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Ärger um den „Autohof Emsdorf Süd“

Trucks parken unter Windrädern Ärger um den „Autohof Emsdorf Süd“

In drei Blickrichtungen haben die Emsdorfer Windräder vor der Nase. Zur optischen Beeinträchtigung kommt ein Ärgernis, das nur indirekt mit den Windrädern zu tun hat.

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Blick vom Windpark auf Emsdorf. Die Plätze an den Windrädern werden von Lkw-Fahrern genutzt.

Quelle: Matthias Mayer

Emsdorf. Der stellvertretende Ortsvorsteher Michael Hahn sprach das Thema während der jüngsten Ortsbeiratssitzung an. „Seit zwei Jahren gibt es das Problem, und noch immer hat sich nichts getan“, klagte er. Das Problem: Die drei im Emsdorfer Feld stehenden Windräder haben sich zu einer Art „Autohof Emsdorf Süd“ entwickelt.

Lkw-Fahrer parken auf den großen Aufstellflächen der Windräder ihre Trucks, und das nicht nur zu nachtschlafender Zeit. Auch tagsüber werden diese Flächen für Ruhezeiten genutzt. Es gibt in Stadtallendorf und rund um den wichtigen Industriestandort einfach zu wenig Standplätze für die Lastzüge, deren Fahrer Liefertermine bei den Stadtallendorfer Unternehmen haben.

Wie Mitglieder des Ortsbeirats berichten, bringt dieser Zustand einige Ärgernisse mit sich. Das beginnt mit den zum Teil ekligen Hinterlassenschaften der Lkw-Fahrer, die an ihren illegalen Ruheplätzen selbstverständlich weder Toilette noch Mülleimer haben. Landwirte werden im Begegnungsverkehr gezwungen, mit ihren Traktoren und Gespannen die Feldwege zu verlassen. Und die Kinder des Emsdorfer Kindergartens haben ihre Spaziergänge durch das Emsdorfer Feld eingestellt, weil es auf dem Rundweg wiederholt zu Begegnungen mit 40-Tonnern gekommen war.

Schilder längst da?

Wie Ortsvorsteher Winfried Fritsch erläuterte, habe die Stadt Kirchhain die Schilder „Durchfahrt verboten“ von den Feldwegen in den Stadtteilen vollständig abgebaut, da die Straßenverkehrsordnung ohnehin den allgemeinen Fahrzeugverkehr von Feldwegen ausschließe. Da aber Lkw-Fahrer aus dem Ausland nur in seltenen Fällen über intime Detailkenntnisse deutscher Ordnungen verfügten, habe der Ortsbeirat die Stadtverwaltung gebeten, an jedem der vier großen Feldwege im Emsdorfer Feld je eins der europaweit bekannten Verbotsschilder aufzustellen, sagte der Ortsvorsteher.

Die Straßenverkehrsbehörde habe den Sonderfall anerkannt und eine entsprechende Anordnung zum Aufstellen der Schilder erlassen. Dann habe sich über viele Monate nichts getan. Von einer Seite der Verwaltung sei ihm versichert worden, die Schilder seien längst da. Von anderer Seite hieß: „Nie was davon gehört“, schilderte Winfried Fritsch seine vergeblichen Bemühungen.

Als Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) am Tag nach der Sitzung von dem Zustand erfuhr, wurden Nägel mit Köpfen gemacht: Die vier Schilder kommen. Sie müssen allerdings noch bestellt werden. Winfried Fritsch nahm‘s dankbar zur Kenntnis.

von Matthias Mayer

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