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Akrobatische Diebe stehlen Fernseher

Straftaten Akrobatische Diebe stehlen Fernseher

Teils zielgerichtet, teils konfus agierten Einbrecher im Vereinsheim des VfL: Sie stahlen nur die zum Flatscreen passende Fernbedienung - gleichzeitig brachen sie eine Tür auf, die offen war.

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Durch dieses Fenster verschafften sich die Einbrecher Zutritt zum Vereinsheim des VfL Neustadt.

Quelle: Privatfoto

Neustadt. Konrad Busch ist zerknirscht: Einbrecher richteten in der Nacht auf Freitag im Vereins erheblichen Schaden an und stahlen einen sechs Wochen alten Flachbildfernseher. Doch so ganz weiß der Zweite Vorsitzende des VfL Neustadt die Tat nicht einzuschätzen: Auf der einen Seite gingen die Diebe zielgerichtet vor und stahlen aus einer Schublade genau die zum Diebesgut passende Fernbedienung. Auf der anderen Seite versuchten sie zum Beispiel die Tür zu einer Toilette aufzubrechen, indem sie die Schrauben des Türbeschlages lösten - um dann festzustellen, dass die Tür gar nicht verschlossen war.

Außerdem brachen sie das Büro und die Behindertentoilette auf - scheiterten allerdings bei den Versuchen, einen Tresor zu knacken und sich Zugang zum Kühlhaus zu verschaffen. „Alles in allem haben sie richtig viel Schaden angerichtet“, ärgert sich Vorsitzender Wolfram Ellenberg.

Verein ließ vor 12 Jahren Fenster vergittern

Vor allem zeigten die Täter in der Nacht auf Freitag - genauer gesagt zwischen Donnerstag, 23.15 Uhr und Freitag, 10.45 Uhr - auch akrobatische Fähigkeiten. Nach dem letzten Einbruch vor zwölf Jahren ließ der Verein zwei Fenster vergittern. An diesen hangelten sich die Täter in rund vier Metern Höhe entlang, um zu einem dritten, nicht durch Gitter geschützten Fenster zu gelangen, das sie einschlugen, um sich Zutritt zum Gebäude zu verschaffen.

Es handelt sich bei diesem Fall um den dritten Einbruch in ein Vereinsheim im Ostkreis. Am Mittwoch, 28. Oktober, hatte um 0.34 Uhr die ausgelöste Alarmanlage des Kleingartenvereins im Elzerain in Stadtallendorf den oder die Täter ohne Beute in die Flucht geschlagen.

Auch in Stadtallendorf Flachbildfernseher weg

Ins Vereinsheim des TSV Eintracht Stadtallendorf im Stadionweg brachen Unbekannte zwischen Freitag, 23. Oktober, 19 Uhr und Sonntag, 25. Oktober, 9 Uhr ein. Auch dort stahlen sie einen Flachbildfernseher (Marke Philips).

Von einer Serie will Polizeisprecher Martin Ahlich aber noch nicht sprechen - auch wenn ein Zusammenhang der Taten nicht auszuschließen sei. „Von einer Serie sprechen wir, wenn es zum Beispiel Ähnlichkeiten bei der Vorgehensweise und den Tatzeiten gibt und die gleiche Tätergruppe in Betracht kommt“, erklärte er. Gleichwohl sei es nicht ungewöhnlich, dass sich Einbrecher Vereinsheime aussuchen.

„Ob es gleichgelagerte Straftaten und Vorgehensweisen gibt, können wir jetzt noch nicht sagen. Das wäre zu früh - es ist aber Bestandteil der Ermittlungen“, sagt Ahlich. Wo der Laie geneigt ist, von einer Serie zu sprechen, muss der Experte dies noch lange nicht tun: Beispielsweise lässt sich eine Parallele bei den Tatorten finden - ein ähnliches Vorgehen gab es aber auch in der Nacht auf Sonntag beim Einbruch in einen Betrieb in der Gleimenhainer Straße, wo die Täter ebenfalls ein Fenster einschlugen.

Vereine sollten sich bei Polizei an Berater wenden

Den Vereinen jedenfalls rät Ahlich, ihre Heime als Grundlage mit „sicherungstechnischen Maßnahmen“ auszustatten: Dies seien zum Beispiel „vernünftige“ Jalousien und Türen mit entsprechenden Schlössern. Des Weiteren zählt er Bewegungsmelder und zusätzlich eine Alarmanlage auf: „Es gibt da verschiedene Möglichkeiten. Je schwieriger Sie es dem Täter machen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich Ihr Haus erspart.“

Insgesamt rät er Vereinen, sich mit dem kriminalpolizeilichen Berater in Verbindung zu setzen, damit dieser sich vor Ort ein Bild vom Objekt macht, das es zu schützen gilt. Diese könne dann zu den passenden Sicherheitsvorkehrungen raten - und zwar „produkt- und wertneutral“, wie Ahlich betont.

Der kriminalpolizeiliche Berater ist erreichbar unter Telefon 06421/406123.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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