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Akustikstation fängt Feuer

Brandstiftung am Erlensee Akustikstation fängt Feuer

Ein Unbekannter hat gestern das an die Akustikstation angebaute Toilettenhäuschen angezündet. Das Feuer griff auf Teile des kleinen Holzgebäudes über.

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Feuerwehrleute spritzen Wasser in die geöffnete Dachkonstruktion, um Glutnester zu bekämpfen. Foto: Michael Rinde

Kirchhain. Gegen 11.30 Uhr wurde das Feuer direkt an der Akustikstation am Kirchhainer Erlensee entdeckt. Als die Feuerwehr Kirchhain eintraf war das kleine Toilettenhäuschen neben der Station schon ein Raub der Flammen geworden. Die angrenzende Fassadenseite der komplett aus Holz errichteten Station brannte bereits. Als die Feuerwehr die Tür zur Station aufbrach, war das Innere verqualmt. Die Feuerwehr Kirchhain brachte den eigentlichen Brand schnell unter Kontrolle. Allerdings hatten sich im Dach Glutnester gebildet, wie Aufnahmen mit der Wärmebildkamera zeigten. Vorsorglich zog die Wehr einen Dachdecker hinzu, der fachmännisch die Dachkonstruktion teilweise öffnete. So sollte höherer Schaden vermieden werden.

Die Akustikstation Erlensee existiert seit November 2000. Heimische Unternehmen hatten das Holzgebäude gestiftet. Dort existiert inzwischen eine umfassende Materialsammlung. An mehreren Geräten können Besucher Vogelstimmen hören, ein Angebot, das besonders für Blinde geschaffen wurde.

Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen von Brandstiftung aus und sucht jetzt nach Zeugen, die gegen 11.30 Uhr und auch in der Zeit davor verdächtige Beobachtungen an der Station gemacht haben. Eigentümer des Gebäudes ist die Stadt Kirchhain, betrieben wird die Station von Ehrenamtlichen rund um den Amöneburger Robert Cimiotti.

Die gute Nachricht: Nach erster Einschätzung des Schadens geht Diplom-Ingenieur Michael Theis vom Kirchhainer Bauamt davon aus, dass das Holzgebäude vermutlich zu retten sein wird. „Der Schaden könnte nach erster Schätzung bei rund 10000 Euro liegen“, sagte Theis gegenüber der OP.

Gestern räumten Bauhofmitarbeiter das Inventar aus der Station, um es vor weiterem Schaden oder Diebstählen zu schützen. Er habe die Versicherung bereits benachrichtigt, sagte Theis. Wie lange es jedoch dauern wird, bis die Reparaturarbeiten erledigt sein werden, ist noch nicht abzusehen.

Robert Cimiotti erfuhr gestern Nachmittag durch einen Anruf der OP vom Feuer an der Akustikstation. „Das ist natürlich ganz schlimm“, sagte Cimiotti in einer ersten Reaktion. Die Station sei nach wie vor sehr beliebt, insbesondere auch bei Gruppen aus Kindergärten und Schulen. Von April bis Oktober ist die Station an Sonntagen besetzt, außerdem gibt es bei Voranmeldungen Gruppentermine.

Welchen Schaden das Inventar genommen hat, wird erst in einigen Tagen endgültig klar sein. „Wir haben gerade daran gearbeitet, die Akustikstation zu einem außerschulischen Lernort zu machen“, sagt Cimiotti.

Hinweise nimmt die Kripo Marburg, Telefon 06421/406-0 entgegen.

von Michael Rinde

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