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Alkoholfahrt endet im Gefängnis

Gericht Alkoholfahrt endet im Gefängnis

Weil er im November 2014 betrunken und ohne Führerschein auf einem Roller gefahren war, ist ein Angeklagter vor dem Amtsgericht Kirchhain zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten sowie einer Führerscheinsperre von drei Monaten verurteilt worden.

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Weil er im November 2014 betrunken und ohne Führerschein auf einem Roller gefahren war, ist ein Angeklagter vor dem Amtsgericht Kirchhain zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten sowie einer Führerscheinsperre von drei Monaten verurteilt worden.

Quelle: S.Hofs

Kirchhain. Dabei schien sich der Kirchhainer seiner Sache eigentlich sicher zu sein. Nachdem ihn sein Pflichtverteidiger im Vorfeld nicht hatte erreichen können, traf er zu dessen Überraschung pünktlich im Gerichtssaal ein. Richter Edgar Krug räumte dem Anwalt daraufhin etwa fünf Minuten Besprechungszeit mit seinem Mandanten ein. Am Ende konnte der Verteidiger den Richter jedoch nicht davon überzeugen, die Strafe noch einmal zur Bewährung auszusetzen. Die 28 einschlägigen Vorstrafen des Mannes gaben für dieses Urteil den Ausschlag. Bei vorherigen Verurteilungen hatte er immer wieder gegen Bewährungsauflagen verstoßen und deshalb bereits rund 13 Jahre im Gefängnis verbracht.

Zuletzt war der Alkoholabhängige 15 Wochen lang in einer Entzugsklinik, von wo er aber zu Beginn des vergangenen Monats verschwand. „Es hat mir dort eigentlich gut gefallen“, gab er bei der Verhandlung zu Protokoll. Er sei von dort ausgerissen, weil sein Zimmernachbar ihn mehrfach beklaut habe, sagte er. Außerdem habe er Heimweh nach Kirchhain gehabt.

"Ist ja auch egal, bei dem bisschen, was ich gemacht habe"

Seine Alkoholfahrt mit 1,32 Promille auf dem Roller versuchte er herunterzuspielen. Er habe schließlich niemandem Schaden zugefügt. An einen mitangeklagten zweiten Fall könne er sich nicht erinnern. „Aber ist ja auch egal, bei dem bisschen, was ich gemacht habe“, sagte er. Das Fahren mit dem Roller konnte ihm in diesem Fall aber nicht nachgewiesen werden, sodass der Richter und Oberamtsanwalt Reinhard Hormel sich mit dem Verteidiger darauf einigten, diesen Anklagepunkt fallen zu lassen.

Das half dem Angeklagten am Ende aber ebenso wenig, wie seine Beteuerung, im Moment nur noch mit dem Fahrrad zu fahren. Den Roller habe er, nachdem er nicht mehr ansprang, einfach in Alsfeld stehengelassen, berichtete er. Aufgrund der Vorgeschichte und der Obdachlosigkeit des Angeklagten, kam Richter Krug jedoch zu dem Schluss, dass es „keine stabilisierenden Faktoren“ in dessen Leben gäbe, die eine Bewährung rechtfertigten. Der Angeklagte hat eine Woche Zeit, Berufung oder Revision einzulegen.

von Peter Gassner

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