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Abwassergebühren steigen um insgesamt zwölf Cent

Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung Abwassergebühren steigen um insgesamt zwölf Cent

Relativ einmütig verlief die Amöneburger Stadtverordnetenversammlung am Montagabend. Nur bei der Erhöhung der Abwassergebühren gingen die Meinungen auseinander.

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Die Mitglieder des Bauausschusses ließen sich in Rüdigheim über den Fortgang der Arbeiten am Treffpunkt informieren. Auch die geplante energetische Sanierung des Altbestandes für 61.500 Euro war dabei ein Thema.

Quelle: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Nach der Einbringung des Haushaltsplanentwurfs durch Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg und der guten Nachricht, dass die Stadt für das kommende Jahr mit einem Überschuss von 200000 Euro rechnet (die OP berichtete gestern ausführlich), verlief die Sitzung recht schnell. Bis es zur letzten Abstimmung beziehungsweise dem Punkt „Zweite Änderung der Entwässerungssatzung“ kam.

Um bei der Abwasserbeseitigung kostendeckend arbeiten zu können, sind laut Stadt „Mehrerträge“ in Höhe von 26.800 Euro nötig. Daher schlugen Bürgermeister und Magistrat vor, die Gebühren zum 1. Januar 2016 zu erhöhen: pro Kubikmeter Schmutzwasser um 11 Cent auf 3,14 Euro, pro Kubikmeter Niederschlagswasser um einen Cent auf 0,42 Euro.

FWG steht allein auf weiter Flur

Der FWG gefiel dieser Ansatz nicht. Sie entwickelte einen alternativen Vorschlag: Um die Gebührensteigerung gleichmäßig auf alle Haushalte zu verteilen, wollte die Fraktion lieber die Abwasser-Grundgebühr von 157 auf 162 Euro erhöhen - was beim Kubikmeter Schmutzwasser die Gebührenerhöhung auf acht Cent reduziert, auf das Niederschlagswasser aufgrund von Rundungen aber keinen Einfluss gehabt hätte.

Mit diesem Vorschlag stand die FWG allerdings allein auf weiter Flur. Die Stadtverordneten der anderen Fraktionen entschieden sich, dem Magistratsvorschlag ihre Zustimmung zu geben.

- Einigkeit herrschte indes bei den sechs Projekten, die die Stadt über das Kommunale Investitionsprogramm finanzieren will. Bundesmittel sollen in die energetische Sanierung des Altbestandes des Treffpunktes Rüdigheim (61.500 Euro) und der Außenrolltore des Bauhofs Amöneburg (10.000 Euro) fließen.

Landesmittel sind vorgesehen für den zweiten Bauabschnitt der Amöneburger Friedhofsmauer (30.000 Euro), die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses Mardorf (55.000 Euro), einen Weg zwischen dem Friedhof und dem Treffpunkt Rüdigheim (3000 Euro) sowie die Erweiterung des Gastraums beim Umbau der Sternstube Roßdorf (4000 Euro). Die Mittel sind zwar alles Darlehen - die Konditionen seien aber so günstig, dass sich getrost von einer Art Fördermittel sprechen lasse, sagt Richter-Plettenberg.

Verkauf der sogenannten Ochsenwiese

- Einstimmig segneten die Stadtverordneten auch die Umbenennung des Kinder- und Jugendbeirates in Jugendbeirat ab. Damit kommen sie einem Wunsch der Mitglieder des Gremiums nach - die allesamt Jugendliche sind. Nichtsdestotrotz werden sie sich auch weiterhin für Kinder einsetzen, betonte Richter-Plettenberg.

- Ebenfalls uneingeschränkte Zustimmung gab es für den Verkauf der teilweise verpachteten, sogenannten Ochsenwiese an den Landkreis Marburg-Biedenkopf. Weil dieser einige gefährdete Pflanzenarten auf der Fläche entdeckt hatte, deren Überlagerung er verhindern will, appellierte die Untere Naturschutzbehörde für einen Kauf. 80 Cent erhält die Stadt pro Quadratmeter (insgesamt rund 7500 Euro).

Der Ortsbeirat Amöneburg hofft, dass der Kreis folgenden Auflagen zustimmt: der Einstufung des Feldahornbaums als Naturdenkmal sowie dem Aufstellen einiger Schautafeln mit Informationen rund um die seltenen Pflanzen und erwähnten Baum. Zudem fänden die Amöneburger es gut, wenn die Naturschutzbehörde künftig bei ihren Planungen das Naturschutz-Informationszentrum und dessen Leiterin Dr. Astrid Wetzel einbindet.

Windräder sind verkauft

- Zum Abschluss der Sitzung hielt Richter-Plettenberg noch Informationen rund um den Roßdorfer Windpark bereit: Zum einen seien nach einer Gesetzesänderung auch wieder Windräder für den Wald bei Mardorf denkbar - es müssten schließlich nicht mehr 100 Prozent aller Waldbesitzer der Genossenschaft dem Bau von Windrädern zustimmen.

Zudem teilte der Bürgermeister mit, dass die Firma Juwi die fünf Windräder im Wald bei Roßdorf an die Firma Schöller Wind GmbH aus Reutlingen verkauft habe. Bürger könnten sich weiterhin beteiligen, betonte er und ergänzte: der Mindestbetrag sei 200.000 Euro.

Die Stadtverordneten nahmen diesen Hinweis mit großen Augen zur Kenntnis. Der erste, der seine Sprache wiederfand, war Bundestagsmitglied und Stadtverordnetenvorsteher Dr. Stefan Heck, der süffisant sagte: „Wenn Sie also noch eine Anlagemöglichkeit für Ihr Weihnachtsgeld suchen: Hier ist die Gelegenheit.“

von Florian Lerchbacher

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