Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Abschreibungen erhöhen das Minus

Was Rauschenbergs Gemeinschaftshäuser kosten Abschreibungen erhöhen das Minus

Zu Zeiten, da andernorts über die Schließung von Bürgerhäusern diskutiert wurde, hat die Stadt Rauschenberg kräftig in ihre Gemeinschaftshäuser investiert. Diese Anstrengungen haben eine gute und eine schlechte Seite.

Voriger Artikel
Ein möglichst hoher Pasch muss her
Nächster Artikel
Premiere war ein Erfolg

Das Rauschenberger Stadtparlament tagt im Gemeinschaftshaus Kratz’sche Scheune. Das Gebäude steht in Sachen Energieeffizienz weit an der Spitze. Foto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Auf der positiven Seite stehen moderne, wertige und geschmackvoll gebaute Gemeinschaftshäuser, von denen die Kratz’sche Scheune in der Kernstadt und das Storchennest in Ernsthausen funkelnagelneu sind. Das gilt praktisch auch für das größte stadteigene Gebäude, die Mehrzweckhalle Bracht. Nach grundhaften energetischen Sanierungen sind zudem die Dorfgemeinschaftshäuser in Albshausen und in Josbach bautechnisch auf dem Stand der Zeit. Handlungsbedarf besteht lediglich für das Dorfgemeinschaftshaus Schwabendorf, dessen energetische Sanierung mittelfristig erfolgen soll.

Auf der negativen Seite steht das satte Defizit in Höhe von 179349 Euro - das einen erheblichen Anteil am Defizit des Rauschenberger Ergebnishaushalts in Höhe von 720000 Euro ausmacht. Einnahmen in Höhe von 52684 Euro stehen 232033 Euro an Ausgaben gegenüber. Der größte Batzen des Defizits kostet die Stadt kein Geld, belastet aber deren Bilanz: Abschreibungen in Höhe von 115153 Euro.

Die OP dokumentiert nach den Zahlen des vom Stadtparlament vor einer Woche einstimmig genehmigten Haushalts 2015, was jedes Rauschenberger Gemeinschaftshaus einbringt und was es kostet.

n Dorfgemeinschaftshaus Albshausen: Einnahmen: 3057 Euro. Ausgaben: 19248 Euro. Defizit: 16191 Euro. Die relativ hohen Abschreibungskosten in Höhe von 11018 Euro verhageln dem frisch sanierten Haus die Bilanz. Das Gebäude wurde aufwendig modernisiert, wobei ehrenamtliche Helfer um die Mitglieder des Ortsbeirats erhebliche Eigenleistungen erbrachten. Für den Personaleinsatz im Gebäude fallen 2600 Euro an. Unter den Sach- und Dienstleistungen (5560 Euro) sorgt das Heizöl (2600 Euro) für den größten Teilbetrag, gefolgt von den Versicherungen (1000 Euro) und den Abwassergebühren (500 Euro) n Mehrzweckhalle Bracht: Einnahmen: 3400 Euro. Ausgaben: 56610 Euro. Defizit: 53210 Uhr. Die mit Abstand größte Rauschenberger Halle, die auch als Sporthalle genutzt wird, schreibt das mit Abstand größte Defizit. Den mit Abstand größten Beitrag zum negativen Ergebnis steuern auch hier die Abschreibungskosten für das große Gebäude bei: 29630 Euro. Die Personalkosten für die Halle schlagen mit 9550 Euro zu Buche. Bei den Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen kommen 17430 Euro zusammen, wobei die Energiekosten den Großteil ausmachen: 6000 Euro das Heizöl, 3000 Euro der Strom. Für die Versicherungen bringt die Stadt 2600 Euro auf. Zu den Besonderheiten gehören die großen Hochzeiten, die in der Halle gefeiert werden, und das Engagement der Dorfgemeinschaft, die einen wichtige Teil der Erhaltungsarbeiten in Eigenregie ausführt. n Storchennest Ernsthausen: Einnahmen: 5457 Euro. Ausgaben: 44994 Euro. Defizit: 39537 Euro. Die Abschreibungskosten für das neue Gebäude sind mit 25224 Euro ziemlich hoch und belasten die Bilanz. Für den Personaleinsatz im Gebäude stehen im Haushalt 3700 Euro bereit. Die Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen sind mit 16070 Euro veranschlagt. Bemerkenswert: Die Energiekosten sind fast genauso hoch wie die der deutlich größeren Mehrzweckhalle: 6000 Euro für Heizöl, 3600 Euro für Strom. Für Versicherungen werden 1800 Euro fällig. n Dorfgemeinschaftshaus Josbach: Einnahmen: 5407 Euro. Ausgaben: 24748 Euro. Defizt: 19241 Euro. In Josbach machen die Abschreibungen in Höhe von 13438 Euro fast zwei Drittel des Defizits aus. Für den Personaleinsatz in dem Haus gibt die Stadt 1950 Euro aus. Die Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen sind mit 9360 Euro veranschlagt. Größter Einzelposten sind hier die Stromkosten in Höhe von 3500 Euro. Bei den Heizkosten profitiert das Gemeinschaftshaus des Bioenergiedorfs vom Anschluss an das Nahwärmenetz: Für 2800 Euro ist das Gebäude zu beheizen. Für Versicherungen werden 1150 Euro fällig. n Alte Schule Rauschenberg: Einnahmen: 11247 Euro. Ausgaben: 19693 Euro. Defizit: 8446 Euro. Das preiswerteste Rauschenberger Gemeinschaftshaus profitiert von den niedrigen Abschreibungen: Mit 2903 Euro belastet das alte Gebäude die Bilanz. Dafür sind die Personalkosten gemessen an der Größe des Gebäudes mit 4200 Euro relativ hoch. Die Aufwendungen und Dienstleistungen sind mit 12450 Euro der größte Ausgabeposten. Die Energiekosten (4500 Euro Heizöl, 2800 Euro Strom) sind die größten Einzelpositionen. n Kratz ’ sche Scheune Rauschenberg: Einnahmen: 16540 Euro. Ausgaben: 42669 Euro. Defizit: 26129 Euro. Die Abschreibungen für das neue Gemeinschaftshaus liegen mit 27169 Euro über dem Defizit. Für das Personal stellt die Stadt 5700 Euro bereit. Die Aufwendungen für das moderne Haus liegen mit 9650 Euro niedrig. Das ist besonders den niedrigen Energiekosten (3000 Euro Strom, 2000 Euro Heizöl) geschuldet. n Dorfgemeinschaftshaus Schwabendorf: Einnahmen: 7476 Euro. Ausgaben: 19241 Euro. Defizit: 11765 Euro. Die Abschreibungen liegen mit 5771 Euro unter den Einnahmen. Das Haus verursacht Personalkosten in Höhe von 3950 Euro und Aufwendungen in Höhe von 9520 Euro. Größter Einzelposten sind 4500 Euro für die Nahwärme. Das Haus ist noch nicht energetisch saniert.

von Matthias Mayer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr