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Als Kirchhain noch die Postleitzahl 36 besaß

Heimat- und Geschichtsverein zeigt historische Postkarten der Stadt Als Kirchhain noch die Postleitzahl 36 besaß

Wenn Stadtführerin Simone Bader Gästen die Stadt Kirchhain zeigt, legt sie mehrere Kilometer zurück. Für Stadtführungen der besonderen Art benötigt sie nur wenige Meter.

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Manfred Schmidt hat die Ausstellung „Kirchhain in historischen Postkarten“ gestaltet. Von einem Ausstellungsbesucher bekam er diese alte Ansichtskarte geschenkt. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. Diese bietet der Heimat- und Geschichtsverein in seinen neuen Ausstellungsräumen im Hause Biegenstraße 7 an. Und ermöglicht hat die Stadtführung in Kurzform der Wahl-Kirchhainer Manfred Schmidt. Der gebürtige Sterzhäuser gestaltete die Ausstellung „Kirchhain in historischen Postkarten“, die auf wenigen Metern einen Überblick auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten der Stadt bietet und zugleich zu einer Zeitreise durch die vergangenen 150 Jahre einlädt. Die Exponate zur Geschichte Kirchhains hat Manfred Schmidt in den vergangenen elf Jahren zusammengetragen, wobei das Postkarten-Sammeln nur ein Randgebiet seiner wahren Leidenschaft ist. Schmidt ist Philatelist und gehört schon seit 43 Jahren zu den organisierten Briefmarkensammlern. In Kirchhain gibt er sein Wissen an die Jugendgruppe weiter und organisiert den Tauschtag für jedermann, der inzwischen im Bürgerhaus Betziesdorf stattfindet.Ehrensache, dass die Kirchhainer Ausstellung mit der Geschichte der Briefmarke beginnt. Genauer gesagt sogar mit deren Vorgeschichte, denn ein Brief aus dem Jahr 1820 ist zu sehen, den der Postbote noch mit einem Kreuz „frankiert“ hatte. Die Besucher erfahren, dass Kirchhain zum Post-Imperium der Fürsten von Thurn und Taxis gehörte und die übersichtliche Postleitzahl 36 besaß. Zum eigentlichen Rundgang boten am Samstag nach der Eröffnung Simone Bader und Manfred Schmidt den Besuchern Orientierung. Das Staunen beginnt schon auf dem Bahnhofsvorplatz, den das Bahnhofshotel und die Conditorei & Café Konrad Müller krönten. Weiter geht‘s durch die Brücken- und Biegenstraße, wo eine Postkarte die im Krieg zerstörte alte katholische Kirche auferstehen lässt. Der Weg durch die Bahnhofstraße bietet Überraschungen. Hier gab‘s früher Bauernhöfe - und die alte Jahn-Turnhalle, die später Bürgerhaus wurde. Weiter führt der Weg am Hexenturm vorbei, der früher als winziges Gefängnis diente, zur Alten Schule und zum Café Noll. Auf dem Marktplatz zeigt sich, dass früher bestimmt nicht alles besser war. Rathaus-Ansichten aus verschiedenen Epochen belegen: Das Kirchhainer Rathaus war nie so schön wie heute. Andere Karten zeigen das besondere Flair der Altstadt rund um die Stadtkirche und die heimelige alte Ohmbrücke. Interessante Einblicke in längst verschwundene Gaststätten und Firmen in der Borngasse. Der Heimat- und Geschichtsverein wird die Ausstellung am Sonntag, 6. April, zwischen 14 und 17 Uhr noch einmal zeigen. Das kündigte die Vereinsvorsitzende Kerstin Ebert nach dem guten Zuspruch an den ersten beiden Öffnungstagen an. Das vergangene Wochenende war für den Heimat- und Geschichtsverein nicht nur wegen der Ausstellung ein großer Erfolg. Die Stadtführung „Auf den Spuren der jüdischen Gemeinde Kirchhain“ mit Harald Pausch war völlig überbucht. „Wir hatten 40 Teilnehmer; normalerweise nehmen wir nur 25 Anmeldungen an“, erklärte Kerstin Ebert, deren Verein am Sonntag die Führung erneut anbietet. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Jüdischen Friedhof. www.geschichtsverein-kirchhain.de

von Matthias Mayer

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