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Als Deutscher Meister geht’s in den Ruhestand

Western Reiten Als Deutscher Meister geht’s in den Ruhestand

Mehrfach bereits wollte Alexandra Klee ihrem Erfolgspferd Bevs Sujo den verdienten Ruhestand gönnen - doch das Tier spielte nicht mit. Mit 21 Jahren soll für den Hengst endgültig Schluss sein.

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Alexandra Klee und Bevs Sujo sind Deutsche Meister im „Ranch Riding“.

Quelle: Privatfoto

Langenstein. Der Trophäenschrank von Alexandra Klee und Bevs Sujo hat sich noch ein letztes Mal gefüllt: Das Paar setzte sich nach dem Gewinn der Hessenmeisterschaft auch bei den Deutschen Meisterschaften des Verbandes „Erste Westernreiter Union“ im Wettkampf „Ranch Riding“ gegen 112 Konkurrenten durch.

In dieser Disziplin soll das Pferd zeigen, dass es in der Lage ist, die Aufgaben auf einer Ranch schnell und präzise zu erledigen. Unter anderem muss es sich gut lenken lassen, alle drei Grundgangarten zeigen - aber auch Stopps und Wendemanöver.

Und dabei noch elegant sein. „Das Ranch Riding liegt Bevs Sujo, weil er zum Beispiel sehr gut den starken Trab zeigen kann. Zudem ist er, vielleicht auch wegen seines Alters, sehr punktgenau. Die Richter sehen ihn gerne - er entspricht eben dem Cowboy-Pferd-Charakter“, sagt Klee über ihren Hengst, der inzwischen 21 Jahre alt ist.

In der Vorrunde hatte sich das Duo noch zurückgehalten und war im „besseren Mittelfeld“ gelandet. „Da zeigten wir noch nicht alles. Es ist für unser Gemüt besser, wenn wir nicht als Letzte auftreten müssen“, betont Klee und spricht von einer anspruchsvollen Prüfung.

Eigentlich sollte schon mehrfach Schluss sein

Unter anderem mussten Pferde und Reiter einige Hindernisse überspringen, eine von Heuballen gesäumte Gasse durchreiten und ein Gatter durchqueren und dabei schwarz-rot-goldene Plastikkühe passieren. „Er lief super“, lobt Klee ihr Pferd - dabei habe das Aufwärmen sie alles andere als zuversichtlich gestimmt, weil Bevs Sujo steif wirkte und „nicht gut drauf war“. In der Prüfung war der Hengst der 32-Jährigen dann aber voll da.

Sechs Jahre lang räumten sie im Westernreiten zahlreiche Titel ab - bei ihren letzten Hessenmeisterschaften zum Beispiel die Titel im Ranch Riding und im Trail, zudem wurde das Duo Meister mit der Mannschaft, Vizemeister im „Superhorse“ und holte Bronze in „Reining“ und „Western Pleasure“.

Eigentlich sollte schon mehrfach Schluss sein - doch Bevs Sujo stimmte seine Reiterin immer wieder um: „Er war schlecht gelaunt und verletzte sich immer wieder. Es war ihm deutlich anzumerken, dass er die Teilnahme an Turnieren vermisste“, erklärt die Langensteinerin, warum sie sich überzeugen ließ: „Er wurde mit zweieinhalb Jahren an Reiter gewöhnt und ist seit 1998 ein Showhorse“, unterstreicht Klee und berichtet, dass ihr Pferd noch immer „superfit“ sei: „Aber irgendwann muss man die Kurve kriegen. Diesmal ziehen wir es wirklich durch.

Allerletzte Trophäe hat noch keinen Platz im Schrank

Ab jetzt machen wir höchstens noch bei Trailritten in Gruppen mit, damit er denkt, er hätte noch etwas zu tun.“

Für Klee selber bedeutet dies, dass sie in Zukunft sich stärker aufs Lehren konzentriert und vermehrt Kurse im Ranch Riding gibt. Wenn sie an Turnieren teilnehmen will, muss sie sich Pferde ausleihen (was sie bei den Deutschen Meisterschaften probeweise bereits tat, nur um mit „Hilde“ Platz sechs im „Showmanship at Halter“ zu erreichen).

Ihr zweites Turnierpferd, Minishetty Klecks, mit dem sie bei den Hessenmeisterschaften eine Bronzemedaille holte, geht nämlich ebenfalls in den Ruhestand: „Der Große würde es nicht allein zu Hause aushalten, wenn wir gemeinsam auf Turniere fahren würden“, erläutert Klee.

Eine allerletzte Trophäe wartet noch darauf, in den Schrank voller Auszeichnungen zu kommen: Klee hat für Bevs Sujo (und sich) eine „Gedächtnis-Trophy“ anschaffen lassen. Diese ist ihrem Erfolgshengst nachempfunden, soll das Aufhören einfacher machen und verhindern, dass sie sich noch einmal von dem Hengst umstimmen lässt (oder selber umkippt).

von Florian Lerchbacher

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