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Abschied und Neuanfang zugleich

Vier Gemeinden, eine Pfarrei Abschied und Neuanfang zugleich

Ein großer Moment: Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde gestern die neue Pfarrei Heilig Geist gebildet. Knapp 500 Besucher kamen in die Kirche St. Michael.

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Vor dem Altar stehen vier Kerzen für die einst selbstständigen Stadtallendorfer Kirchengemeinden, die in der Pfarrei Heilig Geist
zusammengeführt wurden. Foto: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Feierliches Läuten der Kirchenglocken begleitete den historischen Anlass eine Viertelstunde lang. Seit Beginn des neuen Jahres ist aus den vier Gemeinden St. Blasius/St. Elisabeth, St. Katharina, Christkönig und St. Michael die neue Pfarrei Heilig Geist geworden.

„Was für viele fast unmerklich am 1. Januar rechtlich vollzogen wurde, soll heute sinnenfällig erfahrbar werden in der gemeinsamen Feier der Eucharistie, angereichert mit Zeichen und Symbolen, die das neue Miteinander deutlich machen, und der anschließenden Begegnungsmöglichkeit rund um die Kirche“, hob Pfarrer Diethelm Vogel zur Eröffnung hervor. Um diese Zusammengehörigkeit zu symbolisieren, wurde jeder Kirchenbesucher gleich beim Betreten eingeladen, das neue Heilig-Geist-Logo mit einem Fingerabdruck zu füllen. „Sinn des Ganzen ist es, deutlich zu machen: Neue Strukturen bleiben hohl und leer, wenn sie nicht mit Leben gefüllt werden“, betonte Pfarrer Vogel.

Als Zeichen für ein erfolgreiches Miteinander könnte man auch die knapp 500 Besucher bezeichnen, die in die Pfarr­kirche St. Michael gekommen waren. Darunter zahlreiche Ehrengäste aus der politischen Gemeinde, Bürgermeister Christian Somogyi und Pfarrer Thomas Peters von der evangelischen Kirchengemeinde.

Ein fast 100-köpfiger Projektchor mit Sängern aus allen Gemeinden vereinte sich unter der Leitung von Ferdi Bosold zu einem großen Ganzen, die Stadtallendorfer Musikanten und die Musikkapelle Niederklein verliehen dem Gottesdienst festlichen Klang. Überhaupt ging es beim Gottesdienst sehr festlich zu. Darauf stimmte schon der Beginn ein: Messdiener aus allen Gemeinden, Bannerab­ordnungen der Vereine zogen neben Generalvikar Professor Gerhard Stanke, Pfarrer Vogel, Pfarrer Andreas Rhiel aus Neustadt, dem langjährigen Niederkleiner Pfarrer Peter Bierschenk, Pfarrer Georg Stachurski, Pater Antonio, Pfarrer Karl-Josef Aschenbach, Kaplan Alexander Best und Diakon Thomas Hielscher in das Gotteshaus ein.

Mit dabei waren auch die ehemaligen Sprecherinnen der Pfarrgemeinderäte Brigitte Kohl aus Niederklein, Elisabeth Nasemann (St. Katharina), Ursula Nasemann (Christkönig) und Christiane Borgerding (St. Michael). Sie trugen vier Kerzen, versehen mit dem Namen der vier Kirchenorte und dem Logo der Heiligen Geist Gemeinde. Als Zeichen der Einheit wurden die Kerzen später von Generalvikar Dr. Stanke entzündet. Sie sollen in den einzelnen Kirchen einen Platz erhalten.

Bischöfliche Grüße überbrachte Generalvikar Stanke zu Beginn seiner Predigt. „Es war kein leichter Weg, denn es war gefordert, von manchem Abschied zu nehmen und sich auf Neues einzulassen“, sagte er. Auch wenn jetzt die Verwaltung zentralisiert werde, sei doch entscheidend, dass der Seelsorger vor Ort nah bei den Menschen sei. Er rief dazu auf, die Vielfalt der Begabungen einzubringen und die vielfältigen pastoralen Orte zu nutzen. „Den Geist, der Einheit in der Vielfalt schenkt, haben sie schon erlebt, und ich wünsche, dass sie das weiter erleben“, sagte er. Anschließend verlas er die Gründungsurkunde und gratulierte der Gemeinde zu diesem Schritt.

In einer feierlichen Geste legten Messdiener dann das mit den Fingerabdrücken versehene Heilig-Geist-Logo über den Altar. Während der Lesung, der Fürbitten und des Kyrie waren Mitglieder aus allen vier Gemeinden einbezogen, und in einer Gabenprozession legten Messdiener und Gemeindemitglieder eine Geige, Blumen, Spiele, einen Rosenkranz und eine Bibel als Symbol für die Musik in der Gemeinde, für Trost, Freude, Gemeinschaft und das Gebet vor dem Altar nieder. Zu Ende ging der Gottesdienst mit dem gemeinsamen Heiligen-Geist-Gebet, das in Zukunft die Gläubigen begleiten wird.

Den zweiten Teil der Veranstaltung, der mit einem Liedbeitrag der Kindergartenkinder aus allen Einrichtungen begonnen hatte, wurde eine Viertelstunde lang vom feierlichen Läuten aller katholischen und evangelischen Kirchen im Stadtgebiet begleitet. Nach den Grußworten gab Pfarrer Vogel einen Abriss der bisherigen Entwicklung und einem Ausblick auf die nächsten Schritte.

„Mit dem heutigen Fest sind wir noch nicht fertig, sondern eher mitten drin in unserer Arbeit, der neuen Gemeinde Gestalt zu geben“, erklärte Vogel. Im März steht die Wahl des neuen Verwaltungsrates an, die Neuwahl des Pfarrgemeinde­rates ist für Juni geplant.

Entschieden wurde, die Kirche St. Blasius und St. Elisabeth in Niederklein zur Pfarrkirche zu ernennen, das zentrale Pfarrbüro in Räumen von St. Michael einzurichten und den Wohnsitz des Pfarrers in St. Katharina zu belassen.

von Karin Waldhüter

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