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Akustikstation ist wieder voll nutzbar

Attraktion Akustikstation ist wieder voll nutzbar

Mit einer innovativen Neuerung öffnet die Info- und Akustikstation am 3. Mai ihre Pforten. Ein neues Faltblatt bewirbt die vielfältigen Erlebnismöglichkeiten erstmals auf einen Blick.

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Bei schönstem Frühlingswetter stellten Robert Cimiotti (von links), Bürgermeister Jochen Kirchner, Regionalmanager Stefan Schulte und Dr. Astrid Wetzel vor der Info- und Akustikstation das neu erstellte Faltblatt und den Hörstift vor.Foto: Karin Waldhüter

Kirchhain. Das Naturerlebnis Erlensee bietet seit dem Jahr 2000 mit seiner Info- und Akustikstation vielfältige Möglichkeiten, die Natur zu erfahren und zu erkunden. Das Miteinander von Naturschutz, Naturerleben und Naherholung machen das Gelände rund um den Erlensee zu einem attraktiven Ausflugsort für die Region Burgwald und das Marburger Land - und auch als außerschulischer Lernort gewinnt der Ort immer mehr Bedeutung.

Die blindengerechte Ausstattung der Station und der Info­pfade rund um den See sind in dieser Art einmalig in der Region. Wer von Kirchhain zum Erlensee wandert, kann sich von einem Skulpturenpfad leiten lassen. Und wer einen der seit 1989 alljährlich ausgezeichneten Baumarten sehen will, der kann diese auf dem „Baum-des-Jahres-Pfad“ rund um den See finden. Auf dem Jahreszeitenpfad erfahren die Besucher im Wechsel der Jahreszeiten, was man im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter vor Ort beobachten kann. Die Schautafeln rund um den See werden im Wechsel der Jahreszeiten ausgetauscht. In der Info- und Akustikstation finden etwa 25 Personen Platz. Dort stehen Mikroskope, Stereolupen und weitere Geräte zur Verfügung.

Der Hörstift kombiniert Hören und Lesen

Das Naturerlebnis Erlensee entstand als Projekt unter der Leitung der Entwicklungsgruppe Region Burgwald-Ederbergland und wurde aus Mitteln des Leader-Programms und mit Hilfe zahlreicher Spenden und Sponsoren aus der Region und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf finanziert. Beteiligt waren die Stadt Kirchhain, das Natur- und Informationszentrum Amöneburg, die Deutsche Blindenstudienanstalt, die Alfred-Wegener-Schule und Hessen Forst. „Wir sind froh, dass die Info- und Akustikstation nach dem Brand wieder genutzt werden kann, nachdem sie im vergangenen Jahr nur eingeschränkt zur Verfügung stand“, freute sich Bürgermeister Jochen Kirchner. Stefan Schulte, Regionalmanager des Vereins Burgwald-Ederbergland, und der Amöneburger Robert Cimiotti, der das Leader-Projekt seit 15 Jahren ehrenamtlich betreut, sind sich einig: „Das Gebiet hat sich sehr schön entwickelt“.

Mit einem bespielbaren Hörstift - in ihm verbirgt sich eine Technologie, die Hören und Lesen miteinander kombiniert - bieten die Verantwortlichen in diesem Jahr etwas Neues. Seit geraumer Zeit gibt es verschiedene audio-digitale Stifte, mit denen Texte in Büchern durch Berührung mit dem Stift vorgelesen werden können.

Station bekommt einen eigenen „Naturführer“

In der Vergangenheit konnten so bereits Vogelstimmen mit Hilfe eines „Ting-Stiftes“ und eines dazugehörenden Buches für Besucher der Akustikstation hörbar gemacht werden. „Die neu angeschafften ,Anybook Reader‘ bieten den Vorteil, selbst bespielbar zu sein“, erläuterte Dr. Astrid Wetzel, Mitglied des Projektteams und Leiterin des Natur- und Informationszentrums Amöneburg. Entsprechend versahen die Verantwortlichen den Hörstift mit eigenen Dateien: Sie spielten Vogelstimmen, Naturgeräusche, ein Naturquiz und Informationen über den Burgwald auf und gestalteten so einen Führer durch die Natur. Zielgruppe seien blinde Menschen, aber letztendlich könnten alle Besucher von dem Angebot profitieren, hob Wetzel hervor. Ebenfalls kann der mit dem Stift kombinierte Code auch über Brailleschrift ertastet werden.

„Das Angebot ist innovativ und gibt es in keinem Informationszentrum, das ich kenne“, unterstrich Schulte. Bisher wurden fünf Stifte samt Kopfhörern angeschafft. Sie sind auch als Ersatz für das durch den Brand beschädigte Material gedacht. Die Kosten für den einzelnen Stift belaufen sich auf rund 100 Euro. Eine Erweiterung ist geplant.

Eröffnung eine Woche später als gewohnt

Aufgrund der Erkrankung eines Verantwortlichen öffnet die Info- und Akustikstation in diesem Jahr, nicht wie sonst in der letzten Aprilwoche, sondern eine Woche später, gab Robert Cimiotti bekannt.

Neben den regulären Öffnungszeiten nutzen immer mehr Gruppen das Gelände als außerschulischen Lernort. Zwischen 10 und 15 Besuchergruppen, darunter Schulen und Kindergärten, waren es in der Vergangenheit durchschnittlich. „Viele Stiftsschüler waren schon hier, haben Wasserproben entnommen und ein Papier über die Wasserqualität und den Lebewesen im See erstellt und zur Verfügung gestellt“, nannte Cimiotti ein Beispiel. Dabei streben die Verantwortlichen eine langfristige Vereinbarung mit dem Schulamt und den Schulen an.

Eine Neuheit ist auch das neu gestaltete Faltblatt, das erstmals die vielfältigen Erlebnismöglichkeiten gebündelt darstellt. „Ich freue mich, dass es einen einheitlichen Flyer gibt, um alle Projekte gemeinsam zu bewerben“, so Schulte.

In diesem Jahr wird der Feld­ahorn im Rahmen des internationalen Tages des Baumes zum Baum des Jahres gekürt. Für das noch anzubringende Informationsschild suchen die Verantwortlichen noch einen Sponsor.

von Karin Waldhüter

Termine

Die Station ist an den folgenden Sonntagen von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet:

3., 10., 17. und 31. Mai; 7., 14., 21. und 28. Juni; 5., 12., 19. und 26. Juli; 2., 9., 16. und 23. August; 6., 13., 20. und 27. September sowie 4., 11. und 18. Oktober.

Sachkundige Betreuer stehen in dieser Zeit bereit. Gruppenführungen können unter der Telefonnummer 06422/8080 (Stadt Kirchhain) oder 06422/1201 (Robert Cimiotti) vereinbart werden.

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