Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Abbruchfirma muss einpacken

Hallenbad-Sanierung Abbruchfirma muss einpacken

Der Start der Hallenbad-Sanierung in der Stadt-mitte verlief anders als geplant und erhofft. Eigentlich sollten die Abrissarbeiten schon Mitte September beendet gewesen sein.

Voriger Artikel
„Das ist nur die halbe Wahrheit“
Nächster Artikel
Das Liebeskarussel dreht sich

Ruhe auf der Baustelle: Eine Abbruchfirma packt zusammen, eine andere übernimmt in der nächsten Woche.Foto: Rinde

Stadtallendorf. In den vergangenen Tagen ist der teilweise ohrenbetäubende Lärm der kleinen, mit Meißeln bestückten Bagger in der Stadtmitte verschwunden. Das heißt allerdings nicht, dass damit die Abrissarbeiten am Stadtallendorfer Hallenbad beendet sind. Vielmehr hat die Stadtverwaltung zum letzten Mittel gegriffen. Sie hat dem Ludwigshafener Abbruchunternehmen den Vertrag gekündigt, wie Bürgermeister Christian Somogyi mitteilt. Die Gründe liegen auf der Hand: Das Unternehmen ist massiv im Zeitverzug. Den Lärm, den es besonders beim Abbruch einer Kellerdecke verursacht hatte, wollte die Verwaltung nicht länger hinnehmen.

Um sich von dem Unternehmen trennen zu können, musste sich die Stadt aber zwingend an die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen, kurz VOB genannt, halten. Dementsprechend hatte die Verwaltung das Unternehmen zunächst in Verzug gesetzt, die letzte Frist lief bis zum 30. Oktober. „Nachdem diese abgelaufen war, haben wir der Firma durch unseren Rechtsanwalt am Montag gekündigt“, sagt Somogyi. Jetzt wird es eine Abrechnung auf Basis der geleisteten Arbeiten geben. Allerdings behält sich die Stadt Schadenersatz-Ansprüche vor. Mit mancher der erbrachten Leistungen ist die Stadt laut Somogyi auch nicht zufrieden.

Jetzt soll ein anderes Spezialunternehmen den Abbruch fachgerecht zu Ende bringen. Dafür sei keine Ausschreibung erforderlich, erläutert Projektleiterin Julia Werner von der Stadtverwaltung im Gespräch mit der OP. Ein Unternehmen habe schon ein Angebot abgegeben, Verhandlungen hätten begonnen. „Wir hoffen, dass wir jetzt einen ordnungsgemäßen Abschluss der Arbeiten schaffen werden“, betont Somogyi. Zwischen anderthalb und zwei Wochen, so schätzt Julia Werner, wird das Nachfolgeunternehmen wohl noch benötigen, um die Restarbeiten zu erledigen. Punktuell kann es dann noch einmal laut werden auf der Baustelle. Doch die Zeiten des ohrenbetäubenden Krachs scheinen vorbei zu sein.

Ihr ursprünglich angestrebtes Ziel, den im Juli begonnenen Abbruch bis Mitte September zu schaffen, hatte die Stadt aus verschiedenen Gründen ohnehin deutlich verfehlt - unter anderem wegen Zusatzarbeiten. „Wir sind sicher im Verzug, doch wie sich das am Ende auswirken wird, kann ich noch nicht einschätzen“, sagt Julia Werner. Im Januar 2016 soll das Hallenbad wieder aufmachen, so der Plan.

Nicht erwartete Probleme haben noch an anderer Stelle für Verzögerungen gesorgt. In den vergangenen Tagen hatte ein Bauunternehmen eine Wasserleitung verlegen müssen, die näher am Gebäude verlief als erwartet.

Dadurch konnten auf dieser Gebäudeseite noch keine Erdarbeiten für die Baderweiterung stattfinden. Auf dem Parkplatz zugewandten Badseite sind inzwischen die Fundamente für den Anbau entstanden. Im Januar will die Verwaltung die Politik über die tatsächlich bisher entstandenen Mehrkosten bei der Badsanierung unterrichten. Auf rund 415000 Euro hatte das beauftragte Büro die Mehrkosten Mitte Oktober beziffert. Bei etwa 280000 Euro davon sollte noch einmal überprüft werden, ob sich diese Summe noch reduzieren lässt. Inzwischen hat es Gespräche zwischen Verwaltung und Ingenieurbüro gegeben.

Zwar gibt es noch kein Ergebnis, Bürgermeister Somogyi hat allerdings an Zuversicht verloren: „Wir werden die von mir angestrebte Reduzierung der Mehrkosten wohl nicht einhalten können.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr