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Alles andere als eine Lehrstunde

Stadtführungen Alles andere als eine Lehrstunde

Stadtführungen mit Martin Kewald-Stapf sind alles andere als langweilig. Voller Begeisterung vermittelt der Amöneburger sein Wissen über seine Heimat, eine der ältesten Städte Hessens.

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Martin Kewald-Stapf vermittelt sein Wissen als Stadtführer mit viel Freude – und gibt keine Lehrstunden.Foto: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Geschichte hat Martin Kewald-Stapf schon immer begeistert. Das ist dem 54-Jährigen deutlich anzumerken, wenn Zahlen, Daten und Fakten aus ihm heraussprudeln -was vielleicht für den ein oder anderen trocken klingen mag, aber aufgrund der Art und Weise der Vermittlung spannend und sogar aufregend ist. Kewald-Stapf lebt sein Hobby und lässt seine Zuhörer an seiner Faszination teilhaben.

Innerhalb von wenigen Augenblicken fasst er die Entstehung der Erde und des Basaltkegels, die keltischen Anfänge, die Mainzer Stadtgründung, das Wirken des heiligen Bonifatius und die heutige Zeit zusammen. Gezielt streut er Details ein, stellt die passenden Plätze in der Stadt auf dem Berg hinaus und lässt die Geschichte lebendig werden.

„Amöneburg ist einfach geil“, lautet sein Fazit - und das liegt nicht nur daran, dass der Ort alle 1000 Jahre in der Geschichte auftaucht: 721 kam Bonifatius nach Amöneburg, 1762 gab es die Schlacht an der Brücker Mühle, klärt Kewald-Stapf auf, der nahezu sein ganzes Leben in der Stadt auf dem Berg verbracht hat. „Mein Ur-Ur-Ur-Großvater hieß ebenfalls Martin Kewald“, berichtet er. Auf eben jene Informationen sei er als kleiner Junge gestoßen - und das Interesse für Geschichte war geweckt.

Im Jahr 1990 absolvierte er über den Landkreis eine Ausbildung zum Gästeführer. „Ich bin Experte für den Ostkreis“, übt er sich in Bescheidenheit, denn eigentlich kann er über nahezu den gesamten Kreis informieren - lediglich beim Hinterland müsse er ein paar Abstriche machen, gibt Kewald-Stapf zu. Inzwischen hält er eine unglaubliche Fülle an Informationen parat, die er nach und nach angesammelt habe: „Es ist ein bisschen wie ein Puzzle, das sich zusammengefügt hat.“ Und eben jenen Spaß, den er beim „Puzzeln“ hatte, weiß er eben auch seinen Zuhörern zu vermitteln.

Mussten Besucher Amöneburgs bisher eine Stadtführung im Vorfeld buchen, so gibt es ab April (bis Oktober) an jedem ersten Sonntag im Monat ab 14 Uhr eine öffentliche Führung mit Martin Kewald-Stapf. Treffpunkt ist immer am Brunnen am Marktplatz. Initiator dieser Neuerung ist Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg, der von einem sinnvollen Angebot spricht. Viele Besucher scheuten sich davor, extra eine Stadtführung zu buchen. Wenn aber ohnehin eine stattfinde, sei die Überwindung geringer, daran teilzunehmen.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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