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Als Luther nach Großseelheim kam

Mundart-Theater Als Luther nach Großseelheim kam

Rund 300 Besucher waren der Einladung der Evangelischen Kirchengemeinde und der Trachten- und Volkstanzgruppe Großseelheim zum Theaterstück „Als Luther nach Hessen kam“ gefolgt.

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Im Mittelpunkt des Geschehens: Philipp Melanchthon (Oliver Koch) und Martin Luther (Jochen Schröder).

Quelle: Heinz-Dieter Henkel

Großseelheim. Intensiv diskutierend betraten die beiden Hauptdarsteller Martin Luther, gespielt von Jochen Schröder, und Oliver Koch als Philipp Melanchthon den Saal und schritten langsam zur Bühne. Für eine besondere Note sorgt der kleine Sprachfehler Melanch­thons, der trotz des sehr ernsten Gesprächs für einige Heiterkeit sorgte. Dieser Sprachfehler sei verbrieft, versicherte später der Darsteller Oliver Koch.

Mit kleinem Gefolge befindet sich der Tross um Luther und Me­lanchthon auf dem Weg zum Marburger Religionsgespräch, einem Ereignis von weltgeschichtlicher Bedeutung. Das Mundart-Stück bietet Wissenswertes, Luther-Zitate und die eine oder andere künstlerische Freiheit. Es wird deutlich, dass sich Martin Luther gegen den Ablasshandel der Päpste wendet und mit anderen Reformatoren im Marburger Landgrafenschloss um die Bedeutung des Abendmahls ringt.

Doch das Theaterstück lebte auch von den großartig gespielten Szenen des Landlebens, den Tänzen und Gesängen, selbstverständlich in Großseelheimer Dialekt dargeboten von zahllosen Darstellern der Kinder-, Gesangs- und Erwachsenengruppe der heimischen Trachten- und Volkstanzgruppe. Da sagte beispielsweise Hanna Maria zu ihrer Nachbarin: „Do hu mir noch e Aeggche geseh, wu noch mi grienes eass.“ Man musste kein Großseel­heimer sein, um den Sinn zu verstehen.

Stück ohne Vorlage geschrieben

Während die Darsteller auf der Bühne musikalisch vom Trio Britta, Peter und Uwe begleitet wurden, überbrückte der evangelische Posaunenchor die Pausen zwischen den Szenen. Jeder Besucher hatte ein Liedblatt bekommen. Wer wollte, konnte kräftig mitsingen.

Die Idee zum Stück war den Großseelheimer Theaterspielern vor etwa zwei Jahren gekommen. Aus Anlass des „Lutherjahres“ mit dem Thesenanschlags vor 500 Jahren entschloss man sich, Martin Luthers Weg nach Marburg und seinen Aufenthalt szenisch darzustellen. Ohne Vorlage wurde das Stück geschrieben, wobei dies bereits eine große Gemeinschaftsleistung darstellt. „Eine rundum gelungene Aufführung“, kommentierte ein amüsierter Kirchhainer Bürgermeister Olaf Hausmann das rund einstündige Theaterstück.

Auf Eintritt und den Obolus für Kuchen und Kaffee wurde zu Gunsten einer Spende für die Schönbacher Kirche verzichtet.

von Heinz Dieter Henkel

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