nachzulesen ist. „Das Dorfleben lohnt sich, allein schon wegen der täglichen Gespräche mit den Nachbarn über den Gartenzaun hinweg“, sagt Greiner. Die Dorfnamen-Initiative ist für die Greiners ein Beitrag dazu, die Geschichte und Geschichten im Ort am Leben zu erhalten. „Es ist im Dorf nun einmal ,Schustersch Hof‘ und er bleibt es jetzt auch“, sagt Greiner, als er das Schild an der Hauswand betrachtet. Er habe schon immer einen Bezug zu alten Häusern gehabt, sie hätten ihn geradezu angezogen.

Entstanden ist die Initiative, alte Dorfnamen durch Schilder an Häusern am Leben zu erhalten, bei der Vorbereitung für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Ein Arbeitskreis habe sich mit Dorfhistorie befasst, berichtet Speckswinkels Ortsvorsteher Karl Stehl. 52 Speckswinkler Hausbesitzer habe der Arbeitskreis angesprochen, 50 hätten dem Aufhängen der Schilder zugestimmt. Die Geschichte der Dorfnamen gehe bis ins Jahr 1752 zurück, wie dokumentiert sei.

„Es gibt glücklicherweise einige, die so denken wie die Familie Greiner“, freut sich Stehl. Ziel der ganzen Initiative sei es, alte Werte zu überliefern.

von Michael Rinde

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