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Als der Kurfürst nach Kirchhain kam

Historische Stadtführung Als der Kurfürst nach Kirchhain kam

Die Kurhessische Bürgergarde Kirchhain bot eine Erlebnisstadtführung durch den ältesten Teil Kirchhains an. Dabei ­wurde das alte Dörfchen präsentiert, wie es im Jahr 1840 ausgesehen hat.

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Harald Pausch alias Bürgergarden-Hauptmann Schweinsberger führte die Teilnehmer der Erlebnisstadtführung zum Grabstein von Constantia Schlott im Annapark.

Quelle: Maik Drossel

Kirchhain. Anwohner der Altstadt wurden Zeugen eines ganz besonderen Schauspiels. Ein Gardist im blauen Oberrock mit Tschako, Mantel und Laterne führte eine große Menschenmenge durch das alte Dorf in Kirchhain.

Bei dem Gardisten handelte es sich um Harald Pausch vom Heimat- und Geschichtsverein. Der war in die Rolle des Bürgergarden-Hauptmanns Schweinsberger geschlüpft. Als solcher nahm er die 40 Teilnehmer an der historischen Stadtführung mit auf eine Zeitreise ins Jahr 1840 zur Weihnachtszeit. Nicht nur die Stein und Fachwerk gewordenen stummen Zeugen dieser Zeit wurden den Besuchern nähergebracht, sondern auch das Leben in der Stadt.

Dafür sorgte ein Dutzend Laienschauspieler in historischen Kostümen, die an verschiedenen Orten Szenen aus jener Zeit anschaulich spielten. Sie vermittelten so, was die Kirchhainer Bürger vor 176 Jahren bewegt haben könnte.

Es herrscht große Aufregung in der Stadt. Der hessische Kurfürst ist in Kirchhain gelandet. Und er wird dort über Nacht bleiben. Wegen eines Radbruchs an seiner Kutsche bezieht er Quartier im Blauen Löwen. Die Bewohner tun alles, um dem Kurfürsten den Aufenthalt in ihrer Stadt so angenehm wie möglich zu gestalten.

Inszenierung mit viel Liebe zum Detail

Die Inszenierung erfolgte mit viel Liebe zum Detail. Die Schauspieler steckten in selbst genähten Kostümen. Ausnahmslos originalgetreue Requisiten kamen zum Einsatz, wobei die alte Kutsche des Kurfürsten zweifellos das Prachtstück war. Den Laiendarstellern gelang es mit ihrem unterhaltsamen Spiel, die Teilnehmer an der Erlebnis-Stadtführung für die Kirchhainer Historie zu begeistern.

„Besonders die Leistung der Laienschauspieler und die Dinge, die diese Zeit so geprägt haben, wie Autorität und die Uniformen waren sehr gut“, sagte der ehemalige Bürgermeister Klaus Hesse. Die Idee für diese Veranstaltung kam den Mitgliedern der Kurhessischen Bürgergarde Kirchhain nach einer Theateraufführung im Hessenpark in Ansbach vor zwei Jahren. Sie wollten die Geschichte Kirchhains lebendig machen. „Wir wollten die Leute entführen in das Jahr 1840“, erklärte Harald Pausch nach der Stadtführung.

Ursprünglich sollte es nur eine Führung am späten Nachmittag geben, doch die Idee der Erlebnisstadtführung fand so viel Anklang, dass noch eine zweite Veranstaltung am Vormittag angeboten wurde. Beide Angebote waren bereits Ende Oktober restlos ausverkauft.

Aber warum ausgerechnet das Jahr 1840? „Weil es die spannende Zeit des Übergangs in die Moderne ist“, erklärte Harald Pausch. „Es ist die Zeit vor der Revolution, dem Bahnhof und den ersten Zügen“. Nach eineinhalb Stunden endete die Stadtführung dann im Innenhof des Blauen Löwen. Dort konnten die Besucher nicht nur die Kutsche des Kurfürsten zusammen mit allen Darstellern in ihren Kostümen bestaunen, sondern sich auch an warmen Getränken und heißen Speisen erfreuen. Wer weitere Informationen zur Stadtführung wollte, konnte sich die Ausstellung in der Passage zum Storchennest anschauen.

von Maik Drossel

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